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geringer Mächtigkeit nicht weit verfolgbar. Der
ursprünglich sehr unruhige Charakter der vulkani⸗ schen Landschaft ist vielfach Schuld daran. Manche haben nicht das dem Laien bekannte Aussehen von Braunkohle, sondern sind sog. Papierkohlen, Teich⸗ schlamm der Tertiärzeit in verfestigtem Zustande. Aehnlich der sehr mächtigen und stark abgebauten Papier⸗ oder Schieferkohle der Grube Messel bei Darmstadt enthalten sie vergasbare Substanzen, sog. Bitumen, das durch Verschwelung gewonnen werden kann: für das mineralölarme Deutschland ein grundsätzlich wichtiges Material. Leider machte ein hoher Schwefelgehalt eine Verwendung bisher unmöglich, so daß mancher alte Betrieb, wie Leih⸗ gestern und Annerod oder Eberstadt bald zum Er⸗ liegen kam und örtlich schon der Vergessenheit an⸗ heimgefallen ist.
Allein von dauernder Bedeutung sind die nach⸗ basaltischen, bis 20 Meter mächtigen Braunkohlen, die, mit der Grube Friedrich noch im Kreise Gießen beginnend, sich in der Hungener Senke von Hungen bis in die Nähe von Friedberg verfolgen lassen. Vor 121 Jahren begann hier bei Ossenheim die ernste Tätigkeit des Bergmannes, und jetzt sind es vor allen Dingen die staatlichen Gruben, die einen ausgedehnten Tiefbau betreiben. Deutlich erkennt man an der Kohle mit ihren vielen Stamm⸗ resten, daß es sich um untergegangene Sumpf⸗ wälder handelt. Leider ist die Kohle mulmig und verträgt roh keinen Versand. So ist man bald dazu übergegangen, sie in die einfache Form der sog. Naßpreßsteine zu bringen und neuerdings zu brikettieren. Von den vier Brikettfabriken Ober⸗ hessens befindet sich eine in Trais⸗Horloff. Die rationellste Verwendung findet aber in Wölfers⸗ heim statt, wo die Rohbraunkohle der Grube Ludwigshoffnung in dem bekannten Elektrizitäts⸗ werk des Staates direkt in elektrische Kraft um⸗ gewandelt wird, die nun weit in das Land gehen kann. Die in den Pflanzenresten aufgespeicherte Sonnenenergie der Tertiärzeit kommt hier zu einer segensreichen Auferstehung.
Ergebnisse der Volks⸗, Berufs⸗ und Betriebszählung am 16. Juni 1925 für Stadt und Kreis Gießen.
Von Dr. Heger, Darmstadt.
Fläche, Gemeinden, Einwohnerzahl.
Der Kreis Gießen umfaßt 60100 ha und ver⸗ einigt in seinen 81 Gemeinden 99408 Personen, die nahezu ein Drittel der gesamten oberhessischen Bevölkerung ausmachen. Die Kreis⸗ und Pro⸗ vinzialhauptstadt Gießen selbst nimmt hinsichtlich der Bevölkerung unter allen Gemeinden der Pro⸗ vinz die erste Stelle ein; sie zählt 33600 Einwohner.
Von den übrigen Gemeinden des Kreises hsoh unter 100 Einwohner 2, zwischen 100 und 500 sen zwischen 500 und 1000 26, zwischen 1000 und 2000 12; mehr als 2000 Einwohner habenpen Gemeinden: Großen⸗Linden, Grünberg, Heus heim, Lich(mit Mühlsachsen), Lollar, Watzen und Wieseck. V Die Bevölkerungsdichte des Kreises Gießen 840 trägt 165 Personen auf 1 qkm; sie wird aueveib dem nächst dichtbevölkertsten Kreise der Prostat (Friedberg) nicht annähernd erreicht. Selbstiche Kreis Gießen⸗Land entfallen auf den Quadie kilometer noch 117 Bewohner, während die dih 14. schnittliche Bevölkerungsdichte der Provinz hen 99 beträgt. ent
Wohnhäuser, Haushaltungen, Familien. Re Bei der im Juni 1925 vorgenommenen Volnts Berufs⸗ und Betriebszählung wurden im Khezi Gießen(darunter in Gießen⸗Stadt) gezh A bewohnte Wohnhäuser 14837(2792), andere Bie wohnte Gebäude 21(3), unbewohnte Wohnhilür 142(21). Darin waren vorhanden 22834(Sluß Haushaltungen) mit 25687(8592) Famillän Auf ein Wohnhaus kommen in der Stadt Gienng somit durchschnittlich 12,02 Bewohner, in Bie Landgemeinden des Kreises dagegen 5,46. m Durchschnittsstärke der Haushaltungen und Faminär beträgt in der Stadt 4,07 bzw. 3,91, in den Lovar gemeinden 4,52 bzw. 3,85 Personen. Bei Bese gleich der Stadt Gießen mit Mainz und Darm J und des Kreises Gießen⸗Land mit den übimter oberhessischen Kreisen ergeben sich keine größedie Unterschiede. Es ist lediglich festzustellen, dastim Gießen⸗Stadt die Haushaltungen und Famg stärker sind als in den anderen hessischen Gemein die mit 10000 und mehr Einwohnern. Deshalb sch 2 auch die Zahl der Wohnhäuser— wenn manfon⸗ auf die Haushaltungen statt auf die Bewoh— bezieht— in Gießen größer. So kommen in Gie auf ein Wohnhaus nur 2,95 Haushaltungen, Darmstadt(wo die durchschnittliche Bewohnen 12,59] nur wenig höher ist als in Gießen) dagen 3,42 Haushaltungen. ö unte Gemessen an den entsprechenden Zahlen Jahres 1910 ergibt sich für Gießen⸗Stadt 15— Zunahme an Wohnhäusern von 21,8%, für Gief⸗o Land eine solche von 5,27% in dem zwis chenliegen3 Zeitraum. Die Haushaltungen haben um 30 bzw. 8,5% zugenommen. Der Zuwachs an WIKO— häusern und Haushaltungen in der Stadt Gic 50— ist als überaus stark anzusehenꝛ). In den Los 5 1) Als Haushaltung gelten die zu einer wohn⸗ 801 hauswirtschaftlichen Gemeinschaft vereinigten Persof sie kann daher aus einer oder mehreren Fam 2 bestehen.„auf 2) Nur in Offenbach ist eine ähnliche Entwich festzustellen.


