Jahrgang 
1850
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wie zexriu, ol, aεᷣꝓναν, auch wol sᷣrᷣesα v. ⁴eεε Joh. 1, 15.] und&5ραα Joh. 9, 37. 14, 7. 1. Joh. 4, 20.] nach feſtſtehendem Sprachgebrauche die Bedeutung des Präſens haben, welche ſich aus der inchoativen Grundbedeutung ihrer Verba erklärt, vergl. Winer in d. Gr. S. 317. Sonach iſt alſo im Präſenti zu überſetzen: er[der Teufel] ſteht nicht, d. i. befindet ſich nicht, lebt nicht in der Wahrheit, mit welchen Worten der HErr nun nicht mehr eine einzelne That⸗ ſache, nämlich den[vor Zeiten geſchehenen] Abfall des Teufels lehrt, ſondern nur vom Charakter deſſelben im Allgemeinen ſpricht; wie denn auch ſchon von mehrern alten griechiſchen Erklärern dieſe Worte gefaßt worden ſind: od« u⁵μεeve, roureorov, dv τν νσισ Ʒνο ν᷑ν᷑ αάννerde, dndd deder i rouun nolcrelav. vergl. Tholuck z. d. St. Aber wird durch dieſe(rationale] Behandlung der Stelle nicht die orthodoxe Lehre vom Abfall des Teufels aufgehoben? Ja ſieht man nicht, daß ſtatt dieſer eine neue Lehre eingeſchoben wird, nämlich die, daß der Teufel ein böſes Urprincip iſt? So hören wir die Rechtgläubigkeit ihre Stimme laut erheben. Aber mit Unrecht; denn was den erſten Einwurf anbetrifft, ſo hört allerdings unſere Stelle, wenn anders ſie dafür gegolten hat, auf, ein locus probans zu ſein. Dadurch wird jedoch die Lehre im Uebrigen nicht geſchmälert, wiefern erſtlich noch andre Stellen, wie 2 Petr. 2, 4. Jud. V. 6., wo ein Abfall der böſen Engel unzwei⸗ deutig beſprochen wird, als dicta probantia übrig bleiben, ſodann es aber aus dem ganzen Chri⸗ ſtenthume hervorgeht, daß auch die böſen Engel von Gott erſchaffen ſind; ſchuf aber Gott auch die böſen Engel, ſo ſchuf er ſie rein und gut; folglich müſſen ſie abgefallen ſein, auch wenn mit keinem Worte ihres Abfalles gedacht würde. Hiernach fällt auch der zweite Einwurf von ſelbſt weg, der nur antithetiſch ſich geltend machen kann. Denn in der Wahrheit nicht ſtehen, ſich nicht befinden, kann dem ganzen Zuſammenhange unſrer Stelle nach nichts andres beſagen, als was auch ſchon von Origenes zu d. Stelle[ſ. Tholuck zu unſ. St.] angedeutet worden iſt; derſelbe ſagt nämlich:jener abgefallene Geiſt hat noch das unverläugbare Eigenthum, daß er 1010s lintelligent ſittlich! iſt. Hörte er auf ein ſolches Weſen zu ſein, ſo wäre er ein phyſiſches; er wäre dann nicht mehr böſe, ſondern ein Uebel. Da nun aber jedes intelligent-ethiſche Weſen nur ſeine Be⸗ ſtimmung hat, wenn es in der Heiligkeit, in Gott lebt, welches Leben in Gott daher auch nach der Schrift die Wahrheit heißt, d. i. das, was allein mit der menſchlichen Natur übereinſtimmt, ſo findet auch unbewußt in jenem böſen Weſen ein Streben Statt nach der Befriedigung der Beſtim⸗ mung ſeiner Natur, alſo ein Streben nach jener Seligkeit, die eigentlich nur im Leben mit Gott zu finden iſt. Es will einen Anhaltepunkt in der Wahrheit ſuchen. Aber es findet keinen, weil in ſeinem Innern nichts Verwandtes iſt, durch das es der Wahrheit ſich anſchließen könnte. Eben in dieſem Kampfe des Strebens nach ſeiner Beſtimmung mit den dieſem Streben ganz entgegen⸗ ſtehenden Neigungen beſteht ſeine Unſeligkeit. Chriſtus giebt alſo den Grund an, warum der gefallne Engel keinen Anhaltungspunkt in dem Guten finden könne. Wer mehr in der Stelle ſieht, der kann freilich wer weiß was noch drinnen finden. Nach rationaler Behandlung iſt es aber unrechtmäßig, Etwas in eine Stelle hineinzutragen, was nicht drinnen gefunden wird. Wir dürfen alſo auch hier ohne die Befürchtung ſein, daß durch dieſelbe die gläubige Schriftauslegung