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Durch Ministerial-Erlass vom 24. Juni 1913 wurde der Oberlehrer Kurt Gallus zum Professor ernannt und erhielt durch allerhöchsten Erlass vom 22. Juli 1913 die Verleihung des Ranges der Räte 4 Kl Er wurde vom 7. Juni bis 18. Juli zur Ableistung einer militärischen Uebung beurlaubt.
In den grossen Ferien, sowie etwa je 8 Tage vorher und nachher war der Direktor zu einer 6 wöchigen Uebung eingezogen.
Die Professoren Bartke und Petzold, sowie der Oberlehrer Andrien nahmen im Jahre 1913 je an einem ihren Unterrichtsfächern entsprechenden Kursus teil, wozu der Magistrat in freundlichster Weise Mittel bereit gestellt hatte.
Am 6. September erlitt die Anstalt einen überaus schmerzlichen Verlust durch das Hinscheiden des Professors Dr. Georg Hentschke, der nur ungern kurze Zeit vorher den drin- gend gebotenen Urlaub angenommen hatte. Seine ganze Kraft hat dieser rastlos tätige Mann 25 Jahre hindurch der Jugendbildung gewidmet. Noch in seiner schweren Krankheit sorgte er für die ihm anvertrauten Prüflinge, die mit allen ihren Kameraden diesem Lehrer besonders treu anhingen. Seine Amtsgenossen zollten ihm eine seltene Verehrung, sodass bei Lehrern und Schülern sein Heimgang in gleichem Masse betrauert wird.
Der Vorschullehrer Julius Schreiber musste zur Stärkung seiner Gesundheit wiederum auf längere Zeit beurlaubt werden. Leider ist sein Gesundheitszustand noch nicht derartig, dass er mit Beginn des neuen Schuljahres wird wieder eintreten können. Seine Vertretung hatte vom 23. Oktober bis 8. November der Lehrkörper der Vorschule, vom 10. Novbr. 1913 bis 31. März 1914 der Lehrer Drewes übernommen.
Der wiederholte Ausfall des Unterrichts infolge allzu grosser Hitze kam auch im vergangenen Sommer wieder dem äusserst gesunden und mutstärkenden Schwimmsport zugute Herr Lehrer an der Oberrealschule Kunert erntete für seine mühevollen Arbeiten auf diesem Gebiete durch bedeutende Erfolge den wohlverdienten Dank. Das Schwimmfest am 15. August zeugte von einem äusserst tüchtigen Geist und festen Willen aller Beteiligten. Durch stimmungsvolle Lieder über den Wellen eingeleitet, fand es in kräftigen Sprung- und Schwimmübungen seinen Fortgang, während der Direktor am Schluss unter Verteilung der freundlichst von mehreren Seiten gestifteten Schwimmprämien Gelegenheit nahm, den wackeren Jungen, die in der verhältnismässig rauhen Witterung des Tages durchgehalten hatten, seine uneingeschränkte Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Viele Angehörige und sonstige Freunde der Anstalt hatten die Schüler hierbei mit ihrer Gegenwart beehrt.
Welche Bedeutung auch seitens der höheren Behörden der Pflege der Leibes- übungen unserer Jugend beigemessen wird, bezeugt u. a der Erlass des Herrn Ministers vom 2. Dezember 1913, U lIl B Nr. 8280 II U pp. l., wonach für die künftigen„Olympischen Spiele“ eine Reihe wichtiger Vorarbeiten geplant sind. Die höheren Lehranstalten sind ange- wiesen, im Turnen und Schwimmen mit älteren Schülern halbjährlich Leistungsmessungen vorzunehmen. Es wird hierbei auch besonders Bezug genommen auf die„Volkstümlichen Ubungen“, die von der„Deutschen Turnerschaft“ gepflegt werden.
Um das Selbstgefühl der Schüler in geordnete Bahnen zu lenken und ihnen die über- aus wertvolle eigene und freie Erziehung zur Tüchtigkeit zu ermöglichen, ist bekanntlich an unserer Anstalt ein Schülerturnverein begründet worden. Ihm zur Seite steht eine Trommel- und Pfeiferriege mit ebenfalls fast selbständiger Verwaltung. Mit Genugtuung kann der Unterzeichnete berichten, dass durch diese Einrichtungen der geordneten Schularbeit nicht nur kein Abbruch geschieht, sondern, dass beide Vereine bisher auch gute Fortschritte in der Erziehung zur Mannhaftigkeit und zur kameradschaftlichen Gesinnung(Wanderungen und Spiele) gemacht haben.
Bei dem am 2 September vorgenommenen Sedanausfluge nach Burg konnten die Schüler auch den sie zahlreich begleitenden Angehörigen den Beweis bringen für ihre straffe, fast militärisch zu nennende Haltung. Eine möglichst einfach gestaltete„Gefechtsidee“ lag dem Vormarsch auf dem Wege über Ruben—Guhrow zugrunde. Es kam hier zu einem ziemlich geordneten Kampfe, bei dem die jüngeren Schüler aus trefflich gewählter Stellung heraus den Angriff fast auf der ganzen Linie siegreich abzuschlagen vermochten. In Burg suchte man nach dem anstrengenden Marsche Erholung, widmete sich vielfältigen Spielen und turnerischen UÜbungen und erfreute sich an den Preisen, die den besten Turnern auf schieds- richterlichen Spruch zuteil wurden. Die Rückfahrt erfolgte gegen Abend in mustergültiger Ordnung.


