Jahrgang 
1894
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Allstedt im Grossherzogtum Sachsen-Weimar konnte infolge einer Erkrankung sein Amt mit Beginn des Schuljahres nicht antreten. Infolge dessen musste derselbe zunächst durch die Mitglieder des Lehrerkollegiums vertreten werden. Die Vertretung war jedoch nur von kuzer Dauer, denn schon am 24. April konnte der Berichterstatter Herrn Feistkorn in sein Amt einführen und ihm das Ordinariat der Klasse Sexta B überweisen.

Vom 30. Mai bis zum 1. Juni unterzog Herr Provinzial-Schulrat Dr. Pilger die Anstalt einer eingehenden Revision.

Die Kaiser-Gedenktage wurden durch zweckentsprechende Ansprachen seitens der Ordi- narien bez. Lehrer der Anstalt in der Aula bez. in den Klassen gefeiert. Gedächtnisreden hielten am 15. Juni Herr Wuttge, am 18. October Herr Scharck.

Die üblichen Schulausflüge wurden im Laufe des Sommers unternommen. Auch hatte der Berichterstatter die Veranstaltung eines Sommer-Schulfestes geplant. Schon waren alle Vor- bereitungen getroffen, als im letzten Augenblicke das Eintreffen der Nachricht vom Ausbruch einer Masernepidemie in der unmittelbaren Nähe des ausersehenen Festplatzes die Ausführung des geplanten Unternehmens vereitelte.

Für die Pflege der Jugendspiele wurde wiederum in ausgiebiger Weise Sorge getragen. Die einzelnen Cöten spielten an den zu diesem Zwecke bestimmten Wochentagen, so oft es die Witterung gestattete, unter Leitung der betr. Fachlehrer auf dem Exerzierplatze.

Der Nachmittags-Unterricht musste im Laufe des Sommersemesters einigemal infolge grosser Hitze ausgesetzt werden.

Am 2. September wurde zur Feier des Sedanfestes ein Schulakt in der Aula veranstaltet. Die Festrede hielt der Direktor.

Am Schluss des Sommer-Semesters schied der provisorische Hülfslehrer Herr Feistkorn aus dem Lehrerkollegium aus, um eine Lehrerstelle an der Realschule zu Gnadenfrey zu über- nehmen. In dem das Sommer-Semester beschliessenden Schulakte nahm der Unterzeichnete Gelegenheit, dem scheidenden Kollegen für die liebevolle Hingabe, mit welcher derselbe der Er- ziehung der ihm anvertrauten Zöglinge sich gewidmet, herzlichen Dank zu sagen.

Im Anschluss an den das Wintersemester eröffnenden Schulakt stellte der Berichterstatter den an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Feistkorn berufenen provisorischen wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Liebeneiner aus Carzig dem Lehrerkollegium und dem Schülercötus vor.

Am 26. Januar 1894, nachmittags 4 Uhr, wurde eine Vorfeier des Allerhöchsten Geburts- tages Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula veranstaltet. Die Be- teiligung des Publikums war eine so ausserordentlich zahlreiche, dass der Festsaal die Zahl derer, welche Einlass begehrten, nicht zu fassen vermochte. Die Festrede hielt der Direktor.

Am 31. Januar wurde von Schülern der Realschule das MärchenspielDäumling in der Bearbeitung vom Oberlehrer Dr. Reissert vor dem Schülercötus der Hauptanstalt zur Darstellung gebracht; im Anschluss daran erfolgte eine musikalische Aufführung unter Leitung des Gesang- lehrers Herrn Vorschullehrer Kunert.

Der Gesundheitszustand der Lehrer war ein befriedigender. Was den Gesundheitszustand der Schüler anbetrifft, so ist leider der Tod eines hoffnungsvollen Schülers zu beklagen.

Am 29. September 1893 starb nach schwerem Leiden der Schüler der 3. Vor- schulklasse A. Gotthard Mischke. Wir nehmen aufs innigste an dem Schmerze der Eltern Anteil und betrauern selbst den Verlust des lieben Schülers.

Im Uebrigen war der Gesundheitszustand der Schüler im Ganzen zufriedenstellend; freilich blieben wir auch in diesem Schuljahre von einer Masernepidemie nicht verschont.

Vom Turnunterrichte waren während des Sommer- und Winter-Semesters 13 Schüler, auf kürzere Zeit 11 Schüler dispensiert.