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Am 25. Juli fiel wegen des zum Gedächtniß des großen Stadtbrandes im J. 1687 alljährlich an dieſem Tage hier ſtattfindenden Gottesdienſtes Vormittags der Unterricht aus.
An demſelben Tage nach beendigtem Nachmittags⸗Unterricht führten Oberlehrer Elſermann und Dr. Theo⸗ bald den erwachſeneren Theil der Schüler, und am nächſten Morgen, Sonnabend den 26., Cand. Hanſen und Referent den jüngeren derſelben, um einem lang gehegten Wunſche der wanderluſtigen Jugend zu willfahren, zu einer Turnfahrt in eine der vielen reizenden nahen Gebirgsgegenden(Dinsberg und Hohenſolms). Am Abend kehrten beide Abtheilungen, die ſchon frühmorgens ſich getroffen hatten, wohlbehalten zuſammen heim, nachdem die jüngere 6, die ältere gegen 10 Stunden Weges zu Fuße zurückgelegt.
Am 5. Auguſt traf zur Leitung der mündlichen Abiturienten⸗Prüfung der Königliche Commiſſar, Herr Regierungs⸗ und Schulrath Dr. Landfermann, wieder hier ein. Da die hieſigen Mitglieder der Prüfungs⸗ Commiſſion nach den frühern Leiſtungen der Abiturienten und auf Grund ihrer vorliegenden ſchriftlichen Ar⸗ beiten beide einſtimmig für reif erklärten, ſo trat der Herr Commiſſar dieſem Urtheil bei, und es wurde(mit Rückſicht auf den Hohen Miniſterial⸗Erlaß d. d. Berlin, 12. Januar d. J. N. 268 U.) denſelben*) unter Erlaſſung der mündlichen Prüfung das Zeugniß der Reife ertheilt.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler während des verfloſſenen Schuljahrs war im Ganzen durchaus befriedigend. Aehnliches läßt ſich, zumal in Vergleichung gegen das vorige Jahr, auch von den Lehrern ſagen. Nur der Gymn. Lehrer Rüttger mußte im Ganzen 10 Tage, Dr. Theobald 5 Tage, Oberlehrer Elſer⸗ mann und Cantor Franke je 3 Tage Unwohlſeins halber den Unterricht ausſetzen. Die bedeutendſte ander⸗ weitige Unterbrechung wurde durch den 16 tägigen Urlaub des Oberlehrers Elſermann veranlaßt, der zu der am 16. Auguſt begonnenen Rheiniſchen Provinzialſynode als Deputirter⸗Aelteſter gewählt worden. Eine weitere Behinderung traf den Oberlehrer Dr. Fritſch auf 6 Tage. Die Totalſumme der von einzelnen Lehrern ausge⸗ ſetzten Lehrſtunden betrug zuſammen 196, von denen 37, meiſt Geſang⸗ und Zeichenſtunden, ausfielen, die übri⸗ gen 159 bereitwilligſt theils durch beſondere Lectionen, theils durch angemeſſen combinirten Unterricht von den andern Lehrern beſorgt wurden.
Endlich ſind die vorgeſetzten Hohen Behörden auch in dieſem Schuljahr wieder freundlich bemüht geweſen, durch außerordentliche Unterſtützungen dem durch die anhaltende Theurung geſteigerten Bedürfniß nach Kräften zu entſprechen. Se. Exc. der Herr Miniſter von Raumer haben geruhet, durch Erlaß unterm 27. Oct. v. J. 230 Thlr. aus Staatsfonds, unterm 26. Januar d. J. 100 Thlr. ebendaher, und unterm 31. Juli d. J. 400 Thlr. aus hieſigen Gymnaſialfonds, alſo zuſammen 730 Thlr., unter die Lehrer der Anſtalt zu vertheilen.
Vierter Abſchnitt.
A. Schülerzahl: Aufnahme und Abgang.
Die Zahl der Schüler im S. H. 1855 war 120. Von dieſen blieben, nach Abgang von 6 mit dem Zeugniß der Reife entlaſſenen und 11 andern Schülern noch 103. Aufgenommen wurden im Halbjahr 1855/6 neue 21: mithin Geſammtzahl des W. H. 124. Von dieſen gingen um Neujahr 1, zu Oſtern 13 ab, ſo daß noch 110 blieben. Hierzu kamen zu Oſtern d. J. 5 neue Schüler: alſo Schülerzahl zu Anfang des S. H. 115. Von dieſen ſind wieder im Laufe des H. J. 2 abgegangen: ſo daß gegenwärtig 113 die Anſtalt beſuchen.
Das Confeſſions⸗Verhältniß der Schüler war: im W. H. 112 evangeliſche, 12 katholiſche; im S. H. 105 evangeliſche, 10 katholiſche.
⁵) Deren Perſonalien ſ. Abſchnitt IV, B.


