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Insbeſondere aber will ich, von meinem Standpunkte aus, den Wunſch hier laut aus⸗ ſprechen, daß man die Zeit des Gymnaſialunterrichtes auch benutzen möge, um den Unterricht in der Naturwiſſenſchaft, namentlich auch in der Naturgeſchichte, immer weiter zu ver⸗ breiten. Ich halte es für aufrichtig beklagenswerth, daß dieſe Fächer auf der Univerſität von den Gymnaſiallehramts⸗Candidaten bei uns faſt vollſtändig vernachläſſigt werden, während in Preußen ſogar ein Examen darin abgenommen wird; daß am hieſigen Gymnaſium ſeit langer Zeit ein Unterricht in der Botanik nur einmal vorübergehend Statt gefunden, ein Unterricht, der dagegen an einer hieſigen Mädchenſchule mit dem beſten Erfolge und in einer muſtergültigen Weiſe gegeben wird, welche zeigt, wie hier Alles auf die rechte Methode und das rechte Maß ankommt. Oder ſoll man, weil einige Lehrer nicht ſo vorbereitet und genügend unterrichtet ſind, um dieſes zu treffen, die Sache ganz unterlaſſen, ohne zu bedenken, daß bei weitem die Mehrzahl der jungen Leute weiterhin— auf der Univerſität— niemals zu dieſen Studien kommt. Und doch ſcheint es mir nicht gleichgültig, ob ſtudirte Männer jedes Amtes auf der Höhe ſtehen, daß ſie die Fragen und Tendenzen, die unſere Zeit am tiefſten und bleibendſten bewegen, wenigſtens würdigen und verſtehen können. Die humaniſtiſchen Studien haben eine ſchöne, fruchtbare und große Vergangenheit gehabt; mögen ſie auch der Naturwiſſenſchaft eine Zukunft gönnen, denn ſie können es nicht hindern.——
Es war nicht meine Abſicht, irgend Jemanden zu verletzen in Dem, was ich geſagt habe; und wo die Abſicht fehlt, fehlt auch die Kränkung. Aber indem ich durch den Chrenplatz, auf welchen Sie, meine Herrn Collegen, mich durch freie Wahl berufen haben, aus meiner ſtillen Zurückgezogenheit und nur der Wiſſenſchaft gewidmeten Thätigkeit hier an die Oeffentlichkeit zu treten veranlaßt worden bin, glaubte ich kein beſſeres Thema für unſere heutige gemeinſame Be⸗ trachtung wählen zu können, als die jüngſte Geſchichte unſerer Alma Ludoviciana. Sie hat das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu ſcheuen und iſt oft genug der Gegenſtand öffentlicher Betrachtung namentlich von unberufener Seite geweſen; ſo daß es mir nützlich erſchien, wenn einmal eine Stimme aus ihrem eigenen Gremium ſich erhübe. Wenn wir geſehen haben, daß Manches der Verbeſſerung fähig iſt, nach menſchlicher Weiſe, ſo kann eine ſolche Betrachtung in den Augen wohlwollender und wohlgeſinnter Freunde der Anſtalt vielleicht ein Echo finden und fördern helfen, indem ſie Intereſſe und Verſtändniß in weiteren Kreiſen verbreiten hilft. Denn wir leben in der Zeit der Oeffentlichkeit, und unſer Amt iſt ſeiner innerſten Natur nach ein öffentliches und jeder Kritik preißgegeben. Und wenn wir geſehen haben, daß Vieles bei uns gut und muſter⸗ haft war und iſt, ſo kann dieß für uns Alle nur erfreulich ſein, die wir daran mitwirkten, es wird uns ein Sporn ſein, dafür zu ſorgen, daß es ſo bleibe und ſtets beſſer werde, damit auch unſere Nachkommen einſt uns nachrühmen mögen: ſie haben geſtrebt, gekämpft und gerungen im Dienſte der Wahrheit, der Freiheit und des Rechts!
Anmerkung. Ohne damit im Mindeſten etwaige Kritiken abſchneiden zu wollen, bemerke ich doch hier
ſogleich— um ſpätere falſche Auffaſſungen zu verhüten—, daß ich für meinen Theil auf eine weitere Replik und Debatte bezüglich des Voranſtehenden mich nicht einlaſſen kann.


