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Kapitel. III.
323— 250. Die Diadochen und ersten Epigonen.
Nach Alexanders Tod beginnt für das Staatsleben eine völlig andere Zeit. Die zentrifugale Bewegung, die Tendenz nach Territorialstaaten, wie sie seit Darius II.(424— 405) im Perserreich bemerkbar ist, setzt in Ermangelung eines eben- bürtigen Nachfolgers Alexanders von neuem kräftig ein und führt nach langwierigen wilden Kämpfen zur Bildung neuer lebensfähiger Reiche, deren Existenz auf der starken Persön- lichkeit ihrer Fürsten und einer diesen zur Seite stehenden schlagfertigen Militärmacht gegründet war. Die ersten Be- herrscher dieser sogen. hellenistischen Staaten waren fast aus- schließlich Angehörige des Generalstabs Alexanders des Großen. An ihren Höfen fanden die Griechen und Makedonen, die unter Alexander irgendwie eine Rolle gespielt hatten, freundliche Aufnahme. Von ihnen fühlten sich nicht wenige berufen, ihre Erlebnisse niederzuschreiben. Und so entstanden an verschie- denen Orten, meist unabhängig voneinander, eine Reihe von Alexandergeschichten, von denen uns aber nur noch spärliche Fragmente durch die Vermittlung späterer griechischer und römischer Autoren erhalten sind. Der Verlust dieser Werke ist um so mehr zu bedauern, als ihre Verfasser auf Grund eigener Autopsie geschrieben haben, ohne dabei durch die Hoffnung auf Gewinn politischer oder materieller Art seitens Alexanders beeinflußt zu sein. Diesen Vorteil ihres Lebens haben sie aber nicht immer ausgenutzt; statt Selbsterlebtes schlicht zu be- richten, haben sie mitunter manche Geschehnisse aus Rücksicht gegen ihre Umgebung oder aus irgendwelchen andern Gründen
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