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19 ſchaft fährt in ihren Entdeckungen fort und ſtellt jeden Tag der Induſtrie neue, hülfreiche Kräfte zur Verfügung.“
Dieß Syſtem iſt Verhältniſſen entnommen, die von den unſerigen in jeder Beziehung ver⸗ ſchieden ſind. Aus England, dem ungeheuren Inſelreiche, dem Vaterlande Cromwell', in unſere kleinen deutſchen Staaten übertragen, iſt es uns fremd. Statt einer Vertretung der wahren Fundamente der Geſellſchaft, nämlich der einzelnen Stände und der factiſch im Staate herrſchenden Intereſſen erhalten wir hier, im Geiſte des aus Mißverſtand hervorgegangenen Nivellirungsſyſtems, eine abwechſelnd präponderirende Miſchung von Männern, welche entweder als Beamte für eine ganz einſeitige Thätigkeit herangezogen wurden, oder als reiche Leute eine gewiſſe äußere Stellung im Leben einnehmen, die in keiner Weiſe für inneren Gehalt bürgt. Sind dieſe zwei Vorbedingungen ausreichend, um die tauſend Fragen des Staatslebens ſachver⸗ ſtändig, wie ſichs gebührte, und unbefangen zu verhandeln 2 Sicherlich nicht, denn während ſie ſich berufen glauben zur eingehendſten Prüfung aller möglichen Detailfragen, fehlt ihnen die erſte Bedingung, das ſpecielle Verſtändniß, im ſchroffen Gegenſatze zu dem Grundcharakter unſerer Zeit, der ganz weſentlich in Arbeitstheilung und Specialiſirung beſteht. Offenbar iſt dieß Gefühl auch im Kreiſe der Landesvertretung ſelbſt nicht ganz fremd, denn nur ſo erklärt es ſich, daß ſtets einige der trefflichſten Männer ſich ſelbſt zum abſoluten Schweigen verurtheilen. Und ſo kommt man denn, ohne es zu wollen, um doch Etwas zu thun, in die große Politik hinein, der ſich Jeder gewachſen glaubt, die aber überhaupt zu den Aufgaben der Landesvertretung nicht gehört, wenigſtens nicht in Staaten von der Größe des unſerigen. Die Politik iſt bekanntlich vielfach eine populäre Wiſſenſchaft oder richtiger: Probabilitätslehre, in welcher die geſcheuteſten Leute das Recht haben, den größten Unſinn zu behaupten. Aber der Erfolg hat auch innerhalb der Zeit unſeres modernen Verfaſſungslebens(ſeit 1820) genügend gezeigt, daß alle Verſuche, Politik zu machen, auf dieſer Seite jedesmal und gründlich geſcheitert ſind; und ſo wird es es auch ferner gehn, ſo lange die Verhältniſſe dieſelben bleiben. Wenn man dieſe dissolving views des politiſchen Treibens in den kleinen deutſchen Staaten durch ein paar Jahrzehnde ruhig mit anſieht, ſo ſind ſie in der That nicht dazu angethan, die beſondere Be⸗ geiſterung eines Mannes, der nach dem Realen ſtrebt, zu erwecken. Durch die Verhältniſſe faſt zur Unbeweglichkeit verdammt, jedes Einfluſſes auf die großen Zeitfragen und die Intereſſen der activen Nationen bar, ſtehen die politiſchen Führer der kleinen Staaten zuletzt rathlos da und ſind dazu verdammt, ſich raſch aufzubrauchen, ohne irgend welche nennenswerthen Erfolge zu erringen. Denn die große Menge, die ſog. öffentliche Meinung, die ich bereits in einem nicht ſehr langen Leben von der deutſchen Königskrone zur Republik, dann von der deutſchen Kaiſer krone unter Preußens Scepter wieder zum föderaliſtiſchen Staatenbunde ſchwanken ſah, die ſich dann(im Nationalverein) für die ſog. preußiſche Führung erwärmte, um ſich zuletzt in einem geſteiften Particularismus, vollkommen abgekühlt, entſchieden feindlich der preußiſchen Politik entgegenzuſtellen: wahrlich es i*ſt faſt athemraubend, ihren raſchen Bewegungen zu folgen. Und doch kommt es nicht ſelten vor, daß man dieſelben leitenden Perſönlichkeiten auf allen dieſen Etappen wiederfindet. Nirgends große Geſichtspunkte, nirgends eine feſte Anſicht von der Zu⸗
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