Jahrgang 
1841
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brauch zur Abwehr angreifender Thiere beſtimmter Organe(Bombardirkäfer, Stinkthier), ge⸗ wiſſe Veränderungen des Ortes und der Bewegung(das Sichtodtſtellen vieler Thiere), Zuſam⸗ menleben in Geſellſchaften(Ameiſen, Wespen, Bienen c.), Ausſtellen von Wachen(Enten, Kraniche, Gemſen). Hierhin gehören auch die inſtinktmäßigen Handlungsweiſen zur Erlan⸗ gung der Nahrung und Aufbewahrung derſelben für die Zukunft. Als Beiſpiele dienen die Spinnen, der Ameiſenlöwe, die Bienen, der Hamſter, der Neuntödter(Lanius excubitor) u. ſ. w. Mit den Geſchmacksgefühlen in näherem Bezug ſteht die Vermeidung ſchädlicher Nahrung und der Gifte, beſonders bei den Pflanzenfreſſern. Einige Thiere ſcheinen bei Krankheiten und Verletzungen wirkliche Heilmittel anzuwenden(der Ichneumon, der Bär, der Hirſch). Das Leben der Individuen wird alſo hier durch eingeborne Handlungsweiſen beſchützt, inſofern es zur Erhaltung der Art nöthig iſt. So werden zur Begattungszeit alle Handlungen zur Beſchützung des Lebens mit größerer Energie, ſelbſt mit größerer Muskelſtärke ausgeführt. Nach der Begattung ſterben aber viele Thiere ſehr bald. Viele Inſekten ſcheinen faſt nur zu leben, um ſich fortzupflanzen, und ſterben faſt unmittelbar darnach, und Tauſende von Thieren ſind in ihrer Nahrung bloß auf den Tod anderer angewieſen. Daher handelt der Menſch ganz im Sinne der Natur, wenn er das Leben der Thiere zu ſeinen Zwecken verwen⸗ det, und nur falſche Empfindſamkeit kann in dem Tödten der Thiere etwas Sündliches ſu⸗ chen. Das Thier muß ſterben; es weiß es aber nicht und der Tod iſt ihm kein Schreckbild. Auch wird ihm der Tod von der gütigen Hand der Natur ſo ſanft, ſo ſchmerzlos wie mög⸗ lich gemacht. So freſſen faſt alle Raubthiere ihren Fang vom Kopfe an, und todten ihn meiſt durch Kopf⸗oder Nackenwunden. So wie ein Thier anfängt krank zu werden, ſind gleich Hunderte mit hungrigen Magen bereit ſeine Leiden abzukürzen.

Das betrachte der Menſch als Beſtätigung ſeines moraliſchen Gefühles: Tödten ſoll er das Thier, aber ſchnell und möglichſt ſchmerzlos.

2) Vermehrung des Individuum durch Fortpflanzung wiird bei einigen der niederſten Thiere ohne Begattung durch Sproſſenbildung, Selbſttheilung, Selbſtbefruchtung rea⸗ liſirt. Die inſtinktartige Handlung dazu nennt man Begattung. Bei einigen Thieren findet ſich eine Selbſtbegattung, z. B. bei den Bandwürmern. Am deutlichſten ſprechen ſich die Handlungsweiſen der Begattung aus bei den Articulaten und Vertebraten, wo ſich keine Spur von natürlichem Hermaphroditismus zeigt.

Das Thier weiß nicht, daß es durch die Begattung den Grund legt zu neuen, ihm ähnli⸗ chen Individuen; das Männchen ahnt nicht, daß es dadurch Vater, das Weibchen nicht, daß s dadurch Mutter werden ſoll. Sobald aber die Zeugung vorüber iſt, und das Produkt derſelben Pflege, Erhaltung und Erziehung bedarf, hat die Natur durch einen andern Trieb vorgeſorgt, den ſie den Eltern eingepflanzt...

3) Inſtinktartige Handlungen zur Erhaltung und Pflege der Nachkom⸗ menſehaft finden ſich nachweisbar bei einigen Schnecken, den Polymerien und Vertebraten. Sie äußern ſich 1) durch die Wahl eines für die Ausſchliefung und Fortdauer der Nachkommen⸗ ſchaft paſſenden Ortes zur Niederkunft, 2) durch die Sorge für Ernährung und Beſchützung der Jungen. Bei einigen Thieren äußert ſich dieſer Trieb bloß durch die erſten Handlungen, bei andern: vielen Inſekten, allen Vögeln und Säugethieren durch beide. Bisweilen fällt die Wahl des Ortes der Niederkunft und der Begattung zuſammen, z. B. bei den Fiſchen, die