Jahrgang 
1912
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18. Die Schonung der öffentlichen Anlagen und Bänke ist den Schülern unter Hin- weis auf die sonst zu erwartende Bestrafung dringend und wiederholt ans Herz zu legen (Verfügung des Magistrats vom 27. April 1912, Nr. 142/12 Pr.). Das Umherwerfen von Papier ist in ähnlicher Weise zu rügen.

19. Am Schluss sei den Eltern nochmals die Notwendigkeit beständigen Kampfes gegen die Schund- und Schmutzliteratur hingewiesen, worauf wir bereits am Elternabend und in der Tagespresse Bezug genommen haben. Nicht selten hat sich gerade aus neuzeitlichen Gerichtsverhandlungen ergeben, dass in der Lektüre derartiger aufreizender Schriften die Ursache jugendlicher Verbrechen und Selbstmorde zu suchen sind. Der Unterrichtsminister hat deshalb die Anführung des nachstehenden Erlasses vom 21. September 1912 unter UIl, 2084, 1. in den Jahresberichten angeordnet:Die Gefahren, die durch die überhand nehmende Schund- literatur der ugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, sind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat sich wieder mehrfach gezeigt, dass durch die Abenteurer-, Gauner-, und Schmutzgeschichten, wie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, dass sich die jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren Handlungen haben hinreissen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dieses Uebel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sittliche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewusstsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, einschliesslich der Tagespresse, sorgsam überwachen, das versteckte Wandern hässlicher Schriften von Hand zu Hand ver- hindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, dass dem Uebel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehnen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwickelung eignen. Zu diesem Zwecke werden es sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugenqdliteratur fortlaufend zu unter- richten. Das in dem Weidmann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. JohannessonWas sollen unsere jungen lesen? wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können.