Jahrgang 
1851
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dubitat(ſogar, auch, ſelbſt... nicht). C. Phil. 12, 2: Ne si a Mutina quidem recesserit, audiemus Antonium. C. in Pis. 28: iratus ne si cupiam quidem esse possum. Der Zuſammenhang läßt hier zu possum leicht die erforderliche zweite Negation hinzufühlen; übrigens iſt dieſe Erſcheinung ſeltener als die ent⸗ gegengeſetzte, daß neben ne mit folgendem quidem in einem negirten Satze eine zweite Negation ſteht, z. B. Cic. Verr. 2, 1, 60, 155: Non enim praetereundum est ne id quidem. Daß hier beide Negationen, wie ſonſt im Lateiniſchen, einander nicht aufheben, hat ſeinen einfachen Grund darin, daß ſie nicht in unmittelbarer, einander beſtimmender Beziehung zu einem Begriffe ſtehen, ſondern daß vermöge des quidem die Ergänzung eines Begriffes, der dem durch quidem hervorgehobenen gegenüberſteht, erfordert wird, und ſonach der Eine Satz in zwei aber negirte Sätze zerfällt; alſo iſt der angegebene Satz etwa ſo zu faſſen:denn es darf nicht Etwas übergangen werden, auch das nicht(nämlich: darf üb. w.). Vgl. Cic. Off. 1, 8, 25: Nec vero rei familiaris amplificatio nemini nocens( si nemini nocet) vituperanda est. Tritt zu ne die coordini⸗ rende Eonjunction que(abgeſchliffene c), ſo muß eben wegen dieſer Verknüpfung der Begriff im Vorher⸗ gehenden nothwendig ausgeſprochen ſein, mit welchem jener, durch quidem hervorgehobene, vermittelſt que ver⸗ bunden werden ſoll. Der Deutſche überſetzt que gern durch das vermehrende auch ſtatt durch das verbindende und. Sall. J. 51: Sed nec Jugurtha quidem interea quietus erat(aber auch Jug. ſelbſt... nicht). Phil. 3, 2: Nec cogitantibus nec optantibus quidem nobis... exercitum.... comparavit.

b) Der Begriff, mit welchem jener durch quidem ausgezeichnete in Beziehung ſteht, iſt zweitens in der Rede ausdrücklich angegeben und beide bilden dann in der Regel einen Gegenſatz, der bald nur aus der Natur beiderſeitiger Begriffe oder Gedanken erkennbar, bald auch durch eine Adverſativpartikel beſonders hervorgehoben iſt. Es ſteht hier quidem α) im Adverſativſatze zu deſſen Hervorhebung; der Deutſche neigt zur Berückſichti⸗ gung des Adverſativverhältniſſes und ſetzt ſtatt ſeiner demgemäß, ohne Berückſichtigung des quidem, vorherrſchend eine Adverſativpartikel. Nep. Con. 2: Hunc adversus Pharnabazus habitus est imperator; re quidem vera exercitui praefuit(in der That allerdings, fürwahr,aber in der That...). Cic. Or. 62: Id nos fortasse non perfecimus, conati quidem saepissime sumus; oder) es ſteht quidem bekräftigend im Conceſſiv⸗ ſatze, in welchem Falle dann der entgegenſtehende Satz als ſolcher durch eine Adverſativpartikel bezeichnet iſt. Statt quidem ſetzt hier der Deutſche gemeinhin eine Conceſſiv⸗Conjunction. Cic. Off. 3, 18: Est istud qui- dem(allerdings, zwar) honestum, sed hoc expedit. Tusc. 2, 1: Neoptolemus quidem... philoso- phari sibi ait necesse esse, sed paucis. Ego autem... necesse mihi quidem esse arbitror philosophari... sed non paucis, ut ille. Treten hier zu einem ſchon genannten Gegenſtande zwei entgegengeſetzte Beſtim⸗ mungen in wechſelſeitig adverſativem Verhältniſſe und wird bei der erſteren der Gegenſtand nochmals durch ein Pronomen(meiſt appoſitionel) wiederholt, ſo tritt häufig zu dieſem Pronomen das quidem hinzu und der die zweite Beſtimmung enthaltende Adverſativſatz wird als ſolcher durch eine Adverſativpartikel bezeichnet. Cie.

Att. 12, 10: Tuus... dolor humanus is quidem, sed magnopere moderandus. C. Lael. 6: Qui in vir- tute summum bonum ponunt; praeclare illi quidem: sed haec ipsa virtus amicitiam gignit. Aft. 8, 2: Quod me hortaris,... facis amice tu quidem,... sed mihi videris aliud tu honestum... judicare,

atque ego existimem.

c) Endlich drittens ſteht das hervorhebende quidem in Sätzen folgenden Inhaltes, wo es aber den Cha⸗ rakter eines verſichernden Modaladverbs anzunehmen ſcheint:&) in Sätzen, die eine Begründung des vor⸗ hergehenden enthalten. Cic. Phil. 2, 35: quaero tum tu quid egisses. Audiebam quidem te paratum ve- nisse(ich hörte ja, hörte ich doch...). T. Heaut. 4, 3, 29: Hem satin' sanus es aut sobrius? Tu qui- dem illum plane prodis;) die eine Vervollſtändigung, genauere Beſtimmung zu dem vorhergehenden hin⸗