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bedeutungen der ſprachlichen Formen, wie der Caſus, der Tempora, der Modi, und beruhigt ſich nicht mehr dabei, dieſelben als eine todte Ueberlieferung nach allgemeiner Kenntnißnahme zu betrach⸗ ten, ſondern auf ihre letzten Gründe zurückzuführen. Daher wird man z. E. nicht mehr einem und demſelben Caſus, Tempus u. ſ. w., die verſchiedenſten Bedeutungen unterſchieben, ſondern ſich bemühen, in einem vorliegenden Falle auf die Grundanſchauung zurückgehend das Wahre zu ermitteln. So hat die Lehre von den Caſibus, Temporibus, Modis, von den Präpoſitionen und Partikeln, nach der neuen Behandlung eine ganz neue Geſtalt gewonnen. Hierher gehört auch die Feſtſtellung der Etymologie und Wortbildung und die daraus fließende Grundbedeutung der Wörter und Formen; ſelbſt die Quantität der Hauptſylben hat, wiefern ſie auf die Bedeutung einen Einfluß oder wenig⸗ ſtens eine Hinweiſung enthält, in der rationalen Behandlung noch ein neues Moment erhalten, das in manchen Wörterbüchern, wie z. E. in dem Paſſow'ſchen und Pape'ſchen oft mit Entſchieden⸗ heit hervorgehoben und benutzt wird. Dieſe Art der Behandlung nun, welche in ihrer ganzen Be⸗ deutung bei jeder Sprache, vorzugsweiſe bei ſogenannten todten, anzuwenden iſt, wenn dieſe in rechter Weiſe verſtanden werden ſollen, heißt die rationale im Gegenſatze der empiriſchen, die, wiefern ſie nicht die letzten Gründe einer Spracherſcheinung aufſucht, ſondern bei der Aeußerlichkeit derſelben ſtehen bleibt, mit Recht irrational genannt werden kann. Jene hat man wol auch die philoſophiſche genannt, aber dabei leicht zu Mißverſtändniſſen Anlaß gegeben, wenn auch nicht geleugnet werden darf, daß alles Suchen nach letzten, oder wenigſtens weiter zurückliegenden Gründen, ein Philoſophiren im Allgemeinen iſt. Freilich wenn Jemand der rationalen Sprachforſchung den hiſtori⸗ ſchen Grund und Boden entziehen und die Sprachgeſetze einer Sprache a priori ausdenken wollte, der würde ſich von der Weiſe, welcher hier das Wort geredet wird, ganz entfernen und in Unge⸗ reimtheiten verfallen; er würde damit die Beſorgniſſe verſtärken, die ohnedieß den minder Vertrauten erfüllen, wenn er ſieht, daß man jene Methode auch auf die Erklärung der heiligen Schriftſteller anwendet; die Beſorgniſſe nämlich, daß durch ſie die gläubige Schriftauslegung beeinträchtigt werden könnte. Denn ſobald es ſich um den Grund und Boden handelt, auf welchem dieſe allein Wurzel faſſen kann, dann iſt für dieſe d. i. für den Glauben an den hiſtoriſchen Inhalt der heiligen Schriften des N. T.'s Alles zu befürchten. Daß aber eben Nichts von jener Methode für die gläubige Schriftauslegung zu befürchten ſei; daß dieſe vielmehr durch jene gefördert werde: das wird nachzuweiſen unſere Aufgabe ſowol im Nachfolgenden, wo wir einige Stellen aus dem Evan⸗ gelio des Johannes, welches uns in der jüngſten Zeit in der Schule beſchäftigte, zu beſprechen haben, ſein, als auch in den Paragraphen, worin wir zum Schluſſe das Verhältniß der gläubigen Schriftauslegung zur rationalen Behandlung der neuteſtamentlichen Gräcität noch mit wenigen Worten zu berühren haben.
Joh. 6, 19.: eναοασα Scil. ot μαντ⁴α‿ rον νασονν νεκνοπαονν ex i ndαοm zca ppue roõ edoιoν*ονοαᷣsν, ad ερορννσν ‿έ‿[die Jünger] ſahen Jeſum auf dem Meere daher gehen und nahe bei das Schiff kommen, und ſie fürchteten ſich ſehr. Die wunderſcheue


