öffnen. Er gab ihm den Wettenberg(„Sieben Hügel“) mit dem dazu gehörigen Wald zu erblichem Lehen und verzichtete auf ſeine Rechte an dem Gleiberg, ſo daß Hartrad und ſeine Erben alleinige Herren der Burg wurden, die dem Land⸗ grafen lediglich geöffnet blieb. Damit gewann er Hartrads Hilfe gegen jedermann mit Ausnahme der Grafen von Fiegenhain.
Mit gleichem Gelingen machte ſich Heinrich zahlreiche andere Herren der Umgegend zu Freunden, ſo namentlich die Ganerben des Buſecker Tales, die Brüder Senand, Eckhard und Ruſer von Buſeck. Seitdem ſind, wie ſie ſelbſt, zahlreiche Angehörige der Ganerbenfamilien Lehnsleute, insbeſondere Gießener Burgmannen des Landgrafen und ſeiner Nach⸗ folger geworden und haben teilweiſe ihren Wohnſitz in Gießen gehabt. Auch Heinrich und Ludwig von Iſenburg gewann der Landgraf ſpäter gegen Mainz.
Dieſes mächtigſte, geiſtliche Fürſtentum Deutſchlands war auch nach dem Vertrag von Langsdorf der erbitterte Feind Heſſens geblieben, der in jahrhundertelangen Kämpfen auf deſſen Zertrümmerung hinarbeitete, ein Streben, das erſt im Jahre 1427 durch die für Heſſen ſiegreiche Schlacht bei Englis und die Erwerbung der die beiden heſſiſchen Landes⸗ hälften trennenden Grafſchaft Fiegenhain 1450 endgültig vereitelt wurde.
Es iſt heute nicht die Gelegenheit, Ihnen das Ringen um das politiſche und militäriſche Uebergewicht zwiſchen Heſſen und dem erzbiſchöflichen Stuhl in ſeinen verſchie⸗ denen Phaſen, ſeinem Auf und Nieder, vorzuführen, auch nicht das Erwachſen der Landgrafſchaft zu dem Staate Philipps des Großmütigen, der einer der mächtigſten Weſt⸗
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