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Hessen und die Erwerbung Gießens vor 650 Jahren (1265) : Vortrag gehalten in der Fest-Sitzung der Stadtverordneten der Stadt Gießen am 29. September 1915 / von Karl Ebel
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ungen am Rhein, an der Sieg und im Engersgau, Brau⸗ bach, verſchiedenen Alloden an der Lahn, namentlich Mar⸗ burg mit den ſogen. vier Hausdörfern. Ihm gehörten fer⸗ ner das Gericht Kaldern, die abſeits liegende Burg Grün⸗ berg, dann in der Lumdagegend Nordeck mit Allendorf und Winnen, die Gegend um Biedenkopf, Homberg und Als⸗ feld mit Ausnahme der an Mainz aufgetragenen Franken⸗ berg und Grünberg freie Allode. In Niederheſſen erſtreckten ſichſeine Eigengüter in zwei ſchmalen Streifen, die von (dem jetzt durch die Talſperre vernichteten) Berich bei Waldeck bis hinunter nach Kaſſel reichten, auf beiden Ufern der Edder und der Fulda. Endlich Kaſſel ſelbſt, Wildungen, Wolfhagen und Melſungen. Dazu kamen als mainziſche Lehen die Grafſchaft Maden, der Mittelpunkt der heſſiſchen Gerichtsbarkeit, ſodann die Vogteien über die Stifter Wet⸗ ter, Breitenau und Haſungen.

Dieſes Gebiet bildete kein zuſammenhängendes Ganze. E*s war durch die Grafſchaft Ziegenhainin zwei unzu⸗ ſammenhängende Hälften zerriſſen und mehrfach mit Enkla⸗ ven anderer Zerren durchſetzt. Namentlich das Erzſtift Mainz beſaß, wie ich vorhin ſchon ausführte, überall im Lande Städte und Ortſchaften, Gülten, Zehnten und an⸗ dere Rechte. Gebietserweiterungen und Abrundung lagen ſomit im höchſten Intereſſe beider Rivalen.

Swiſchen den ſüdöſtlichen Teil Heſſens und das Main⸗ zer Territorium an Rhein, Main und Taunus ſchoben ſich die Gebiete mehrerer Herren, darunter die ehemals glei⸗ bergiſchen Beſitzungen, in die ſich die Nachkommen zweier Erbtöchter, die Herren von Merenberg und die Pfalzgrafen

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