Jahrgang 
1912
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lichen Einladungen in reichem Masse entsprochen. Die von Se. Majestät dem Kaiser und König als Prämien verliehenen Bücher, sowie die von derRealia, einer Vereinigung ehe- maliger Schüler der Anstalt, gespendeten Werke wurden ihrer Bestimmung gemäss an würdige Schüler, gute Sänger und Turner verteilt.

Am 3. Februar beteiligten sich gegen 300 Schüler der Anstalt durch äusserst wirkungs- vollen Chorgesang an dem vom Bürgermeister Dr. Varnhagen ins Werk gesetzten Winterfest zur Pflege der schulentlassenen Jugend.

Zum Stiftungsfest derRealia waren ausser dem Direktor einige Lehrer, sowie ältere Schüler der Anstalt erschienen, um dem Verein darzutun, dass die Aufrechterhaltung der Beziehungen älterer und jüngerer Kameraden in edler Form für beide Teile für erspriesslich gehalten wird.

Anfang Februar wurden unter Leitung des Stadtrats O. Schulz und des technischen Leiters die Rieselfelder und die Gasanstalt von Lehrern und Schülern der obersten Kasse besichtigt.

Die nationale Jahrhundertfeier wurde in der Aula in Gegenwart vieler Freunde der Anstalt in weihevoller Weise am 10. März begangen. Einleitend sprach Oberlehrer Kalow ein der Bedeutung des Tages entsprechendes Gebet, worauf Gesang und Schülervorträge folgten. Die Festrede hielt Prof. Petzold überDie Erhebung Preussens im Frühjahr 1813. Hieran schloss sich die Verteilung von Bücherprämien und eine kurze Ansprache des Direktors, die in das Kaiserhoch ausklang. Der Rest des Tages war schulffrei.

Fremdsprachliche und deutsche Vorträge, für die der Magistrat namhafte Summen in den Schulhaushalt einzusetzen pflegt, dienten den Schülern zur Bereicherung ihres Wissens. Mit Begeisterung nahmen die Schüler besonders einen trefflichen Vortrag über das Wesen der französischen Fremdenlegion auf. In eindrucksvoller Weise wurden hierin die persön- lichen Gefahren und nationalen Schädigungen jener fremdländischen Werbungen dargelegt, zumal da der Redner meistens über seine eigenen, beklagenswerten Erlebnisse auf diesem Gebiete zu berichten wusste.

Der Anbau der Anstalt auf der südlichen Seite, der im Laufe des Schuljahres manche unvermeidliche Störung für den Unterricht mit sich brachte, ist nunmehr vollendet und bringt gleich der schon kräftig ins Werk gesetzten inneren Erneuerung der Räume die Möglichkeit zielbewussten Fortschreitens des inneren Lehrbetriebes. Manche Aufgabe wird von dem rastlos und erfolgreich arbeitenden städtischen Bauamt noch zu erfüllen sein; ins- besondere aber steht zu erwarten, dass den hygienischen Verhältnissen der Turnhalle und sonstiger Nebenräume ein immer wachsendes Augenmerk zugewandt werden wird.

Den Städtischen Behörden sei für alle schon gebrachten Opfer unser lebhafter Dank auch hier zum Ausdruck gebracht!

Die Verhandlungen mit der Firma Kohl aus Chemnitz sind ebenfalls soweit gefördert, dass die physikalischen, chemischen und naturkundlichen Räume und ihre Einrichtung den an eine grosse Oberrealschule zu stellenden Forderungen bald entsprechen werden.

Die Osterschlussprüfung der Oberrealschule i. E. fand unter dem Vorsitz des Direktors als stellvertretenden Königlichen Kommissars am 5. und 6. März d. Js. statt. Von den 44 Untersekundanern bestanden 41 die Prüfung; 19 Schüler waren vomMündlichen befreit worden.

Am 19. März wurden nach einer gemeinsamen Feier den Schülern die Versetzungen bekannt gegeben und dann die Zeugnisse ausgehändigt.

Mit dem 1. April 1913 treten die neugewählten und bereits bestätigten Oberlehrer Johann Andrien vom Kgl. Gymnasium zu Oppeln und Ferdinand Gürtler vom Real- gymnasium zu Langensalza in den Lehrkörper der Anstalt ein.

VI. Mitteilungen an die Eltern und Pensionsgeber.

1. Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag am 3. April 1913, für die Oberreal- schule i. E. um 8, für die Vorschule um 9 Uhr.

2. Die Aufnahme und Prüfung neuer Schüler findet am 2. April 8 Uhr vormittags im Schulgebäude statt. Es sind hierzu Papier und Feder mitzubringen. Vorzulegen sind: a) Taufschein b) Impf- bezw. Wiederimpfschein und c) Abgangszeugnis der etwa zuletzt be- suchten Anstalt.