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und worin beſonders der macedoniſche Beſtandtheil hervorſtechend war, daher macedoniſcher, auch wol alexandriniſcher Dialekt genannt, weil Alexandrien Hauptſitz der ſpätern griechiſch⸗macedo⸗ niſchen Bildung geworden war. Seit Alexander dem Großen nahm die griechiſche Sprache neben den Landesſprachen in Vorderaſien und Aegypten dergeſtalt überhand, daß ſie dieſe faſt verdrängte und allgemeines Bindungs⸗ und Umgangsmittel der verkehrenden Menſchheit wurde. Auch die Juden, wie die andern ungriechiſchen Bewohner ſolcher Länder, fingen an griechiſch zu reden, was SAneigew hieß; der griechiſch redende Aſiat, Syrer, Jude u. ſ. w. hieß daher Alεατis; vergl. Apoſtg. 6, 1.;*) ſo kam es, daß die griechiſche Sprache in der ganzen geſitteten Welt um jene Zeit verbreitet wurde, ſogar in mehreren Städten Paläſtina's herrſchte.**) In dieſe Sprache nun wurde von alexandriniſchen Juden, welche das Bedürfniß einer griechiſchen Ueberſetzung des Alten Teſtamentes namentlich für ihre Synagogen in Alexandrien fühlten, weil Viele das Hebräiſche nicht mehr verſtanden, die Bibel Alten Teſtamentes übertragen, woraus die ſogenannte Versio sep- tuaginta virorum oder interpretum***) entſtand; in dieſer Sprache ſind das Neue Teſtament und viele Apokryphen deſſelben geſchrieben. Da nun namentlich die Verfaſſer des N. T.'s ihr Griechiſch nicht aus Büchern gelernt hatten, ſo iſt es natürlich, daß ſie auch ſchreibend die Eigenthümlichkeiten der damaligen griechiſchen Volksſprache meiſt beibehielten. Nimmt man noch hinzu, daß die neuteſta⸗ mentlichen Schriftſteller eine durchaus neue geiſtige Welt mit Worten der alten Welt darzulegen und immerfort chriſtliche Ideen mit heidniſchen Worten auszudrücken, dieſe alſo gewiſſer Maßen zu transfiguriren hatten †), ſo wird man leicht abnehmen können, daß der Charakter der neuteſtament⸗ lichen Sprache ein ganz eigenthümlicher iſt und mehrere nicht zu verkennende Elemente hat, von denen das helleniſtiſche[Hellenismus] zwar immer obenan ſteht, aber andre, wie das hebräiſche, aramäiſche, und, wenn wir es ſo nennen dürfen, das chriſtliche †⁸¼) Element nicht ausſchließen wird.
*) Um nur einige Hauptwerke und Schriften, welche die Sprache des N. T.'s zum Gegenſtande haben, anzuführen, ſo wollen wir von den ältern folgende nennen: Sebast. Pfochen Diatribe de linguae graecae N. T. puritate cet. Amſterd. 1629., das Hauptwerk der Puriſten; Dan. Heinsius Exercitatio de lingua Helle- nistica. Leyden 1643., und noch mehr Salmasii Hellenistica sive Commentarius controversiam de lingua Hellenistica decidens. Leyden 1643., als die Gegner des Purismus; von den neuern: Fr. W. Sturz de dia- lecto Macedonica et Alexandrina. Lips. 1808., vergl. mit Heidelb. Jahrbb. 1810. St. 6. S. 266. folgg.; Henx. Plank de vera natura atque indole orationis graecae N. T. Gott. 1810. 4. Dazu gehören außer Winer im ang. W. die hermeneutiſchen Schriften von Lücke und Schleiermacher und de Wette's Lehrbuch der hiſt. krit. Einl. in d. Bibel u. ſ. w. 2té Aufl. Berl. 1830. 2. Thl. S. 1. folgg. Hoffmann's Alterthumswiſſen⸗ ſchaft. 1ſte Lieferung[Leipz. 1834.] S. 55. 56. enthält noch mehr Nachweiſungen, unter welchen auch Gottfr. Herrmann's akadem. Schrift: de Pauli epistolae ad Galatas tribus primis capitibus. Lipes 1832. 4. mit einer Hauptſtelle ſich findet.
**) Die Zeugniſſe ſiehe bei de Wette im a. W. S. 1. Vergl. die griechiſche Synagoge in Jeruſalem Apoſtelg. 6, 9. 15) Ueber. genauere Angaben hiebei, namentlich über Zeit, Veranlaſſung und ſonſtige Umſtände, denen auch Fabelhaftes beigemiſcht iſt, ſiehe de Wette's Lehrb. Thl. 1. S. 71. folgg. †) S. von Raumer's Pädagogik 3. Thl. Erſte Abthlg. S. 71. †rt) Vergl. Lücke Hermeneutik d. N. T. S. 90. folgg. und de Wette's angef. Lehrb. 2. Thl. S. 3.


