Jahrgang 
1927
Seite
24
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Abschnitte

Fläche bewirtschaften. Der Kreis Gießen weist also eine gesunde Mischung von Klein⸗, Mittel⸗ und Großbetrieb auf, bei welcher der Zwerg⸗ und Großbetrieb zurücktritt. Was die Bodennutzung

anbetrifft, so entfallen auf 100 ha Gesamtfläche: 58,6 ha Ackerland, 1,2 ha Gartenland, 18,4 ha Wiesen, 0,8 ha Weiden, 18,2 ha forstwirtschaftlich benutztes Land und 2,8 ha sonstige Fläche. Wiese zu Ackerland verhält sich somit wie 1:3, das

Wiesenverhältnis ist günstig und bietet eine gute Grundlage für eine ausgedehnte Viehzucht. Das Ackerland war im Jahre 1926 in der Hauptsache wie folgt bestellt: 3262 ha Winterweizen, 143 ha Sommer⸗ weizen, 4031 ha Roggen, 2916 ha Sommergerste, 5027 ha Hafer, 391 ha Erbsen, Bohnen, Wicken und Gemenge, 4108 ha Kartoffeln, 109 ha Zucker⸗ rüben, 3321 ha Runkelrüben, 2182 ha Rotklee und 364 ha Luzerne. Vergleichen wir hiermit den Anbau der verschiedenen Feldfrüchte im Kreise Friedberg, in welchen u. a. 5893 ha Winterweizen, 591 ha Sommerweizen, 6151 ha Kartoffeln, 1127 ha Zuckerrüben und 1586 ha Luzerne an⸗ gebaut wurden, so erkennen wir deutlich, wie Boden und Klima den Anbau der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen beeinflussen. Die Anzahl der im Kreise gehaltenen

Pferde

ist gegenüber der Vorkriegszeit wesentlich gestiegen. Am 1. Dezember 1925 wurden 4783 Pferde gezählt. Leider ist das Anwachsen der in der Landwirtschaft gehaltenen Pferde nicht auf einen größeren Wohl⸗ stand derselben gegenüber der Vorkriegszeit zurück⸗ zuführen. Wir wissen, daß das Gegenteil der Fall ist. Viele, insbesondere auch kleinere Landwirte, haben sich, durch die billigen Ankaufspreise der Demobilmachungspferde verlockt, Pferde zugelegt, die sie auch heute noch zum Schaden ihrer Viehzucht und der Rentabilität ihres Betriebes halten. Wenn diese Pferde abgängig geworden sind, dann werden auch die Pferdebestände wieder auf den normalen Stand der Vorkriegszeit zurückgehen. Bei der Herkunft dieser Pferde von den verschiedensten Kriegsschauplätzen kann es nicht wunder nehmen, daß die Mehrzahl der gehaltenen Pferde nur Ar⸗ beitstiere ohne jeglichen züchterischen Wert sind, die den verschiedensten Rassen angehören. An⸗

dererseits gibt es auch erfreulicherweise wieder eine große Anzahl hervorragender Zuchtstuten des Belgier und Oldenburger Schlages, wovon man sich am besten gelegentlich der Prämiierungen auf

den im Frühjahr und im Herbst stattfindendetz

Pferdemärkten in Gießen überzeugen tannGe Wie in der ganzen Provinz, so geht es auch miInh der Pferdezucht im Kreise Gießen wieder Dergauffäh Der hessische Staat unterhält im Kreise zwoDie Hengststationen in Lich und Grünberg. Dami⸗ geri das Landgestüt in seinem derzeitigen Umfange euder⸗ halten werden kann, ist es dringend erwünscht bes⸗ daß die Landwirte ihre guten Stuten in größerchia Zahl, wie seither, den Hengsten zuführen.*.

Die Rindviehzucht

hat sich von den Schädigungen der Kriegs⸗ unbat Nachkriegszeit immer noch nicht ganz erholt. W den doch am 1. Dezember 1913 34691 Stück gezählh 6 während nach der Zählung vom 1. Dezember 192 Ahert nur 31208 Stück im Kreise gehalten wurdenst Er Insbesondere hat auch das gehaltene Jungvie25 den Stand der Vorkriegszeit noch nicht erreichs 95 was darauf zurückzuführen ist, daß viele Landwirte ihre Viehwirtschaft insofern umgestellt haben, a sie heute an Stelle der früher betriebenen Viehzuche Viehhaltung mit dem Hauptzweck des Frischmiltt verkaufs betreiben. Diese Umstellung ist deswegeln verständlich, weil bei den verschiedenen Mißernt 105

der letzten Jahre die Milchgroschen fast die einzih die Einnahme vieler landwirtschaftlichen Betriebe wo ren, mit welchen sich der Landwirt über die schwerehen Zeiten hinweghalf. Die größeren Güter haltelzze ausschließlich Niederungsvieh, das sie auch zunt. urt größten Teil selbst züchten. In den bänerlchetgn Betrieben herrscht das hessische Fleckvieh in dest der günstigeren Teilen des Kreises vor, die lage art von Gießen, die Orte an der Bahnlinie Gießen W Grünberg und die Umgebung von Grünberg halte ze

zum großen Teil Vogelsberger Vieh. Dulgemehfen läßt sich beobachten, daß in den geringeren Sacehnt des Kreises erfreulicherweise das alte, bodene ständige LngePercler Vieh wieder im Russtazuc begriffen ist. In den beiden Hauptzuchtorten fil Ane Fleckvieh, Ober⸗Hörgern und Langsdorf, unterhüSt der Landwirtschaftskammer⸗Ausschuß Bullenstod 68 tionen. Entsprechend den beiden vorhandenen ich Zuchtrichtungen gibt es zwei Rinderzucht den vereine. Vorsitzender des Kreisrinderzuchtoatnie

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eins für Fleckvieh ist Regierungsrat Dr. Brausund

Gießen(Geschäftsführer: Georg Schupp, Hiehagkef st Kaiserallee 3), die Herdbuchgesellschaft für Vogel Ainfe berger steht unter Leitung von Landwirtschafti asten rat Trautmann, Direktor des Landwirtschaftt⸗

amtes in Grünb erg(Geschäftsführer: Obe sekretär Philipp vom Landwirtschaftskammer⸗Muß schuß für Oberhessen in Gießen). In das Herdbuldie für Fleckvieh sind 759 Stück, in das Herdbuch filkri Vogelsberger 588 Stück Vieh eingetragen. Unschr den Landwirten, die meist keine Weiden ntehher können, es zu ermöglichen, ihr Jungvieh zwecSie mäßig und gesund heranzuziehen, unterhält d