zum 9. Juni(zuſammen 11 Tage) durch ernſtliches Unwohlſein ſeiner amtlichen Thätigkeit entzogen. Die übrigen Behinderungen, durch kürzeres Unwohlſein oder ſonſtige Abhaltungen der Lehrer veranlaßt,— wie u. a. eine viertägige Abweſenheit des Dr. Theobald in Familienangelegenheiten—, waren minder erheblich, und das Lehrer⸗Collegium iſt ſtets mit allen Kräften bereit und bemüht geweſen jene Lücken im Unterricht zu erſetzen. Allein die nicht unbeträchtliche Zahl von zuſammen 376 Lehrſtunden(bis zum 18. Auguſt) konnte bei den beſchränkten Lehrkräften der Anſtalt dennoch nur zum Theil durch beſondere Vertretungen erſetzt werden, und ſehr häufige Claſſen⸗Combinationen waren nicht zu vermeiden.— Der Geſundheitszuſtand bei der größeren Hälfte der Lehrer ſo wie bei den Schülern war durchweg befriedigend.
Die Oſterferien, welche gemäß der Ferienordnung vom 4. bis 23. April währten, wurden, wie auch die zu Weihnachten vom 23. December bis zum 2. Januar, in herkömmlicher ſolenner Weiſe mit Geſang und ent⸗ ſprechender religiöſer Anſprache begonnen und beſchloſſen. In gleicher Weiſe wurden die Schüler zur Feier der Pfingſttage entlaſſen.
Durch Verfügung des Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Collegiums wurde dem Dr. Theobald die Leitung der Turnübungen für den Sommer gegen beſondere Remuneration vom laufenden Jahre an bis auf Weiteres übertragen.
Eine nöthig gewordene Hauptreviſion der Schüler⸗Bibliothek war Veranlaſſung geweſen dieſe ſeit Oſtern vor. J. zu ſchließen. Wegen verſchiedener Behinderungen wurde es Referenten erſt nach Oſtern d. J. möglich, ſich den zur Ausführung einer Durchmuſterung, Umänderung der Kataloge u. ſ. w. nothwendigen Arbeiten zu unterziehen: ſo daß erſt am 22. Mai den Schülern die Sammlung wieder eröffnet werden konnte.
Vom 18. Juni bis 7. Juli fand eine Reviſion der ſchriftlichen Arbeiten der Schüler ſtatt, an welche Referent dieſesmal nur den Beſuch einzelner Lectionen ſchließen konnte, namentlich des evangeliſchen Religions⸗ unterrichts, des Deutſchen und des Zeichnens. In beſonderen Conferenzen wurden auch bei dieſem Quartalſchluß die Sittenzeugniſſe der einzelnen Schüler feſtgeſtellt, und, durch die Urtheile der Fachlehrer über die Leiſtungen in den verſchiedenen Lehrfächern zu einer vollſtändigen Quartal⸗Cenſur ergänzt, am 7. Juli claſſenweiſe den einzelnen Schülern, zur Mittheilung an die Eltern, dictirt.
Der ehemalige hieſige„Verein für Geſchichte und Alterthumskunde“ hatte bei ſeiner Auflöſung, durch einen am 22. October 1853 zwiſchen ihm und dem Gymnaſial⸗Verwaltungsrath Namens des Gymna⸗ ſiums vereinbarten, und von dem Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Collegium, d. d. Coblenz, 8. December deſſ. J., genehmigten Vertrag ſeine Sammlungen, beſtehend in Büchern, Handſchriften und Urkunden, Münzen und ver⸗ ſchiedenen deutſchen und römiſchen antiquariſchen Kunſtſachen(Specielleres darüber ſ. im folgenden Abſchnitt, unter II, 3) unter gewiſſen Bedingungen dem Gymnaſium geſchenkt. Eine beſondere Ueberweiſung dieſer Samm⸗ lungen an unſere Anſtalt wurde am 27. Juni d. J. vollzogen.
Vom 2. bis 9. Juli fand die ſchriftliche Prüfung der 6 dießjährigen Abiturienten ſtatt.— Ueber die Ergebniſſe der mündlichen Prüfung, welche unter dem Vorſitz des Königlichen Commiſſarius Herrn Regierungs⸗ und Schulrath Dr. Landfermann ſtattfinden wird, werden erſt die Schulnachrichten des nächſten Jahres berichten können.
Am 13. Auguſt vor. J. hatte der Gymnaſiallehrer Rüttger im Kreiſe ſeiner Familie ſein 25 jähriges Amtsjubiläum gefeiert. Da dieß dem größten Theil des Collegiums erſt neuerdings bekannt geworden war, ſo nahm daſſelbe am dießjährigen Jahrestage jenes Feſtes Veranlaſſung, ihm nachträglich ſeine herzlichen Glück⸗ wünſche zu demſelben darzubringen.
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