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Was aber die Art der Tagesarbeit des Zöglings angeht, so muss dieser von Anbeginn daran gewöhnt werden, sein Schaffen als seinen eigensten Beruf zu erkennen. Darum gehe er mit festem Willen und gespannter Aufmerksamkeiit an sein Werk, unbekümmert um das, was um ihr her geschieht— nach Möglichkeit sollte freilich jede Störung von aussen her von ihm ferngehalten werden. Ebenso ist für gute Be- leuchtung, Erwärmung und Lüftung des Zimmers zu sorgen. Ein Hinbrüten über den Büchern wirkt länmend auf die Seele ein, die Kraft muss schwinden, ehe sie noch segensreich verwertet ist. Beim rechten Gebrauch des Verstandes und des Willens zur Tat wird bald die Zeit zur freien Betätigung in Sport und Spiel erübrigt und die Liebe zum naturfrohen Wandern geweckt werden, sodass der Organismus wohl gestärkt und frisch sein neues Tagewerk beginnen kann.
Bei schwächlichen oder durchaus unbegabten Kindern ist frühzeitig der Rat des Arztes einzuholen, damit dann Hand in Hand mit dem Lehrer entschieden werden kann, ob nicht ein weiteres Verbleiben auf der höheren Schule schliesslich allen Beteiligten, und in erster Hinsicht dem Kinde selbst, zu schwerem Nachteil gereicht.
Diese und ähnliche Erwägungen sollten ohne jegliche Voreingenommenheit und im gegenseitigen Ver- trauen zwischen Schule und Haus verhandelt werden, wobei das etwa vorhergegangene Urteil des Kindes mit der erforderlichen Vorsicht aufzunehmen ist. 7.
Welche höhere Schulgattung wohl die beste sei, ist eine völlig müssige Frage, wenn man bedenkt, dass eine jede durch die Gewähr gleichartiger Lehrkräfte ihre eigenen Kulturaufgaben zielbewusst verfolgt und dass letzten Endes nur Persönlichkeitswerte dauernde Geltung beanspruchen dürfen. Zu solchen Werten auch das Kind heranzubilden, ist segensreich und bringt Gewinn und sichert auch in Zukunft das feste Gefüge der Familie und des Staates.


