Jahrgang 
1927
Seite
7
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Miitbür

R.

Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 7

Iahrrelurte von denen der erstere noch vor wenigen ö Dral sichtbar war, weisen darauf hin.

die älteste Stadt hat wohl nur zwei Tore gehabt, Iund die ddforte(heute verballhornt inWalltor) Ecke 96 Selterser Pforte. Das Walltor ist an der zu su che Einhorns am Eingang zum Lindenplatz an dief en. Außer den starken Grundmauern, die der Ing Stelle gefunden worden sind, nötigt auch führt n Hauptstraße, der immer durch die Tore dieser ud in Gießen niemals verlegt worden ist, zu

Recht Annahme. Das Selterstor suchte man mit

ö am der Mäusburg, aber vermutlich hat es getantelic an dem Plätzchen an der Wettergasse gasse ba und ist erst im Jahre 1325 an die Ritter⸗ überall orgeschoben worden. Wenn man nicht kann Reste der ältesten Ringmauer feststellen Errichtn ist zu bedenken, daß ihr Material bei der gefunden der zweiten Ringmauer Verwendung ist die 6 haben wird. Hier an der Wettergasse aber auffälli n sich unmotivierte Erweiterung der Gasse bauten 3und wohl auf alte, später beseitigte Tor⸗ 1 zurückzuführen.

sehr fl Wergrößerung der bis dahin immer noch zweiten Rin Stadt war mit der Errichtung der gekommen amauer natürlich nicht zum Stillstand festigun n, aber eine dritte Erweiterung der Be⸗ statt. Wodndters durch Philipp den Großmütigen auf ihren ahin saßen die Zugezogenen ungeschützt werke Höfen. Bis zur Anlage der Festungs⸗ Kaplansgaten der Neue Weg, das Kreuz, die Bahnhofst sse, der Reichensand, der einen Teil der nd bildet, die Wetzstein⸗, Zozels⸗,/ Hunds⸗

ie Gassein der Sonne, deren bezeich⸗ amen man törichterweise inSonnen⸗

verwandelt hat, entstanden sein. Alle

n gelegenen merhalb der späteren Festungswälle

wurden Buete nach diesen hinziehenden Straßen Die F est deren Errichtung gebaut. Jahre 153fungswerke, die Landgraf Philipp im einem Gürt 8 uen ließ, umspannten die Stadt mit Rand der8 der heute noch durch den inneren benannten 2 leider nach den Himmelsrichtungen Sie bestand nlagen ziemlich genau bezeichnet wird. mit grün 110 aus Wall und breitem Graben. Der mauert und Rasen bedeckte Erdwall war unter⸗ Abständ hatte Kasematten. In regelmäßigen

ö e ö es auf Den bann Außenwerke angeordnet, wie man

bekannten D ri

d ten Darstellungen von Merian

0 721 deutlich sieht. Die älteren unserer

bedeckten Sch aman⸗ sich noch der mit üppigem Grün Festungsgl al3. l die von derSchur, dem alten

graben is, aus auf Stegen über denSchur⸗

und an

ö inü * verschwunden er zu erreichen waren. Sie sind

b und mit ihnen sind intime malerische 0 r Tden vernichtet worden. Spärliche Westanla erke finden sich noch in Gärten an Brauerei age und an der Denninghoffschen wo die Walltorschanze noch an den

Abzweigungen des Grabens erkennbar ist. Die Aliceschule an der Kirchstraße steht auf einer Schanze, die man um sie herum sorgsam abgetragen hat, und auch die Erhöhung, auf der sich das Stadt⸗ theater erhebt, ist der Rest einer Befestigung, die das Neuenweger Tor schützen sollte.

Die vier Tore der Festung lagen ein ziemliches Stück hinter den heutigen Torhäuschen, die am äußersten Ende der ehemaligen Torbastionen nach Schleifung der Werke erbaut wurden. So hat das Selterstor an der Wolkengasse gestanden, das Neu⸗ städter am Oswaldsgarten, das Walltor etwa am Oppenheimerschen Haus und das Neuenweger Tor am Gebäude der Darmstädter Bank. Alle mit Aus⸗ nahme des Walltors hatten schöne Türme, wie sie uns die Bilder von Dilich und Merian überein⸗ stimmend zeigen. Zusammen mit der alten Stadt⸗ pforte von 1325, dem Stadtkirchturm und der Stern⸗ warte des in den dreißiger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts abgerissenen Universitätsgebäudes am Brand, verliehen diese Türme unserem Stadtbild einstmals ein ganz anderes Aussehen, als es die Ansichten aus der späteren Zeit bieten. Nichts ver⸗ mag den Anblick einer Stadt mehr zu beleben und seine Schönheit mehr zu heben als Türme und Wasser. Ein banausisches Zeitalter hat sich ver⸗ schworen, unsere Stadt beider zu berauben. Wäre es anders, wieviel schöner und erhebender wäre ein Gang durch das historische Gießen.

Das Oberhessische Museum. Nach Kramer und Helmke.

Die Hauptbedeutung dieses Museums, die seinen nicht geringen wissenschaftlichen Ruf begründet, liegt in den

vorgeschichtlichen Sammlungen.

Sie zeigen die Ergebnisse zahlreicher Ausgrabungen aus dem an Denkmälern der Vorzeit so unendlich reichen Boden der näheren und weiteren Umgebung Gießens(insbesondere der Kreise Gießen, Schotten, Lauterbach). Die erfolgreichsten unter den Gra⸗ bungen, deren Ergebnisse im Museum ausgestellt sind, sind die folgenden, die nach den Berichten der Museumsdirektion angeführt werden:

1. Eberstadt(Kr. Gießen): Untersuchung eines steinzeitlichen Dorfes. Gräber aller Perioden bis zur fränkischen.

2. Gießen: Der Exerzierplatz(Trieb) diente von der Stein-⸗bis in die entwickelte fränkische Zeit hinein als Gräberfeld. Hier fanden sich Hügel⸗ und Flachgräber, darin Skelett⸗ und Brandbestattungen. Eine hervorragende wissenschaftliche Ausbeute ließ sich ermöglichen. Im Gießener Stadtwald, Distrikt Sandberg, an der Straße GießenRöd⸗ gen, fand man Steinwerkzeuge, eine Wohngrube