Jahrgang 
1929
Seite
9
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gewidme) Her liegt ein Raum, der der Universität ner P et ist; die Wände sind von Bildern Gieße⸗ liegen Sthelsoren bedeckt, in den Fenstervitrinen Doktor tudentenstammbücher, Medaillen und 18 dene aus, und ein zweiter Raum enthält den und ner Karzer mit Bett, Tischen, Ofen, Tür onstigen Resten der alten Burschenherrlichkeit. Ansi treten wir in ein Zimmer, wo Bilder und und aar der Stadt Gießen hängen; Wehr Zeiten affen der Bürgerwehr gemahnen an die die von 1848/49, und von droben her blicken Jahr chöffen und Ratsherrn vergangener hunderte auf uns herab. Durch eine Waffen⸗ Spont mit Ritterrüstungen und Morgensternen, sog und Schießzeug geht es weiter in das 00 illezimmer, dessen Wände mit rund Geor upferstichen des berühmten Meisters Johann 17154 Wille geschmückt sind. Der Künstler wurde geb Rran der Obermühle bei Rodheim a. d. Bieber ma Wi und lernte in Gießen bei einem Büchsen⸗ Kunst das Gravieren. Seit 1736 übte er seine Kupfe in Paris aus und galt als einer der besten ölli rstecher seines Jahrhunderts. Nachdem er, ution erblindet und durch die französische Revo⸗ war lienamt, 1808 im tiefsten Elend gestorben beis 0 Napoleon seine Gebeine im Pantheon Pfl 1. Das Museum hält es für seine vornehmste mann d Andenken an seinen berühmten Lands⸗ seiner urch stete Erweiterung der Sammlung Werke zu erhalten.

2. Das Völkermuseum.

Neuen Schloß neben der Zeughaus⸗ seum hundert Schritt vom Oberhessischen Mu⸗ In Uphen cr⸗ befindet sich das Völkermuseum. allen Erd. Glasschränken sind Gegenstände aus

rdteilen aufgestellt, die dazu dienen sollen, chauung von dem Leben und den Sitten von W. 6 ölker zu vermitteln; aus einer Stiftung die Erw ail hat sich das Museum, ausgebaut durch wamer erbungen von zwei Expeditionen nach stätte eunt und dem Pamir, zu einer Bildungs⸗ Stoff ür de c aus der jeder Lernende reichen kann: ie Erweiterung seines Wissens schöpfen

nisse, Wusihr Schmuck, Waffen, Landeserzeug⸗ u

Im kaserne

itinstrumente, Wagen und Boote, Sticke⸗ uns in das L. lechtereien, sowie Typenbilder lassen tiefe Einbli eben und Treiben der exotischen Völker halb vor 16 tun. Das Völkermuseum dient des⸗ Unterrichts lem zur Ergänzung des erdkundlichen arüber hin der Schulen und der Universität; an unsere Saret hält es aber auch die Erinnerung ,die wi den Weltkrieg verlorenen Kolonien sten Aufgab derzugewinnen eine unserer vornehm⸗ können ih 5 sein muß. Wenige Universitätsstädte Rren Hörern ein so schönes Studien⸗

Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 9

material auf diesem Gebiet zur Verfügung stellen wie Gießen.

3. Das Kriegsmuseum.

Das Kriegsmuseum hat im Neuen Schloß Unterkunft gefunden. Es wurde 1915 ins Leben gerufen und sollte die Erinnerung an den wie man damals hoffte siegreichen Krieg erhalten; insofern hat es seine Bedeutung verloren, sein Wert besteht aber darin, daß es die Bilder und Namen der Gefallenen aus Gießen auf zwei würdig ausgestatteten Tafeln festhält. Sehr in⸗ teressant sind ferner die zahlreichen Typenbilder aus dem Gießener Gefangenenlager und die Aquarelle und Zeichnungen, die von Kriegs⸗ gefangenen angefertigt uns mancherlei Einblicke in das Seelenleben der einzelnen und der hier vertretenen Völker gewähren. Von Bedeutung sind auch die Dinge, die sich auf die Tätigkeit des Roten Kreuzes und der Wohlfahrtsbehör⸗ den, auf die Lebensmittelversorgung und die Not der Bevölkerung sowie auf die Ersatzindustrie be⸗ ziehen. Viel Material ist natürlich aus dem Krieg selbst vorhanden. Dazu kommt eine sehr reich⸗ haltige Sammlung von Notgeld aus der Zeit nach dem Kriege. Demgegenüber ist das wenige, das aus dem Krieg von 1870/71 vorhanden ist, unbedeutend.

4. Die städtische Gemäldesammlung.

Die Kunstsammlung, ursprünglich als Galerei hessischer Künstler gedacht, ist durch die von Gustav Bock zum Gedächtnis seines gefallenen Sohnes gestiftete Sammlung von Gemälden und Proben der verschiedenartigsten Malerei bereichert worden, darunter Namen von bestem Klange. Eine wertvolle Erweiterung hat die städtische Kunstsammlung durch die schönen Olgemälde er⸗ fahren, die einen Teil des der Stadt von Dr. Spruck im Jahre 1928 zugefallenen Erbes bilden. Die Sammlung befindet sich im Neuen Schloß.

5. Die wechselnden Ausstellungen

des Oberhessischen Kunstvereins. Während im Neuen Schloß eine ständige Gemäldesammlung dem Publikum zugänglich gemacht wird, finden im Turmhaus am Brand wechselnde Ausstellungen statt, die vom Oberhessischen Kunstverein veran⸗ staltet werden, und zwar für seine Mitglieder bei freiem Eintritt. 68 Ausstellungen von je drei⸗bis vierwöchiger Dauer, in der Regel von Werken lebender Künstler, finden jährlich statt. In den letzten Jahren war die Weihnachtsausstellung für Arbeiten hessischer, besonders oberhessischer Künst⸗ ler reserviert. In jedem Jahr finden Verlosungen für Mitglieder statt. Die Gewinne bestehen aus Werken, die in den Ausstellungen käuflich erworben