Druckschrift 
Gothofredus Antonii : akademische Festrede zur Feier des Stiftungsfestes der Großherzoglich Hessischen Ludewigs-Universität am 1. Juli 1881 / gehalten von Lothar Seuffert
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen

14

Das der Arbeit beigelegte Couvert mit dem oben bezeichneten Motto enthält eine Karte mit dem Namen des Verfaſſers:

Auguſt Nagel, stud. iur. aus Oſſenheim b. Friedberg.

Für das Jahr 1881/82 ſtellt die Fakultät folgende Preisaufgabe:

Es ſoll auf Grund einer möglichſt vollſtändigen Zuſammenſtellung der in den Rechtsquellen und ſonſt uns überlieferten Notizen über die mandata principum und deren Inhalt die Geſchichte und der rechtliche Charakter dieſer Art der Kaiſerlichen Verfügungen, ſowie ihre Einwirkung auf das römiſche Privat⸗ und öffentliche Recht dargeſtellt werden.

Bei der mediziniſchen Fakultät iſt keine Bearbeitung der im vorigen Jahre geſtellten Preisaufgaben eingegangen.

Für das Jahr 1881/82 werden folgende Preisaufgaben geſtellt:

l) akademiſche Preisaufgabe:

Welches iſt das beſte Verfahren der Empyem⸗Operationen? Beſchreibung und Kritik der verſchiedenen Methoden unter Berückſichtigung der zahlreichen Mitteilungen, welche über dieſen Gegenſtand in der neueren Litteratur enthalten ſind.

2) Frage für die Balſer⸗Stiftung:

Durch experimentelle Unterſuchungen an Tieren iſt feſtzuſtellen, ob bei eitrigen Entzündungen der Cornea reſp. Conjunctiva der Krankheitsprozeß durch Anwendung antiſeptiſcher Mittel weſentlich beeinflußt wird, eventuell welches Antiſepticum ſich am wirkſamſten zeigt.

Von den von der philoſophiſchen Fakultät geſtellten Preisaufgaben hat nur eine, die aus der klaſſiſchen Philologie, eine Bearbeitung gefunden, über welche die Fakultät ſich folgendermaßen ausſpricht:

Die philoſophiſche Fakultät hat am 1. Juli 1880 folgende Preisaufgabe geſtellt:

Quae de rebus ac de dialecto Megarensium tradita sunt, examinentur et brevi enarratione comprehendantur.

Hierüber iſt eine Arbeit mit dem Motto eingelaufen:

Der Wille iſt der Thaten Anfang.

Der Verfaſſer giebt in dem erſten Teil ſeiner Arbeit eine Ueberſicht über die Geſchichte von Megara bis zum Anfang des peloponeſiſchen Kriegs und ſucht nament⸗ lich in die Zeugniſſe über die früheſte Periode, ſoweit dies möglich iſt, Ordnung und Zuſammenhang zu bringen. Die Behandlung der Königsliſten iſt dabei ziemlich unfruchtbar, wogegen das für die Geſchichte weit wichtigere Verhältnis von Athen zu Salamis zu kurz gekommen iſt. Der geſchichtliche Teil der Arbeit durfte über⸗ haupt nicht bei dem peloponeſiſchen Krieg ſtehen bleiben, wenn der Verfaſſer zu einem Einblick in die hiſtoriſchen Verhältniſſe auch der älteren Zeit gelangen wollte. Der zweite Teil der Arbeit hatte den Dialekt mit Benutzung aller in der Litteratur und den In⸗