ſchriften niedergelegten Zeugniſſe zu behandeln. Aber dies iſt nicht in gehöriger Weiſe geſchehen, vielmehr hätten die megariſchen Bruchſtücke bei Ariſtophanes eingehender ge⸗ prüft und nicht einer beſonderen Unterſuchung vorbehalten werden ſollen. Sonſt läßt die Behandlung des Gegenſtandes Verſtändnis und grammatiſche Kenntniſſe nicht vermiſſen.
Nach dem Geſagten kann die Arbeit weder in ihrem hiſtoriſchen noch in ihrem ſprachlichen Teil als erſchöpfend bezeichnet werden, und es ſtehen die Ergeb⸗ niſſe nicht im Verhältnis zur aufgewandten Mühe. Dagegen muß anerkannt werden, daß das, was vorliegt, tüchtige Methode und Selbſtändigkeit des Urteils bekundet, und es iſt mit Zuverſicht anzunehmen, daß der Verfaſſer die Fähigkeit beſitzt, bei weiterem Eindringen in ſeinen Gegenſtand den gemachten Ausſtellungen vollſtändig gerecht zu werden. Hiernach beſchließt die Fakultät, dem Verfaſſer mit Rückſicht auf die hervor⸗ gehobenen Vorzüge den Preis zuzuerkennen.“
Als Verfaſſer iſt in dem mit dem obigen Motto überſchriebenen Couvert
genannt.
Engelbert Schneider, stud. philol. aus Mainz,
Für 1881/82 ſtellt die philoſophiſche Fakultät folgende Preisaufgaben:
a. 1)
b.
ordentliche: aus der deutſchen Philologie:
„Grammatiſche Darſtellung der Gießener Mundart. Es wird eine genaue Dar⸗ legung des Beſtandes der lebenden Sprache unter Zugrundelegung der älteren Sprach⸗ formen verlangt, indem zugleich die Stellung der Mundart in der Gruppe der nächſt⸗ verwandten Mundarten zur Anſchauung gebracht wird.— Die Aufgabe würde auch dahin abgeändert werden können, daß ſtatt der Gießener die Mundart irgend eines anderen Ortes des Großherzogtums Heſſen behandelt würde, ſofern der Bearbeiter die⸗ ſelbe als Sprache ſeines Heimatsortes genauer zu kennen und zu ſchildern im Stande wäre.“ aus der Mineralogie:
„Beſchreibung der in der Gegend von Gießen vorkommenden Kalkſpathkryſtalle. Die Fakultät verlangt eine auf Winkelmeſſungen gegründete und durch Zeichnungen unterſtützte Beſchreibung der in der Umgegend von Gießen vorkommenden Kalkſpath⸗ kryſtalle. Zugleich ſoll die Art ihres Vorkommens genau geſchildert werden.“ außerordentliche: aus der Botanik:
„Beſchreibung und Abbildung der Stigmata vor, während und nach der Beſtäubung, durch einige Familien.“
Ich ſchließe hiermit den Feſtakt.


