Jahrgang 
1850
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Dadurch nun, daß dieſen griechiſchen Volksdialekt auch Juden redeten, und darin ſchrieben, mußte es kommen, daß ihm ein jüdiſches Colorit zu Theil wurde. Daſſelbe iſt in ſo fern doppelter Art, als zur Zeit Chriſti nicht das Hebräiſch, welches im Alten Teſtamente ſich findet, ſondern ein aramäiſcher Dialekt die Landesſprache von Paläſtina war. Einen Einfluß davon auf die neuteſta⸗ mentliche Sprache wird man ſchon von ſelbſt anzunehmen haben, wenn man auch nichts von den gelehrten Forſchungen wüßte, welche die Gelehrten, um die Hebraismen und Aramaismen heraus⸗ zufinden, angeſtellt haben. Das führt zur Anerkennung eines griechiſch⸗orientaliſchen Dialekts im N. T., deſſen weitere Charakteriſirung nicht in unſerem Plane liegt.*) Was endlich das chriſt⸗ liche Element, deſſen wir noch zu gedenken haben, anbetrifft, ſo findet daſſelbe ſeine Begründung vorzüglich darin, daß man, um den eigenthümlichen Sprachgebrauch des N. T's in ſeiner ganzen Richtigkeit aufzufaſſen, ſich in den Geiſt des Urchriſtenthums überhaupt verſetzen und daran ſich erinnern muß, daß die neuteſtamentlichen Schriftſteller die neuen Ideen mit Wörtern aus einer andern Welt wiederzugeben hatten,**) wobei ihnen jedoch die Ueberſetzung des Alten Teſtamentes ins Griechiſche und die Apokryphen deſſelben nicht zu verkennende Dienſte leiſteten. Gewiſſe Aus⸗ drücke, welche in der chriſtlichen Anſchauung immer wieder kehren, kann man deshalb gewiſſer Maßen als religiöſe Kunſtausdrücke nehmen, wie duονeνeςανρσ, Oruοονυνm, daαteνσα, dα 20αόεκσσι, iσεε, Geuscν eis Xlεασöν,&xs⁸,εᷣανσσσ, oi&xsεxro, oi aru,rod, oi ioD 5⸗= die Chriſten, 00νοG, lαονεκν,[in tropiſcher Bedeutung], vvefelgeev, sxxeαν, acεν πνεsμαιαοο, ⁴σσας Larein, u. a. m,

§ 4.

Nationale Behandlung der neuteſtamentlichen Gräcität.

Schon die im Vorhergehenden vorgetragene Anſicht von dem eigenthümlichen Charakter des neuteſtamentlichen Sprachidioms, iſt im Gegenſatze zu dem Purismus und Hebraismus ein Ausfluß der rationalen Behandlung, von welcher nun die Rede ſein ſoll. Dieſelbe verträgt ſich nicht mit der unkritiſchen Empirie, die Alles nach einer ſehr willkührlichen Methode behandelt und von Storr in eine Art von Syſtem gebracht worden iſt. we)

*) Die hierher gehörigen Hauptſchriften ſiehe bei Winer a. a. O.§ 3. und de Wette im angef. Lehrb. Thl. 2. S. 9.; in beiden ſind Proben ſolcher Studien in reichem Maße niedergelegt worden.

**) Wie ſich dieſe Behauptung mit der ſtrengern Anſicht von der Theopneuſtie verträgt, zeigt der Schluß des§ 5. unten.

**N) Jo. Chr. Storr: Observationes ad analalogiam et syntaxin ebraeam pertinentes. Tub, 1779., u.: de sensu historico Scripturae sacrae. Tub. 1782. Vergl. dazu die Schilderung, welche Tittmann de scrip- torum N. T. diligentia gr. 1813 in: Synonym. in N. T. I Lips. 1829. p. 206. von dergleichen Erklärern giebt; sunt, qui grammaticam legum observationem in N. T. interpretatione parum curent, et si scriptoris cujusdam verba grammatice i. e. ex legibus linguae explicata sententiam.. ab ipsorum opinione alienam

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