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In der unter dem Vorsitz des Direktors als stellvertretenden Kgl. Kommissars am 13. September 1913 vorgenommenen Michaelisschlussprüfung bestanden die drei Untersekundaner, die in die Prüfung eingetreten waren, und zwar Erich Kunert, Paul Timme und Walter Rummert.
Zu Beginn des Winterhalbjahres wurden die am hiesigen Seminar des Kgl. Gymnasiums beschäftigten Kandidaten Dr. Metzenthin und Dr. Heyne der Anstalt zugeteilt, um je ½ Hiilfs- lehrerstelle zu verwalten.
Am 18. Oktober 1913 fand zur Erinnerung der 100 jährigen Wiederkehr der sieg- reichen Tage der Völkerschlacht bei Leipzig eine Schulfeier statt, in der entsprechende Gesänge zum Vortrag kamen. Oberlehrer Dr. Philipp hielt die Festrede„Ueber die Leipziger Schlacht“. Den Schluß bildeten die Verteilung von Bücherprämien und der gemeinsame Ge- sang des Liedes„Deutschland, Deutschland, über alles“.
Bei dem Reformationsfeste am 31. Oktober 1913 hielt Oberlehrer Völkner die An- sprache über das Thema„Luther als Deutscher“.
Fremdsprachliche und deutsch-literarische Vorträge wurden zur Förderung der Sprachenkenntnisse der Schüler, dank der steten Fürsorge der städtischen Behörden, auch in diesem Jahre wiederholt gehalten.
Die zum Schutze gegen Feuersgefahr vorgenommenen, sogenannten Feuerproben hatten den erwünschten Erfolg.
Am 6. November 1913 nahmen Lehrer und Schüler in der Oberkirche das von Pastor Penitzka erteilte, gemeinsame Heilige Abendmahl ein
Am 11. Dezember 1913 fand unter ausserordentlich reger Beteiligung von Eltern und Freunden der Anstalt der in jedem Jahre übliche Liederabend statt. Die Chöre brachten vierstimmige und zweistimmige Lieder zum Vortrag, in denen sie zum Teil auf die Weihnachtszeit Bezug nahmen. Ausser den Vorträgen von Violinen und Klavier konnte auch die Trommel- und Pfeiferriege Proben ihres Wirkens ablegen. Die Simonsche„Musikalische Weihnachtsfeier“ beschloss den schönen Abend, der hauptsächlich der Mühe und Umsicht des Herrn Gesanglehrers Kunert zu verdanken war. Der älteren Unterstützungskasse der Anstalt floss ein namhafter Beitrag zu.
Das am 23. Dezember 1913, dem Tage des Schulschlusses, gefeierte Weihnachts- fest brachte diesmal einen von den Obersekundanern in sinniger Weise aus eigenen Nitteln hergerichteten Weihnachtsbaum, der auch die Augen der jüngeren Kameraden in froher Festes- stimmung erglänzen liess. Oberlehrer Kalow hatte für eine liturgisch gestaltete Weihnachts- andacht Sorge getragen, in der auch einzelnen Schülern Gelegenheit zu stimmungsvollen Vor- trägen gegeben war.
Der erste Monat des Jahres 1914 bot infolge ziemlich anhaltender Kälte vielfach Ge- legenheit zur Ausübung des Wintersports. Nicht allein die äusserst günstigen Wiesenplätze und Teiche unseres Stadtgebietes, sondern auch der Spreewald in seinem festlichen Winter- kleide regten die Jugend vielfach zur Betätigung des Eislaufes an. Am 20. Januar wurde deshalb der Unterricht für die ganze Anstalt freigegeben, und die kräftigsten und kundigsten 100 Schüler der höheren Klassen unternahmen, geführt von dem Direktor und einigen Lehrern, nach vielfältigen Vorkehrungen gegen etwaige Hemmungen und Gefahren einen geschlossenen Spreewald-Tageseislauf. Dieser wird allen Beteiligten sicherlich in freudiger Erinnerung bleiben und den wegen noch nicht erreichter Körperkraſt Zurückgebliebenen ein Ansporn sein zur weiteren Pflege des gesunden Sportes in der klaren Winterluft.
Am 19. Januar 1914 wurde, wie im Vorjahre, ein Elternabend veranstaltet. In grosser Zahl erschienen Angehörige der Schüler und sonstige Freunde der Anstalt, um dieser Feier ihre Anteilnahme zu bezeugen.
Der Schulchor sang auf der mit Lorbeer geschmückten Bühne einleitend einige Lieder, begabte Schüler gaben musikalische Vorträge, und eine Dame vom Konservatorium zu Dresden bot einige besondere Kunstgenüsse auf dem Flügel.
Sodann hielt Prof. Gallus einen Vortrag über den märkischen Dichter Theodor Fontane und liess seine Ausführungen von Schülern ergänzen, die eine Anzahl wirkungsvoller Balladen vortrugen. Darauf hielt der Direktor etnen längeren Vortrag über„Die Beziehungen von Schule und Elternhaus“, dessen Wesenszüge im Abschnitt„Mitteilungen an die Eltern“ auf- gezeichnet sind.


