Jahrgang 
1927
Seite
13
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Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 13

Henaaner Mittelstand nicht spurlos vorüber ge⸗ des gen ist, beweist am deutlichsten die Statistik Heshafttar 1907, die für die einzelnen Berufe als Zie 5 55 angibt: Gärtnerei 232 Personen; Suene 215 Personen; Grobschmiede 150 Per⸗ sonen: chlosser 731 Personen; Maschinen 676 Per⸗ donen: Bäcker 411 Personen; Metzger 421 Per⸗ Tabat Mälzerei und Brauerei 318 Personen; eeinn 594 Personen; Schneider und Schnei⸗ erso en 773 Personen; Bauunternehmung 1193 32 R.: Tüncher 312 Personen; Schuhmacher ö Personen; Zimmerer 32 Personen. Nach der

B Giez.szählung vom gleichen Jahr befinden sich in

Karnt 8616 männliche und 2134 weibliche, ins⸗ also w10750 Gewerbetreibende. Dem stand 729Jahre 1829 eine Gesamteinwohnerzahl von leh eben gegenüber. Rander8 Entwicklung in doch verhältnismäßig mhen vun Nicht in letzter Linie ist dies Empor⸗ Tätigkef on Handwerk und Gewerbe auf die rege gkeit des bereits im Jahre 1840 gegründeten

Gießener Ortsgewerbevereins

zurückn Gewerolabnen. In der Erkenntnis, daß der junge etwas T reibende nur dann vorwärts kommen und der W it n leisten kann, wenn er draußen in kennen fremde Arbeitsweisen und Methoden 31 Derwens. um das Gute und Praktische für sich sprechend n beschloß der hiesige Verein, ent⸗ Reisesti einem Antrag von Justus von Liebig, werkern d1e dd, festzusetzen, damit jungen Hand⸗ verschafft 1o, Möglichkeit zu Reisen ins Ausland

strien Wühuche e um sich in den dortigen Indu⸗

rtsge ihren Beit dieser

alle sehen tbetreibender dem Verein fernsteht,

Inter auf die len. Seine Tätigkeit blieb aber nicht allein

48 a größe

i 35 d des Kreises schlossen sich nach dem lichen ew orbild die Gewerbetreibenden in ört⸗ liche, wirts erbevereinen zusammen. Nicht klein⸗ sondern chaftliche Rücksichten waren maßgebend, land Worterle. war der Gedanke:Dem Vater⸗

ereini Wae zu bringen. An der Spitze dieser

hunen ugen standen und stehen entweder freudigkeit er Praxis, die aus Verantwortungs⸗ kraft dem65 Erfahrungen und ihre Arbeits⸗ oder Pe Allgemeinwohl zur Verfügung stellen, im öffentlinlichkeiten, die in jahrelanger Arbeit erkannt Haben Leben den Wert des Mittelstandes

aben und die in ihm ruhenden Kräfte egen und heben wollen. ö

Wie diese Ortsgewerbevereine, so haben auch die

Innungen

in der Stadt und im Kreise im weitesten Ausmaße dazu beigetragen, das wirtschaftliche Leben zu heben. Die Innungen waren und sind die Kampf⸗ und Verteidigungsorganisationen des Handwerks gegen eine immer weiter um sich greifende Ver⸗ kapitalisierung und Vergesellschaftung der gewerb⸗ lichen Betriebe. Hier herrscht die Eintönigkeit der Norm und der Materialismus der Spekulation auf die augenblickliche Konjunktur und ihre bestmögliche Ausnutzung. Dort ist die eigene Tüchtigkeit, das eigene Können und die Fähigkeit, sich den jeweili⸗ gen Wünschen des Käufers anzupassen, maßgebend. In den Innungen ringt das Handwerk um seine Existenz getreu dem Leitspruch: Einigkeit macht stark.

Ein alter Wunsch des gesamten Handwerker⸗ standes ging in Erfüllung, als sich die Hessische Handwerkskammer entschloß, im Januar 1926 auch in Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach eine

Handwerkskammer⸗RNebenstelle

zu errichten mit dem Ziel, dem einzelnen Hand⸗ werker in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit mit Rat und Unterstützung zur Seite zu stehen und zu sorgen, daß auch im Handwerk ein gesunder, tüchtiger Nachwuchs herangezogen wird, der das Erbe der Väter nicht nur zu halten, sondern auch weiter auszubauen versteht. Die Inanspruchnahme dieser Stelle nimmt einen immer größeren Um⸗ fang an.

In welchem Ausmaße die Handwerkskammer⸗ Nebenstelle in Gießen in der Zeit vom 1. Januar 1926 bis 1. April 1927 in Anspruch genommen wurde, geht daraus hervor, daß die Zahl der er⸗ teilten Beratungen im gesamten Bezirk sich von Vierteljahr zu Vierteljahr verdoppelt hat. Die Beratungen erstrecken sich in erster Linie auf nach⸗ stehende Angelegenheiten:

Rechts⸗, Aufwertungs⸗ und Steuerfragen, Fragen des Lehrlings⸗, Gesellen⸗ und Meister⸗ wesens, Schlichtungs⸗, Schieds⸗ und Gütever⸗ fahren, Rechnungsprüfungen und Sachverstän⸗ digengutachten, Sicherung von Bauforderungen, Mahn⸗ und Beitreibungsverfahren, Kredit⸗ und Genossenschaftsfragen, Kranken⸗, Unfall⸗, In⸗ validitäts⸗-, sowie Erwerbslosenfürsorgefragen, Lehrstellenvermittlung, Wohnungs⸗ und Miet⸗ angelegenheiten, Organisations⸗ und Vortrags⸗ wesen, Musterschutz und Patentangelegenheiten in Verbindung mit der Gewerbeförderungsstelle, Buchführungsangelegenheiten usw.

Die Handwerlskammer⸗Nebestnelle hat eine

Kartothek aller seit Einrichtung der Meisterprüfung 3

im Jahre 1902 geprüften Handwerksmeister ihres