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logie in materieller und formeller Beziehung, die nur auf hiſtoriſchem und grammatiſchem Wege zu erforſchen iſt. Das aber eben iſt Sache der rationalen Behandlung des neuteſtamentlichen Sprach⸗ idioms in der Weiſe, wie wir im vorhergehenden§. dieſelbe kurz bezeichnet und mit Beiſpielen belegt haben. Daraus folgt nun, daß die rationale Behandlung des grammatiſchen Elementes ganz im Dienſte der gläubigen Schriftauslegung ſteht; erſtre iſt eigentlich nur die in ihrer eigenthüm⸗ lichen, aber rechtmäßigen Weiſe zur Anwendung bei Erklärung der heiligen Schriften gekommne Vernunft des Menſchen; die letztre iſt dieſe ſelbſt, wie fern ſie in das Verhältniß zur heiligen Schrift ſich geſetzt hat, das ſchon oben nach dem bibliſchen Syſtem angegeben worden iſt. Wenn demnach die Vernunft gleich von vorne herein ihre Stellung zur heiligen Schrift im Allgemeinen anerkannt hat, und zu dieſer Anerkennung wird ſie gebracht, wenn ſie dem Lichte der Offenbarung das innre Auge nicht abſichtlich verſchließt,*) ſo wird ſie auch in beſondern Fällen, bei Unterſuchung des Sprach⸗ lichen, worin die Offenbarung entgegentritt, dieſe Stellung nicht vergeſſen und ſich nicht über jene erheben, oder ſich zur Richterin derſelben aufwerfen. Ja ſie wird, wie wir an den wenigen Bei⸗ ſpielen aus Johannes oben nachgewieſen haben, auf dieſe Weiſe in ihrer Stellung nur beſtärkt und feſter gegründet werden. Eine andre Behandlung, als die in Rede ſtehende, müßte als irrational d. i. als unvernünftig angeſehen werden, weil es für die ungemeſſenſte Inconſequenz der Ver⸗ nunft gehalten werden müßte, wenn dieſe nur theilweiſe und nach Belieben die Offenbarung, welche uns in den anerkannten heiligen Schriften vorliegt, annehmen, oder verwerfen wollte. Ein a priori- ſtiſches Verfahren, welches von vorne herein alle Offenbarung verwirft, kann daher nach unſrem Dafürhalten von der rationalen Behandlung des Sprachidioms, die ja, wie wir ſchon oben geſagt haben, nur vom Hiſtoriſchen ausgeht und Nichts a priori ſtipulirt, eben ſo wenig einen Gebrauch machen, als es unmöglich iſt, daß Jemand, der ſich dieſer bedient, zur totalen Verwerfung der Offenbarung geführt wird.
Was endlich den am Schluſſe des dritten§. berührten Einwurf betrifft, welchen vielleicht die Vertheidiger der ſtrengern Anſicht von der Theopneuſtie der heiligen Schriftſteller gegen die
quid simile, de quo non quaeritur, referat, ut incerta certis probet— cet.— Vergl. über Schriftausle⸗ gung oder Hermeneutik, deren Weſen, Geſchichte und vorzüglichſte Schriften den belehrenden Abſchnitt in Hoff⸗ mann's Alterthumswiſſenſchaft. Erſte Lieferung[Leipz. 1834.] v. S. 76 an; mit beſondrer Rückſicht aufs N. Teſt.: F. Lücke's Grundriß der neuteſtamentl. Hermeneutik und ihrer Geſchichte. Gött. 1817. F. G. Ger⸗ mar: Die panharmoniſche Interpretation der heil. Schrift. Schlesw. u. Leipz. 1821., und Deſſen: Beitrag zur allgemeinen Hermeneutik, und zu deren Anwendung auf die theologiſche. Altona 1828. Olshauſen: Ein Wort über tiefern Schriftſinn. Königsb. 1824. Deſſelben: Die bibliſche Schriftauslegung; noch ein Wort über tiefern Schriftſinn. Hamburg 1825. Schleiermacher: Hermeneutik und Kritik mit beſondrer Bezie⸗ hung auf das Neue Teſtament. Aus Scheiermacher's handſchriftlichem Nachlaſſe und nachgeſchriebenen Vor⸗ leſungen. Herausgegeben von Fr. Lücke. Berlin 1828.
*) Joh. 7, 16. 17.: Jeſus antwortete ihnen und ſprach: Meine Lehre iſt nicht mein, ſondern deß, der mich geſandt hat. So Jemand will deß Willen thun, der wird inne werden, ob dieſe Lehre von Gott ſei, oder ob ich von mir ſelber rede.


