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eine bleibende und lohnende Exiſtenz gefunden haben, ehrt nicht nur das Land, das einen ſolchen Zuſtand möglich macht, es ehrt auch die freien Inſtitutionen unſerer Hochſchule, es ehrt endlich die Studirenden, ohne welche ſelbſtverſtändlich eine Lehrthätigkeit nicht gedacht werden kann. Es iſt aber nichts weniger, als gleichgültig für unſer deutſches Vaterland und für den geiſtigen Fortſchritt überhaupt, wie groß die Zahl der Mitglieder des„Standes der Wiſſenden“ iſt; ſind ſie doch ſtets die letzte Inſtanz in allen Fragen der Erkenntniß, ſind ſie doch die Pioniere des Fortſchrittes der Ideen. Und es hat mir immer ſonderbar geſchienen, wenn Angehörige dieſes Standes aus ganz äußerlichen Gründen allen Ernſtes davon reden, die eine oder die andere dieſer Anſtalten aufzuheben, oder— was auf daſſelbe hinausläuft— eine mit der andern zu verſchmelzen; anſtatt einzuſehen, daß es unſerer Nation ſehr wohl anſtünde, wenn ſie noch einige neue geiſtige Bildungscentren und Aufklärungsheerde zu den bereits vorhandenen hinzu in's Leben riefe*).
Schauen wir noch einmal zurück auf das, was Liebig in der Zeit ſeiner hieſigen 28 jäh⸗ rigen Thätigkeit(von 1824— 1852) gewirkt hat, im Verein mit trefflichen Männern jeder Art und auf's Kräftigſte unterſtützt und getragen von einer einſichtsvollen Regierung— insbeſondere dem damaligen Repräſentanten der Univerſität, von Linde, von dem noch nichts zu jener Zeit erwarten ließ, daß er, einſt ein lebensfroher, geiſtſprudelnder Profeſſor, ſich in einen Freund des traurigen Ultramontaniſmus verwandeln würde, tief beklagt von der Akademie, der Stelle ſeiner einſtigen Triumphe.
Das Verſtändniß der Bedeutung Liebig' iſt Denen, welchen er perſönlich fremd iſt, ſchwierig zu eröffnen. Denn ſowohl als Schriftſteller, wie als Lehrer liegt der Schwerpunkt ſeiner Kraft theils gerade in ſeiner mächtigen Perſönlichkeit, theils in der Fülle ſeiner Ideen, nicht aber oder doch nur untergeordnet in dem, was er Poſitives in ſeiner Wiſſenſchaft entdeckt oder erforſcht hat. Er hat dieſen Charakter gemein mit den größten Naturforſchern der neuen und älteren Zeit, mit Darwin, Schleiden, Humboldt, ja bis zurück zu Linné und Bacon von Verulam, dem man nachſagt, daß er nur wenige Experimente gemacht habe, und dieſe ſeien unrichtig geweſen; und doch iſt er der Gründer der inductiven und experimen⸗ tirenden Methode geworden.
Es gilt mir hier nicht, einen Mann von Liebig's Stellung in der Wiſſenſchaft zu kritiſiren, denn ich fühle mit Heine, daß es Dummheit iſt, gegen Männer zu ſprechen, die wirklich groß ſind, ſelbſt wenn man Wahres ſagen könnte. Aber es kann dieß kein Grund ſein, mich abzuhalten, das Eigenthümliche und Charakteriſtiſche dieſes Mannes, der unſerer Univer⸗ ſität ſo hohen Glanz verliehen hat, zu unterſuchen.
*) Im Jahre 1863 exiſtirten in Deutſchland und der Schweiz 27 Univerſitäten. Daran wirkten 993 Ordi⸗ narien u. ſ. w., 511 Privatdocenten. Inſecribirt waren 19069 Studenten; die meiſten in Berlin: 2708. Ich erwähne hier noch Wien mit 2123, Prag mit 1747, München mit 1222, Bonn mit 1038,— Bern
mit 150, Baſel mit 93. 2


