Jahrgang 
1850
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S

ſagen den Tod ſehen, wie man denn in etwas anderm Sinne wirklich ſagt: dem Tode ins Angeſicht ſchauen, d. i. in Todesgefahr ſein. Für norigior elen= den Kelch trinken tropiſch für: Widerwärtigkeiten, Leiden über ſich ergehen laſſen Matth. 20, 22. 23. berief man ſich auf Äſchylus Agamem. v. 1397. 98.: vLeοονι ιυντ οdν

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Aiſo dον μτds sxrluee Oνοιν. = da er(Agamemnon) den Becher ſo vieler ſchmachvoller Leiden im Hauſe gefüllt hat, ſo trinkt er ihn bei ſeiner Rückkehr mit vollem Rechte aus. Man hätte ſich aber eben ſo gut auch auf Plautus C(asin. 5, 2, A4.: ut senex hoc eodem poculo, quo ego bibi, biberet berufen können, zu welcher Stelle Forcellini ausdrücklich bemerkt: AQQναχαι ut eandem sentiret calamitatem. Und wer kennt nicht im Deutſchen den Leidenskelch austrinken? Koααςανα= ſchlafen, euphemiſtiſch für todt ſein gebraucht Matth. 27, 52. Joh. 11, 11. Apoſtelg. 7, 60. u. a. war nicht nöthig mit claſſiſchen Stellen, worin derſelbe Euphemismus vor⸗ kommt, zu belegen, weil das noch keinen Beweis für claſſiſche Purität abgiebt; man berief ſich auf Homerus Iliad. 11, 241::

G08 6 dεν αο mτε(άπιόιν m uνασαο dxsos ov; auf Sophokles Electr. v. 510::

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Mouorlhos e&xοααανν.; oder Kallimachus Epigr. 10.:

Aacνενριο ieοον υmννον νναc. Wird nicht auch im Hebr. e= liegen, ſchlafen 5 Moſ. 31, 16. Jeſ. 14, 8. u. a. euphe⸗ miſtiſch für todt ſein gebraucht? Nicht ſo im Lateiniſchen obdormiscere und consopiri bei Cicero Tuscc. Quaestt. 1, 49.§ 117.: quid melius quam in medis vitae laboribus obdormiscere et ita conniventem somno consopiri sempiterno? Ebenſo im Deutſchen entſchlafen? Sobald eine Re⸗ densart im N. T., wenn auch nur zufällig oder einiger Maßen ähnlich, bei den griechiſchen Claſſi⸗ kern ſich findet, ſo erklären ſie die Puriſten für reingriechiſch, ſelbſt in dem Falle, daß ſie für einen Hebraismus gelten kann; wie z. E. die Redensart Luk. 1, 344.eνααxeenν ς= einen Mann erkennen d. i. mit ihm ſich ehelich verbunden haben, die den Griechen, vergl. Callimach. Epigr. 58, 3. Plut. Cat. min. c. 7. Rom. c. 5., und auch den Römern, vergl. das

geht gerade darauf hin, daß man mit demſelben Rechte mortem videre ſagen könnte, mit welchem Terentius Adelph. 5, 4, 13.: miseriam vidi, und Virgilius Georg. 2, 68.: casus marinos visura abies geſagt haben. Ueber den weiten Umfang des Tropus von videre ſpricht Augustinus auf belehrende Weiſe in ſ. Confess. Libr. 10, Cap. 35.: ad oculos proprie videre pertinet. Utimur autem hoc verbo etiam in caeteris sensibus, quum eos ad cognoscendum intendimus. Neque enim dicimus, audi quam rutilet; aut olfac quam niteat; aut gusta quam splendeat; aut palpa quam fulgeat. Videri enim dicuntur haec omnia. Dicimus autem non solum, vide quid luceat, quod soli oculi sentire possunt, sed vide etiam quid sonet, vide quod oleat, vide quod sapiat, vide quam durum sit. Vergl. Forcellini in d. deutſch. Ausg. unter videre.