Jahrgang 
1850
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Exegeſe mehrerer neuerer Erklärer, unter welchen auch Paulus iſt, überſetzen am Meere, mit der Bemerkung, Jeſus ſei zu Lande um den See herumgegangen, und ſo ſeinen Jüngern plötzlich erſchienen. Die Grundbedeutung von ent mit dem Genitivo Sein auf, über einem Gegenſtande, mag nun derſelbe ruhend oder ſich hin und her bewegend gedacht werden, rechtfertigt eine ſolche Auffaſſung gar nicht, und Fritzſche in ſ. Commentar. in Matth. p. 501. hat gar nicht Unrecht, wenn er dieſe Auffaſſung geradehin für ſprachwidrig erklärt. Denn wenn man auch aus der claſſi⸗ ſchen, wie aus der neuteſtamentlichen Gräcität, Stellen anführt wie Xenoph. Anab. 4, 3, 28.: 5 Sevo†ρένν xε᷑ιναμ dyylov wslsuer ν‿od uervdi, eni rou orduoν οm υανᷣα= am Fluſſe zu verbleiben, und ihn nicht zu durchſchreiten; oder aus der LXX Daniel 8, 2,:H m*†uυρνν ent roð 017à¶= ich war am Waſſer Ubal; oder Joh. 21, 1,: 2&αᷣνε̈οοσενν ⁵εαᷣντον Qμαινςꝙ 1Iασο‿⁸ rois uaνν‿e emi rijs idα r* TuSεοαos= es offenbarte ſich Jeſus abermal den Jün⸗ gern am Meere bei Tiberias: ſo muß man doch einräumen, daß nur ein zufälliges Zuſammen⸗ treffen mit der deutſchen Anſchauungsweiſe die Ueberſetzung am Fluſſe bleiben, ſein oder ſich offen⸗ baren rechtfertigt; man könnte immer noch mit Rückſicht auf die Erhöhung des Ufers, wodurch der Fluß oder das Meer in die tiefere Lage kommt, überſetzen über dem Waſſer bleiben, ſein u. ſ. w., wenn es im Deutſchen nicht zu einem Mißverſtändniſſe führen würde. Darum wird es angemeſſener am, in der Nähe des Waſſers bleiben, ſein oder ſich offenbaren überſetzt werden müſſen.*) Wollte man aber sgœcreiy em Sc⁴αᷣνο ebenſo erklären, ſo würde der Sinn ſein: auf dem erhöheten Rande, Ufer, oder in der Nähe des Meeres auf und abgehen, was auf eine ganz andre Vorſtellung von der Sache führt; es muß vielmehr das Wandeln nach Maßgabe der Grundbedeutung auf der Oberfläche des Waſſers gedacht werden; ſo fordert es nicht nur die Grundbedeutung von en! mit dem Genitivo, ſondern auch die Analogie andrer Fälle, wo ent mit dem Genitivo mit Verbis der Bewegung conſtruirt gefunden wird; man ver⸗ gleiche qeufes arh inroy= zu Pferde d. i. auf dem Pferde fliehen Iliad, 24, 356.; er drivms 2νειι= zu Schiffe gehen d. i. auf einem Schiffe die Fahrt machen Soph. O. C, 313. und 0. R. 802. u. a., wo alle Mal ein Sein über dem Gegenſtande zum Grunde liegt. Noch mehr wird dieſe Vorſtellung der Sache ausgedrückt gefunden bei Apoll. Rhod. Argon. 1. A., wenn es vom Sohne Neptuns heißt: ervos dv* α advrou ert dxo Sesdus Ol0uαos x. r. J.= er lief auf den Wellen des Meeres; ebenſo ſagt Lucian de vera historia Libr. 2, c. A. von Korkläufern[Hεέννωννες]: 2ανιοοονσι⁵μεμ veωνςσειάνς τπṽ exi 105 meuᷣ d⁴ιειοννπας; ebenſoQ0 G,,&& d0 Luzian Philopseudes c. 13. Vergleichen wir noch bei Matthäus 14, 26. den correſpondirenden Ausdruck emi ri Sdzxuναςσαeν xεᷣνρνπαtobre= über das Meer hingehen,

*) So ſteht Luk. 22, 30.: 1*αᷣ εασ æ trs ent rig rOα‿ςςmqOά√Mð20⏓iWũ-n T SM‿αινεκ᷑ uνz daß ihr eſſet und trinket über meinem Tiſche, wo wir im Deutſchen nach unſerer Anſchauung ſagen an meinem Tiſche eſſen. Der Eſſende kann allerdings an dem Tiſche gedacht werden; er kann aber auch nach griechiſcher Vorſtellung als mit dem Munde über der Oberfläche des Tiſches ſich befindend angeſeben werden.