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Alexander der Große im Urteil der Griechen und Römer bis in die konstantinische Zeit / eingereicht von Franz Weber
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politischer Ideen erhofften, dann andere, die materielle Sorgen, wie z. B. Aischines, in das Lager der sog. Feinde des Vaterlandes trieb. ¹)

323 250. Nach dem Tode Alexanders schrieben viele der überlebenden Teilnehmer seines Zuges, Offiziere und Beamten, meistens an den Höfen der Diadochen seine glorreiche Sieges- geschichte in größeren Werken. Sie suchten dadurch Alexander in Erinnerung der Wohltaten, die sie von ihm empfangen, und unter dem frischen Eindruck, unter seiner Aegide eine große Zeit durchlebt zu haben, ihren Dank abzustatten. Sie taten das um so lieber, als sie vielleicht einem Lieblingswunsche Alexanders, seine Taten der Nachwelt überliefert zu wissen, nachkamen. Dadurch waren der Alexanderpanegyrik die Wege geebnet. Augstlich ist man bemüht, jeden Flecken einer Schuld von ihm abzuwaschen. Rein und makellos muß der Held dastehen. Vielfach mußten die Literaten auch auf die Diadochen, an deren Höfen viele lebten, in der Beurteilung Alexanders Rücksicht nehmen. Am Hofe des Lysimachos, der von Alexander nicht aufs beste behandelt worden war, mußte ein Schriftsteller mit seiner Panegyrik viel mehr zurückhalten als am Hofe der Ptolemäer, die aus politischen Gründen einen pomphaften Alexanderkultus trieben. ²)

Schon sehr früh liegen die Anfänge der epischen Stilisierung Alexanders, die griechischen Ursprungs ist und mehr oder

¹) Dieselben Gegensätze sind auch sonst in Griechenland und auf den griechischen Inseln anzunehmen. Nur wissen wir fast nichts mehr über sie. In Chios z B. stellte Theokritos sein ganzes Können in den Dienst der antimakedonischen Bewegung, während Theopompos auf derselben Insel in Wort und Tat die makedonischen Interessen vertrat. ²) Vgl. beispielshalber Kallixenos von Rhodos(F. H. G. III, 56 frg. 2), der unter Ptolemaios Philo- pater schrieb, unter Ptolemaios Philadelphos aber schon erwachsen war. In der Beschreibung eines Festzuges des letzteren sagt er u. a.: Auegdvou O IIτoleᷣusναeν dydνμαa, ³oοτᷣνααναωανέννα οστεεσ⁴ἀνοςα μ‿οσενοοι εα νροο.(scil. Oαm ν τ ονπαηπαης 16 d vi Aoerije dpyadαα, π᷑αςσεςσοεεο τάᷣ Icoleuai sori- dνωοατο dιααονμ⁵αι 2ρνυια.... 2dl deᷣra radra ¹s ſyero να ⁶ανωeν a³μρι⁴⁴ωνιεεέν, aut Snl aou eνοον, e S dονμάαχν eραντον ννν SqOενοεεο εοιοοs, Nur* al ddν ε ᷣνααιεοοι μυεοωνυι ετωο Vgl. E. Korneo- mann, Zur Geschichte der antiken Herrscherkulte, Klio I(1902) S. 51 ff.; A. Beurlier, de divinis honoribus Alexandri, Paris 1890.