Jahrgang 
1850
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der mit den bekannten Redensarten zaeir em olvomd ovrov, auch xεεέσeν 69ν, Ieuναeνs über das Meer hin ſchiffen, überſetzen, ſchauen, blicken bei Hom. Iliad. 5, 771. 0d. 4, 474. u. ö. parallel geht, ſo iſt Alles im Einklange. Es iſt alſo die rationaliſtiſche Auffaſſung unſerer Stelle am Ufer nicht gerechtfertigt, weil ſie die Grundbedeutung von an mit d. G. nicht berückſichtigt; die rationale hingegen, die dieſes thut, führt von ſelbſt zu der Auffaſſung, welche die gläubige Exegeſe von dieſer Stelle immer gehabt hat. Jetzt iſt es auch nicht nöthig, für die gläubige Auffaſſung auf die anderweiten freilich ſehr zwingenden Argumente hinzuweiſen, welche ſowol in dem Zuſam⸗ menhange unſrer Stelle liegen, als auch aus der Vergleichung mit den Parallelſtellen bei Markus 6, 48. und namentlich bei dem ausführlichen Matthäus 14¼, 24. folg. ſich ergeben. In Erwägung aller dieſer Umſtände iſt es unzweifelhaft, daß eine wundervolle Begebenheit mit dem z260Qmπσαπs» em rije dαςασ von Johannes angedeutet werden ſoll, die wegfällt, wenn dieſe Redensart nach der unkritiſchen Empirie am Meere wandeln gefaßt wird. Woher kommt aber dieſe falſche Auf⸗ faſſung? Daher: ent mit d. G. kann nach deutſcher Auffaſſung allerdings bisweilen durch bei, in der Nähe überſetzt werden; man vergl. em OGz᷑h bei Thuc. 5, 34.= an der Thraki⸗ ſchen Gränze; α er Aijuvou erexetueucer viGο bei Herod. 7, 7.= die bei Lemnus lie⸗ genden Inſeln; nsvew am O⁴æns bei Xen. An. 7, 26, 25. vergl. mit 2, 5, 18.= in der Nähe Thrakiens bleiben; sorecres ert 1oν νυιεαν bei Herod. 5, 92.= bei, an der Thüre Stehende; ai sq Ehluœmνκντον τυες bei Polyb. 18, 27, 18.= Städte am Hellespont; em zijs oialas bei Polyb. 14, 7, 1.= bei Jemandem, bei ſich zu Hauſe. Alle dieſe Rede⸗ weiſen mit Verbis der Ruhe laſſen wol die Ueberſetzung mit bei, in der Nähe nach deutſcher Vorſtellung zu, gründen aber in der griechiſchen Anſchauungsweiſe ſich auf ein Sein über, ober⸗ halb einer Fläche, eines Gegenſtandes. Wer z. E. an der Gränze eines Landes ſteht, kann als Einer gedacht werden, zu deſſen Füßen ſich das Land unter ihm weithin ausbreitet, der alſo relative über ihm ſteht. So dachte es ſich wenigſtens der Grieche, während der Deutſche das Verhältniß des Nebeneinander auf gleicher Fläche ſich denkt. Daher auch bei Dingen, die wirk⸗ lich auf derſelben Fläche befindlich ſind, der Grieche ein Oberhalb nach ſeiner conventionellen An⸗ ſicht ſich dachte, die wir nur nicht immer erreichen. In dieſer Beziehung führt Winer in der ang. Gr. S. 449 in der Note*) die citirte Stelle aus Herodot 5, 92.: sorecres ent νϑνυεοννό an der Thüre Stehende an, mit der Bemerkung:oberhalb der Thüre konnte der ſtehend gedacht] werden, welcher im Zimmer nach unſrer Vorſtellungsweiſe] an der Thüre ſteht, dagegen unterhalb jener, welcher außen an der Thüre ſteht. Die Anſchauung iſt da in den Sprachen ſehr verſchieden. Wir fügen hinzu nicht blos in den Sprachen, ſelbſt in einzelnen Provinzialis⸗ men. Nur einige Beiſpiele aus der deutſchen Sprache ſollen das klar machen. In hieſiger Ge⸗ gend hört man häufig ſtatt zu Jemandem Etwas ſagen, über Jemanden Etwas ſagen; das letztre, was freilich nicht Bücherſprache iſt, nimmt den Tropus von dem Sein oberhalb Je⸗ mandes, über welchen die Rede, von der er Kenntniß nehmen ſoll, gleichſam ausgegoſſen wird, her, während die erſtre den Tropus von dem Sein auf gleicher Fläche mit Jemandem ent⸗ lehnt. Es liegt alſo beiden Redeformen eine andre Anſchauungsweiſe zum Grunde, wie wol ſie daſſelbe 5