14 Abschnitt 1
Nebenstellenbezirks eingerichtet und führt die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer über alle Lehrlinge, die vom 1. Januar 1926 im Neben⸗ stellenbezirt in Lehre getreten sind. In Vor⸗ bereitung ist die Führung eines Handwerker⸗ registers.
In einem regelmäßigen Turnus hält der Syn⸗ dikus der Nebenstelle in den zentral gelegenen Orten seines Bezirks Sprechtage ab, um an Ort und Stelle die Handwerker in ihrem wirtschaft⸗ lichen Kampf zu unterstützen.
Den Vorsitz der Handwerkskammer⸗Nebenstelle führt der stellvertretende Vorsitzende der Hand⸗ werkskammer Darmstadt, Herr Bauunternehmer Gg. Becker in Gießen. Geschäftsführer der Neben⸗ stelle ist Herr Syndikus Rud. Röhr in Gießen.
Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zu⸗ sammenhang auch die neu eingerichtete
Gewerbeförderungsstelle.
Diese Gewerbeförderungsstelle, die in Form einer Betriebsberatung neben wissenschaftlichen Ar⸗ beiten auf dem Gebiete der rationellen Betriebs⸗ führung im Handwerk jedem handwerklichen Be⸗ triebe Rat und Auskunft geben will, kann zur Be⸗ nutzung nur empfohlen werden. Wie oft werden in Handwerksbetrieben Neuanlagen in der Werk⸗ statt, den Verkaufsräumen, Anschaffung neuer Maschinen, rationelle Ausnutzung vorhandener Anlagen, Umbauten u. dgl. mehr vorgenommen. Wie oft trägt sich ein Meister, ein junger Anfänger oder ein tüchtiger Meistersohn mit Plänen, seinen Betrieb modern umzugestalten, eigene Ideen in die Praxis umzusetzen, seinen Betrieb rentabler zu gestalten, zu vergrößern oder irgendeinen anderen Produktionszweig aufzunehmen.
Für all diese Fälle will die unter Leitung des Herrn Gewerbeschulrats Dipl.⸗Ing. Dr. Bün⸗ nings stehende Gewerbeförderungs⸗ und Be⸗ triebsberatungsstelle der Hessischen Handwerks⸗ kammer Rat und Hilfe erteilen.
Auf diese Weise läßt sich das nachstehende Pro⸗ gramm in engster Verbindung mit dem Handwerk
erfüllen: 1. Betrieb. Betriebsorganisation: Betriebs⸗ aufnahmen, Umstellung von Betrieben, Ver⸗
besserung der betriebstechnischen Einrichtungen, Materialbeschaffung, Materialuntersuchungen, Ab⸗ satzmöglichkeiten, Unterlagen für Kalkulation, Re⸗
klame, Ausstellungen. 2. Berufsausbildung. Berufsberatungen (hier Gemeinschaftsarbeit mit den Berufsämtern). Lehrgänge für die praktische Lehrlings⸗
ausbildung;
Fachkurse, Fachschulen;
Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung; Prüfungsordnung für die Gesellen⸗ und Meisterprüfungen nach Einzelberufen.
3. Vortragswesen. ö
4. Kaufmännische Betriebsführung. Hik Zusammenarbeit mit den Buchstellen der Han werkskammer⸗Nebenstellen.
5. Musterschutz- und Patentwesen. B ratung und Verwendung. ö
Neben diesen Einrichtungen bilden die
Fachschulen
einen wichtigen Faktor auf dem Gebiet der 60
werbeförderung. Das Bestreben einer neuzeitli geleiteten Fachschule muß das sein, möglich vielen Handwerkszweigen in tunlichst kurzer Ze eine theoretisch⸗praͤktische Weiterbildung mit del Ziel der Befähigung zur Ablegung der Meiste prüfung zu vermitteln. Nach diesem Grundse arbeitend, hat sich die ehemalige Gewerbeschule Gießen mit ihrer dreisemestrigen Bauabteilung 3 einer Gewerbe⸗ und Maschinenbauschul entwickelt, die sich in folgende Abteilungen gliede und hier eine fachliche Ausbildung nicht unn theoretischer, sondern auch praktischer Natur dun Unterricht in den Lehrwerkstätten möglich mach Maschinenbauschule Elektrikerfachschule
Bauabteilung
Schreinerfachschule
Malerfachschule
Abteilung für Kunsthandwerker Schuhmacherfachschule
Keramische Versuchswerkstätte mit Töpferfachschule.
Daß durch diese Einrichtungen eine wesentlich⸗ Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeit geschaffen wurde, geht aus der Tatsache hervor, daß dit Gießener Anstalt mit einer Jahresfrequenz vol etwa 600 Vollschülern und etwa 300 Kursisten i. größte technische Anstalt ganz Hessens ist, dah kommt noch die Abteilung der Berufsschulen m etwa 900 Schülern.
Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, 0 das Handwerk über Einrichtungen verfügt, der Benutzung es in den Stand setzt, die Ausbildu so zu vertiefen, daß es im Wirtschaftskampf ein di⸗ anderen ebenbürtiger Gegner wird.
Das Handwerk in Stadt und Landkreis Gießel ist wie folgt organisiert: ö
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Gießen⸗Stadt.
Ortsgewerbeverein Gießen. Vorsitzender: P Dr. Krausmüller, Gießen. ö
Bäckerinnung Gießen. Obermeister: W. Löb Gießen. ö
Verband baugewerkl. Unternehmer. Vorsitzend“ Gg. Becker, Gießen.
Vereinigung der Elektro⸗Installateure. Oberm ster: K. W. Schmidt, Gießen.
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AHAR


