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birgt den kürzlich gebildeten Grundstock zu
An dem
einem ethnographischen Museum. ist
gegenüberliegenden Regierungsgebäude
eine Gedenktafel für den Freiherrn Re⸗
natus, Karl von Senckenberg, Ge⸗ lehrten und Wohltäter, errichtet, der dort gewohnt hat. Das Haus Sonnenstraße 6, eines der ältesten Häuser der Stadt und durch
seine Holzarchitektur und eine schöne Laube
an der Hofseite ausgezeichnet, ist das Geburts— haus des als Vollschriftsteller unter dem Namen O. Glaubrecht bekannten Pfarrers Rudolf Oeser(1807— 1859). Eine am 50. Todestage Oesers an dem Hause angebrachte Gedenktafel gibt davon Kunde. Das Eckhaus Sonnenstraße 15trägt eine Tafel zur Erinnerung daran, daß es Ludw. Friedr. Jul. Höpf— ner, Professor der Rechte und Freund Goethes, beherbergte. In dem Hause Neuen Bäue 9 ist Julius Dietz, der Begründer der romanischen Philologie, geboren, was eben— falls durch eine Tafel kenntlich gemacht ist. Das Haus West-Anlage7 trägt eine Gedenk⸗
tafel für den hervorragenden Philosophen
und Schriftsteller Karl Hillebrand, der
dort am 17. September 1829 geboren ist, und
eine Tafel am Hause Frankfurter Straße 11 zeigt an, daß der Professor der Theologie C. A. Credner dort von 1832— 1857 ge— wohnt hat. Zu Ehren des 1904 verstorbenen Professors Riegel ist ihm in den Anlagen vor der Klinik ein Denkstein gesetzt worden. Schließlich sei noch bemerkt, daß die 1859 gepflanzte Schillereiche auf dem Lutherberge am 12. November 1905 durch einen Schiller— stein gekennzeichnet worden ist. Das jüngste Denhmal ist der im Sommer 1912 von der Turnerschaft an der Gabelung der Garten— und Bergstraße errichtete Jahngedenlstein. Friedhöfe. Der alte Friedhof, am Nahrungsberg gelegen, gewährt eine präch— tige Aussicht auf Stadt und Umgebung. Er enthält viele interessante alte und neuere Grab-Denkmäler. Seit dem 1. Juli 1903 wird er nur noch für Beerdigungen in Familienbegräbnissen benutzt. Der gleich— falls schön gelegene neue Friedhof am Rodberge erforderte zur Gesamtanlage zirka 300 000 Mk. Er ist am 1. Juli 1903 er⸗ öffnet worden, besitzt eine große Kapelle mit Leichenhalle für Protestanten und Katholiken,
sowie eine besondere Leichenhalle für Israe⸗
liten. Die Statuten und Tarife siehe Seite 349. Kirchen und Synagogen. Die vor mehreren Jahren umgebaute Stadtkirche auf dem
Kirchenplatze wurde an Stelle der alten, 1520
geweihten Pankratiuskirche im Empire— Stile errichtet und 1821 eingeweiht. Der von ihr getrennt stehende Turm gehörte noch zur Pankratiuskirche, sein Bau ist 1484 begonnen worden.
Anlage steht die von und
Grisebach
An der Süd⸗
Dinklage für 220 000 Mark erbaute Johanneskirche, die am 30. November 1893 eingeweiht wurde. Inmitten der Anlagen kommt dieser schlanke Bau vor— teilhaft zur Geltung. Auf dem alten Fried— hofe befindet sich eine kleine Kirche, 1625 von Johannes Ebel zum Hirsch erbaut, die in ihrer schlichten Bauart, mit ihren Galerien, den vielen Grabsteinen und Gedenktafeln, den bemalten hölzernen Standbildern Gießener
Theologen sehr stimmungsvoll wirkt. Die alte einfache, 1840 errichtete katho— lische Kirche ist an der Ecke der
Frankfurter und Liebigstraße erhöht gelegen. Das Gebäude ist für die katholische Gemeinde jetzt zu klein und durch eine neue Kirche er— setzt, von der vorläufig nur Chor, Quer— schiff und ein Joch des Langschiffes vollendet ist, während drei weitere Langschiffjoche und die Türme später errichtet werden. Die erste Bauperiode des in spätgotischem Stil nach Plänen des Architekten L. Becker in Mainz er— richteten Baues begann 1902 und endete 1905. Die Synagoge der israel. Religions- gemeinde(Süd⸗Anlage 2) ist ein ganz würdiger Bau. Schlichter wirkt die 1900. vollendete Synagoge der israel. Reli— gionsgesellschaft(Steinstraße 8). Lehranstalten. Die feierliche Eröffnung der Landesuniversität erfolgte am 7.Ok⸗ tober 1607. Das neue Universitätsgebäude, Kollegienhaus(Ludwigstraße 23), wurde 1880 eingeweiht und bezogen. Seitlich davon (Ludwigstraße 21) befindet sich das 1888 er— richtete, modern ausgestattete chemische Ca— boratorium. Hinter dem Kollegiengebäude (Goethestraße 55) liegt der imposante, 1901 eröffnete rote Backsteinbau mit den vorzüglich eingerichteten Instituten, dem physikali— schen Institut und physikalisch-chemi— schen Laboratorium. Zwischen Kollegien— haus und den physikalischen Instituten ist für eine neue größere, etwa 800 Personen fassende Aula von Reg.⸗Baumeister Frey ein besonderes Gebäude in Barockstil errichtet. Zum ersten Festahnte gelegentlich der dritten Zentenar— feier der Landes-Universität wurde diese Aula zuerst benutzt. Fast alle medizinischen Institute befinden sich, neuzeitlich eingerichtet, auf dem Seltersberge hinter der Frank— furter Straße, einen kleinen Stadtteil für sich bildend. Die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten(Frankfurter Straße 99 und 111) ist nach Pavillon⸗— system 1894- 96 errichtet, das hygienische Institut(Frankfurter Straße 101) 1897. Davor(Klinikstraße 32) liegen Frauen⸗ klinik, medizinische Klinik und patho⸗ logisches Institut. Die mit allen modernen Einrichtungen versehenen Neubauten der chirurgischen Klinik(Klinikstr.) und der Augenklinik(Friedrichstr.) sind im Herbst


