VI. Zur Geſchichte der Anſtalt. Schuljahr 1914/15.
Beginn: Montag, 19. 4. 14; Schluß: 27. 3. 15. 1) Perſonalangelegenheiten(Vergl. auch Nr. 2.) Durch Allerhöchſte Dekrete wurden
Herr Lehramtsaſſeſſor Ludwig Colin am 21. 3. 14 zum Oberlehrer, der Unterzeichnete vom 1. 4. 14 an zum Direktor der Realſchule ernannt. Die Herren Lehrer S. Schwarz, A Winter und G. Schaffnit erhielten vom 1. 4. 14 an den Titel Reallehrer.
Herr Lehramtsaſſeſſor Theodor Walger wurde vom 20. 4. 14 ab mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Großh. Goetheſchule(Realſchule) zu Neu⸗Iſenburg beauftragt. Am gleichen Tage trat Herr Lehramtsreferendar Karl Heinemann zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes in das Kollegium ein. Er übernahm vom 20. 8. 14 an die Verwaltung einer Lehrerſtelle zur Vertretung der Herren Oberlehrer Dr. Heymann und Weide und wurde am 1. 10. 14 zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.
Der Unterzeichnete war in den Sommerferien beurlaubt, nahm aber den Dienſt am 1. 8. 14 wieder auf. Die Vertretung hatte Herr Prof. Walger gütigſt übernommen.
Zur Vertretung des Herrn Reallehrer Winter wurde vom 27. 8. 14 an Frl. Luiſe Aßmus aus Oppenheim hierher berufen und blieb auch nach Ablauf der Vertretung hier beſchäftigt.
Da der Handarbeitsunterricht der Mädchen vom 1. 4. 14 an wegfiel, ſchied Frl. Anna Haas aus dem Kollegium aus.
Durch Min.«Verfügung vom 25. 7. 14 wurde Herr Gemeindeeinnehmer Georg Endner als Rechner der Realſchule beſtätigt.
2) Kriegseinwirkungen. a) Durchführung des Unterrichts. Der Schulanfang nach den Sommerferien erfolgte rechtzeitig. Am 3. 8. 14 wurde Herr Oberlehrer Dr. Heymann, am 5. 8. 14 Herr Oberlehrer Weide einberufen. Am 17. 8. 14 folgte Herr Reallehrer Schaffnit und am 24. 8. 14 Herr Reallehrer Winter. Vom 20. 8. 14 an konnte wieder nach einem feſten, freilich ſtark gekürzten Stundenplan gearbeitet werden, da für Herrn Winter Vertretung in ſicherer Ausſicht ſtand. Willkommene Hilfe in der Not boten uns Herr Lehramtsreferendar Dr. Hans Medert, dem durch Min.⸗Verf. vom 9. 9. 14 geſtattet wurde, ſich bis zu ſeiner Einberufung zum Heere hier(26. 8.—26. 10. 14) zu beſchäftigen, und unſere frühere Schülerin Frl. stud. phil. Erna Diehl, die als freiwillige Helferin wöchentlich 4 Std. in V.(17. 8.—24. 10. 14) übernahm. Wir danken auch hier nochmals beſtens.
Als am 4. 9. 14 Herr Schaffnit infolge Erkrankung aus dem Heeresdienſte vorläufig entlaſſen wurde, mußte wieder eine Stundenplanänderung vorgenommen werden. Dieſer zweite Kriegsſtundenplan konnte, was wir damals nicht zu hoffen wagten, bis zum 1. 2. 15 durch⸗ geführt werden. Kleine AÄnderungen freilich wurden nötig durch die Einberufung der Herren Lehrer Landzettel am 5. 9. und Dr. Medert am 26. 10. ſowie durch das Ausſcheiden von Frl. Diehl am 24. 10. 14.
Als Herr Winter, der nach ſeiner am 13. 11. 14 krankheitshalber erfolgten Entlaſſung aus dem Heeresdienſte zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit bis zum 31. 1. 15 beurlaubt werden mußte, am 1. 2. 15 ſeine Lehrtätigkeit in beſchränktem Maße wieder aufnehmen konnte, trat der dritte Kriegsſtundenplan in Kraft, der noch bis heute beſteht und nur noch wenige Einſchränkungen gegen den Friedensplan aufweiſt.
Am 17. 8 14 waren die Herren Schaffnit und Winter, am 19. 9. 14 die Herren Dr. Medert und Schaffnit, am 17. 10. 14 Herr Heinemann, am 20. 10. 14 Herr Schaffnit, am 12. 2. 15 Herr Oberlehrer Colin zu Muſterungen befohlen. Am 18. 1. 15 mußte Herr Schaffnit wieder einem Geſtellungsbefehl Folge leiſten, wurde aber auf Unabkömmlichkeits⸗Zeugnis hin bis 31. 3. 15 entlaſſen.


