Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 9
auf ben uheh von Feldgrauen vermehrt, alles, was 0 en Weltkrieg Bezug hat, eine Sammlung von n geld und von Kriegsauszeichnungen. Die soll die(rrs wird noch weiter vervollständigt und Ged die Erinnerung an den großen Krieg und das ächtnis unserer Gefallenen ehren und pflegen.
Kunstsammlung und Gustav⸗Bock⸗Stiftungen.
hesise Kunstsammlung, ursprünglich als Galerie
Bodt her Künstler gedacht, ist durch die von Gustav
gestistete Gedächtnis seines gefallenen Sohnes
2—— ete Sammlung von Gemälden und Proben
darn erschiedenartigsten Malerei bereichert worden, nter Namen von höchstem Klange.
Gießener Bau⸗ und Kunstdenkmäler.
Den künstlerischen Charakter Gießens bestimmen, forgender Umfang, Bedeutung sehr verschieden, die und Nac Faktoren: Die Festung, deren Anlage simmte zirtung das Stadtbild wesentlich be⸗ 23665 ‚. bis die Anlage der Eisenbahn es— und sem 230 ungeschickte Anlage ästhetisch sehr zu Festun achteil— neuzeitlich veränderte. Für die Oude und die Residenz, die in der sicheren Festung für 816 1 in Kriegszeiten der Fürst aufschlug, und geschaff niversität wurden Monumentalbauten einmal en. Monumentalbauten in Stein; nur Baustoffe. Monumentalbau im urtümlich deutschen nur Bau dem Holz, dem Stoffe, in dem wir sonst ehen awn des Bürger⸗ und Bauerntums zu der Tat ohnt sind. Dafür aber ist nun auch in zu großr ieses eine Beispiel des durch Fürstenwillen werkh auses. dartatwer Wirkung gesteigerten Fach⸗ mütig en„das neue Schloß Philipp des Groß⸗ anz einzig in der deutschen Kunstgeschichte. Faktoren ist 8 nur im Vergleich zu diesen anderen geistigen 5 in Gießen die künstlerische Wirkung der größten Wirdmacht, die überall wo anders die er verba irkungen gezeugt hat, der Kirche: Von uten alten gotischen Pankratiuskirche ist
irche selb urm übergeblieben, an der Stelle der Neubar steht der nicht uninteressante Moller⸗ er Grieseb in strengen klassizistischen Formen. Formen sr achsche Bau der Johanneskirche in seiner Luistehn e Renaissance steht uns in das EGaene a wohl noch zu nahe, als daß wir könnten: Die des Baumeisters stark empfinden vielleicht, daß spätere Geschlechter es tun.
Mon
Das.ebaude in Stein und Fachwerk. am Drandaln Philipps des Großmütigen hunder 10 begonnen, Anfang des 20.Jahr⸗ (ursprün licz derhergestellt Untergeschoß Bruchstein wuchtigen ich verputzt), Obergeschoß Fachwerk mit men Wnechesnnh Eckverstrebungen. Kraftvolle For⸗ von Alsfeld ssijcher Art, wie sie in den Rathäusern
und Schotten vorgebildet, hier mit den
n
schönen Ecktürmchen und dem breiträumigen Treppenturm für den besonderen Zweck des breit⸗ gelagerten Fürstenbaues reif entwickelt sind.
Das Zeughaus 1585 für die Artillerie und die Handwaffenvorräte der hessischen Landgrafen in Bruchstein erbaut, ursprünglich verputzt und bemalt in den Formen der deutschen Renaissance mit spitz ausgezogenen Schneckengiebeln.
Fachwerkbauten.
Das Rathaus am Markt. Verhältnismäßig kleiner und darum zierlich wirkender Bau, der ursprünglich freistand, so daß die offene Markthalle des steinernen Erdgeschosses hell beleuchtet war. Aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, 1900 wiederhergestellt. Am Fachwerkobergeschoß zeugt der Schmuck der Rosetten, über Ständerfuß und Fußbänder hinweggezogen, von niedersächsischem Einfluß, der von Norden, von Marburg her in dieses Grenzland zwischen Nord⸗ und Süddeutsch⸗ land einströmt. Interessant ist die Konstruktion der hölzernen Pfeilerbündel, die die Decke der Erd⸗ geschoß⸗Halle tragen. ö
Das Leibsche Haus, Kirchstraße 2, ein altes Burgmannenhaus, gehört zu den ältesten, und — es darf auch gleich gesagt werden— kunsthisto⸗ risch bedeutendsten deutschen Fachwerkbauten. Von seinem hohen Alter zeugen Besonderheiten der Konstruktion, die an jene des ältesten bekannten deutschen Fachwerkhauses erinnern, des Hauses von etwa 1320, das Carl Schäfer, der größte Kenner dieser deutschen Sonderart der Kunst im nahen Marburg entdeckte: Die freie Endigung des Pfostens an der Ecke, die noch befangene Ecklösung im Auf⸗ bau, vor allem die lang herunterreichenden Kon⸗ solen unter den stark vorgekragten Balkenköpfen, die dem gotisch hochgiebeligen Bau die künstlerisch stärkste Gliederung geben, das sind die Haupt⸗ merkmale der frühsten Entstehung. Das Innere ist vielsach umgebaut; von großen saalartigen Ein⸗ räumen zeugen die neuerdings zu Tage gewesenen Bündelpfeiler, die die Unterzüge trugen. Ihre spätgotische Form ist wohl später als der Außenbau anzusetzen.
Das Bettesche Haus an der Mäusburg fällt auf durch seine hohe gotische Erscheinung in kühner Konstruktion der vorgekragten Stockwerle mit der interessanten Ecklösung auf drei Konsolen.
Kann man die bisher besprochenen Fachwerk⸗ bauten noch als gotisch bezeichnen, mit Ausnahme des neuen Schlosses, in dem die Gesamtabsicht des Bauherrn schon weiter zur Renaissance hin ent⸗ wickelt erscheint, so muß man die folgenden Bau⸗ werke, die alle der ersten Hälfte des 17. Jahr⸗ hunderts entstammen, also kurz vor und in dem
Dreißigjährigen Kriege entstanden sind, der Ree
naissance und einem eigentümlich deutschen frühen Barock zurechnen. ö


