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durchſetzen und den Heimfall der Lehen nicht erzwingen können, und gerade darum ging der Streit. Mit einigen Aus⸗ nahmen, von denen einzelne Teile auch noch dem Spruch eines Schiedsgerichts unterworfen werden ſollten, hat der Landgraf die von ihm beanſpruchten Gebiete und Gerecht⸗ ſamen behalten. Im entgegengeſetzten Falle wäre ſeine Sache für alle Feiten verloren geweſen.
Im Oktober desſelben Jahres wurde der Verbündete des Landgrafen, Herzog Albrecht von Braunſchweig, bei Wettin von dem Markgrafen von Meißen entſcheidend ge⸗ ſchlagen und gefangen genommen. Nach faſt einjähriger Ge⸗ fangenſchaft mußte er ſich zu dem Frieden bequemen, den der Sieger diktierte. Dieſer Frieden iſt zugleich das Ende des thüringiſch⸗heſſiſchen Erbfolgekrieges. Zwar kennen wir nicht die Abmachungen, die zwiſchen Heſſen und Meißen ge⸗ troffen wurden, aber das Ergebnis liegt vor: Heinrich von Brabant verzichtete endgültig auf alle Anſprüche auf Thürin⸗ gen, einſchließlich Eiſenachs und der Wartburg. Als Ent⸗ gelt erhielt er einige von Braunſchweig an Meißen abgetre⸗ tenen Städte, u. a. Allendorf, Eſchwege und Witzenhauſen. Von welcher Bedeutung dieſe Erwerbung für Heſſen werden ſollte, werden wir ſofort ſehen.
So war es denn der Herzogin Sophie in einem faſt zwanzigjährigen Kampfe geglückt, ihrem Sohn das hei⸗ miſche Erbe zu erſtreiten. Heſſen war für immer von Thü⸗ ringen losgelöſt und zu einer ſelbſtändigen Grafſchaft ge⸗ wandelt.
Eine ſelbſtändige Grafſchaft war Heſſen, aber ſtaats⸗ rechtlich noch kein Fürſtentum. Wohl hatten ſich Heinrich und Sophie von Anbeginn an Landgraf und Landgräfin ge⸗
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