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Zur Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs hielt Ober-— lehrer Gürtler die Rede über„Die deutschen Schulen im Auslande“, zu der sich neben Ange- hörigen der Schüler auch Vertreter der städtischen Behörden eingefunden hatten, deren Teil- nahme an unseren Festlichkeiten stets mit besonderer Dankbarkeit begrüsst wird. Ein„Hoch“ auf den Landesherrn und die Verteilung der Prämien beschloss die Feier.
Am 20. und 21. März 1914 wurde den älteren Schülern durch die Freundlichkeit der Gasanstaltsleitung und des Herrn Stadtrat Schulz Gelegenheit gegeben, das städtische Gas- werk und die Anlage der Rieselfelder zu besichtigen.
Oberbürgermeister Werner, der langjährige Vertreter des Patronats der Anstalt, scheidet zum 1. April 1914 aus dem Amte In unermüdlicher Fürsorge und mit einer seltenen fach- männischen Begabung für alle Schulverwaltungsfragen hat Oberbürgermeister Werner seine Kraft in den Dienst unserer Anstalt gestellt Auch jetzt sei ihm daher der besondere Dank
der Oberrealschule dargebracht. Unsere aufrichtigen Wünsche begleiten ihn auf seinem weiteren Lebensgange.
Das Kgl. Provinzial-Schulkollegium weist in einer Verfügung vom 25. Juni 1913, Nr. IV 4775 darauf hin, dass das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den ein- jährig-freiwilligen Dienst noch nicht der Berechtigungsschein dafür selbst ist. Vielmehr muss dieser bei der zuständigen Prüfungskommission nach Einreichung des Schulzeugnisses und des Führungszeugnisses erst eingeholt werden. Er ist möxglichst früh einzufordern und muß mindestens bis zum 1. Januar des 20. Lebensjahres dem Zivilvorsitzenden der Ersatz- kommission vorgelegt sein. Am besten wird jener Berechtigungsschein unmittelbar nach Er- langung des Schulzeugnisses erbeten.
Der von den städtischen Behörden, und besonders vom Bauamt mit rastlosem und erfolgreichem Bemühen angegriffene Ausbau der Anstalt zeigt nicht nur die erforderlichen räumlichen Erweiterungen, sondern er bringt eine Fülle neuzeitlicher Einrichtungen mit sich, die in hygienischer und ästhetischer Hinsicht besondere Hervorhebung verdienen Ein vor- bildlicher biologischer Raum, physikalische und chemische Uebungszimmer für Schüler, ein Lehrer-Sprechzimmer und Aehnliches dienen gewiss zu freudiger Gemeinschaftsarbeit. Die Turnhalle erhält einen Erweiterungsbau und Linoleumbelag, ein Fernrohr mit Schutzbau dient zu astronomischen Beobachtungen, ein eingefriedigter Spielplatz ist in der Nähe der Kaserne bereitgestellt, ein botanischer Garten belebt auf dem grossen Schulhofe den Schönheitssinn ebenso wie den naturwissenschaftlichen Anschauungsunterricht. Der Blumenschmuck an der Aussenseite des Gebäudes wird vermehrt, die Bedürfnisanstalt wird aus der Mitte des Platzes beseitigt und durch einen hygienischen und stilgerechten Anbau an der Ostseite des Schul- gebäudes(Bismarckstrasse) ersetzt. Eine elektrische Beleuchtungsanlage tritt überall an Stelle des bisherigen Gaslichtes, ein elektrisches Zentralläutewerk mit mehreren Normaluhren fördert die Pünktlichkeit; der Hof wird überall neu befestigt, und im Innern des Gebäudes ist durch stark vermehrte Arbeitskräfte für mustergültige Sauberkeit gesorgt. Der Ausbau soll in den nächsten Jahren in jeder Hinsicht künstlerische Ausgestaltung erfahren, und neue Bänke und Möbel in den meisten Klassen heben den Gesamteindruck. Für alle bisherigen und weiter geplanten Bemühungen sei den städtischen Behörden nochmals der Dank der gesamten An- stalt ausgesprochen. 3
VI. Mitteilungen an die Eltern und Pensionsgeber.
1. Das neue Schuljahr beginnt Mittwoch am 15. April 1914, für Oberrealschüler um 8, für Vorschüler um 9 Uhr.
2. Die Aufnahme und Prüfung neuer Schüler findet bereits Dienstag am 14. April, d. h. unmittelbar nach dem 2. Ostertage um 8 Uhr vormittags im Schulgebäude statt. Es sind mitzu- bringen Taufschein, Impf- bezw. Wiederimpfschein und etwaiges Abgangszeugnis, für Prüf- linge auch Papier und Feder.
3 Auf den Wert der Vorschule als Vorbereitungsanstalt für die Oberrealschule sei besonders hingewiesen: Die Zöglinge erlangen hier die Reife für den Eintritt in die Sexta bereits nach 3 Jahren, während sie andernfalls mindestens 4 Jahre hierzu brauchen.


