Jahrgang 
1828
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Wollen wir indeſſen das Jahr 606 v. Ch. unter den angeführten Gruͤn⸗ 8 den nicht als das wahre Jahr der Zerſtoͤrung Ninive's gelten laſſen, und die⸗

subvéertit Ninum den Textes⸗Sinn ſollte haben verdrehen wollen, und warum er pag. 7. ſein Verzeichniß der aſſyriſchen Könige mit Sardanapalus als dem 36ſten ſollte geſchloſſen und durchaus nichts ven einem zweiten Ninus angeführt haben. In⸗ deſſen wenn auch ein König Ninos, als durch Kyarares getödtet, wirklich gemeint war, ſo konnte es doch kein anderer ſeyn, als jener, auch in der Anmerkung erwähnte, Ni⸗. nos II., der in dem Kanon Kaſtor's ein Nachfolger des Sardanapalos genannt wird, indem Syncellus in ſeiner Chronik p. 205. D. ſagt: Er⸗Co, Oao 2da- vdνλάν ĩLbeæricas, ν Aoubic, dTne Nüwo, Ae 0νoꝑ Xα‿ KAπσσ?1½½ T6 Kaννι αποππον pol etc.; allein ſo wie Sardanapalos, wie wir oben gezeigt haben, mehrfach mit Aſſarhaddon verwechſelt worden iſt, ſo iſt ihm auch wahrſcheinlich dieſer, bei Einigen vorkommenden, Ninos II. als Sohn untergeſchoben worden, wäh⸗ rend er des Aſſarhadvon's Sohn war, derſelbe, den wir wohl mit Recht als den Vor⸗ gänger des bibliſchen Nabuchodonoſor(Judith I. 1 c.) betrachten, und Euſebios hatte ihn ſomit an der Stelle des Sardanapalos ſelbſt genaunt, um auf jeden Fall mit ſei⸗ nem Tode den gänzlichen Untergang der aſſyriſchen Dynaſtie in der 43ſten Olymp. aus⸗ zudrücken, und zwar um ſo mehr, da auch Abydenus u. Kephalion, wie wir in jener Mayländ. Ausgabe des Euſebios ſehen, ihre Verzeichniſſe der aſſyr. Könige mit Sarda, napalos ſchließen und keinen zweiten Ninos erwähnen. Es bleibt alſo immer von Wiche tigkeit, zu erfahren, ob der Armeniſche Text des Euſebios in jener Stelle wirklich den Sinn habe, den ihm die Mayländ. Ueberſetzung gibtNinum occidit«, oder ob nicht vielmehr Hieronymus mit ſeinemsSubvertit Ninum richtig überſetzt hat. Daß Tacitus Annal. XII. 3. unter der Regierung des Claudius noch eine urbs Ninus, als am Tigris vorhanden, anführt, kann, wenn anders das alte und nicht ein ſpäter entſtandenes gemeint ſeyn ſollte(vergl. Bähr's Kteſias p. 391 ꝛc. u. 437.), nichts gegen die oben behauptete Zerſtörung Ninive's beweiſen, da, nach 600 Jahren, von der ungeheueren Stadt leicht noch Trümmer in Menge, wie auch ver⸗ ſchiedene Gebäude(alt u. neu) übrig ſeyn konnten, und da Tacitus überhaupt ſich hier nur ſehr unbeſtimmt ausdrückt, wie auch aus dem in derſelben Periode noch ange⸗ führten, aber keineswegs näher bezeichneten oder benannten Castellum deutlich genug

hervorgeht. Eben ſo kann Ammianus Marcellinus xxXlII. 6. mit

den Worten: In hac Adiabena Ninus est civitas, quae olim Persidis regna 8 posſederat etc. nichts anders haben ſagen wollen, als daß dort das alte, ehemals 3 berühmte und mächtige Ninos liege, das ſich in ſeinen Trämmern oder einzelnen Reſten

erhalten habe; von einer noch fortdauernden Größe oder Blüthe erwähnt er ja durchaus* nichts. In wie fern es auch von Ptolem. VI., wie man oft citirt findet, an⸗ geführt wird, kann ich nicht beurtheilen, da er mir nicht zur Hand iſt. Dagegen ſagt ja auch Plinius hist, nat. VI. 16(ed. Bip.): Fuit et Ninus imposita