Jahrgang 
1841
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Spinnen näßt. Das ſchaffende Geiſtesprineip bewirkt alſo dieſen Traum unmittelbar in der Pſyche des Thieres.

Das Hervorrufen dieſes Traumes iſt nicht an ein gewiſſes Alter gebunden. Verhindert man einen Canarienvogel an der Begattung und damit an der Sorge für die Brut und läßt ihn im ſpäten Alter zum erſten Mal ſich begatten: ſo baut er ſein Neſt gerade ſo, wie der Vogel, den die äußeren Verhältniſſe in früher Jugend zur Ausübung ſeiner Triebe zuließen.

Demnach wirketen alſo beim Thiere bis zum Tode zwei in ihrem Weſen ganz verſchiedene pſychiſche Principien. Iſt es aber nicht vielmehr ein Geiſt, deſſes abſolutes, freies, ſpontanes, vernünftiges Wirken wir im Schaffen des keimenden Thieres und im Inſtinkte, deſſen, durch die Nehſes des Leibes gebrochene Strahlen aber wir in den individuellen Seelenäußerungen beobachten? FDn)

Man ſpricht auch von Inſtinkten beim Menſchen. Das Saugen iſt eigentlich nicht zu den inſtinktartigen Handlungen zu rechnen, indem es mehr zu den reflectirten, coordinirten Be⸗ wegungen gehört. Das Kind ſaugt an Allem, was ihm in den Mund geſteckt wird, und der Kopf eines enthaupteten Kätzchens ſaugt nach Maier noch an dem Finger. Daß dieſe Reflexionsbewegung im ſpätern Leben ihren Charakter verliert, hängt wohl von der Verſchie⸗ denheit des Nervenzuſtandes ab, wie auch der vergiftete Froſch und der enthauptete Salaman⸗ der zu ganz neuen Reflexionen fähig werden. Im ſpätern Leben des Menſchen zeigt ſich durch⸗ aus kein eigentlicher Naturtrieb.

S. 2.

Zur Ausübung einer inſtinktartigen Handlungsweiſe bringt das Thier die nöthigen körper⸗ lichen Fertigkeiten und Organe mit auf die Welt. Aber noch lange nicht jede körperliche Fertigkeit, die das Thier mit auf die Welt bringt, wird zur Ausübung einer inſtinktartigen Handlung gebraucht. So giebt es Thiere, die ſogleich nach ihrem Erſcheinen auf der Welt laufen können (die ſogenannten Neſtflüchter unter den Vögeln, die Ein- und Zweihufer unter den Säuge⸗ thieren ꝛc.). Das Laufen wird aber ebenſowohl bei inſtinktartigen, als bei individuellen Hand⸗ lungen gebraucht. Werden ſehr zuſammengeſetzte körperliche Fertigkeiten zu einer inſtinktartigen Handlung angewandt und iſt das Produkt derſelben ein ſogenanntes kunſtvolles, ſo ſpricht man(eigentlich unrichtig) vonKunſttrieben..

§S§. 3.

Der Endzweck der inſtinktartigen Handlungen Erhaltung der Art und Gattung und ihrer Stellung in dem Thierreiche zerſpaltet ſich in 3 Unterzwecke: die Erhaltung des individuellen Lebens, die Vermehrung des Individuum dureh geſchlechtli⸗ ehe Fortpflanzung und die Sorge für die Nachkommenſchaft. mlen

1) Die Erhaltung und Beſchützung des Lebens hängt ſehr nahe mit den in⸗ dividuellen Intereſſen des Thieres zuſammen und wird eben durch die Acte ſeines Seelenle⸗ bens zum Theil ſchon realiſirt. Wo dies jedoch nicht zureicht, treten inſtinktartige Handlungs⸗ weiſen ein. Es gehören hierhin: künſtlicher Bau der Wohnungen und Schlupfwinkel, der Ge⸗