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mäßigkeit der Syntax ſtatt; vergl. Winer a. a. O. Es iſt nämlich zu bemerken, daß als Grund⸗ anſchauung von dem Charakter der neuteſtamentlichen Diction im 17. und 18. Jahrhunderte die doppelte Anſicht ſich Bahn gemacht hatte, welche in ihrer höchſten Entwickelung entweder als Pu⸗ rismus oder als Hebraismus auftrat. Ein Theil der bibliſchen Philologen betrachtete das neu⸗ teſtamentliche Griechiſch, wiewol es ſeinen eigenthümlichen Charakter hat, ganz aus dem Geſichts⸗ puncte des Altgriechiſchen, und legte ihm die Reinheit und Eleganz deſſelben bei, während ein andrer Theil das hebräiſche Colorit, das nicht zu verkennen iſt, nicht nur anerkannte, ſondern mit großer Uebertreibung geltend machte. Wir wollen nach dem Vorgange Winer's, der in ſ. neu⸗ teſtamentlichen Grammatik[vergl.§ 1. S. 15 folgg.] umſtändlich davon handelt, einige Belege dazu mittheilen. Die Puriſten, wie man die erſtern nennt, trugen aus den griechiſchen Profan⸗ ſeribenten Stellen zuſammen, in welchen dieſelben Wörter und Redensarten vorkommen, die ſich im N. T. finden, und die hier für Hebraismen erklärt wurden. So führte man im Gegenſatze gegen dieſe Erklärung für Matth. 5, 6.: eaνres l dανοέντe vν dοπꝶςs= die da hun⸗ gert und dürſtet nach der Gerechtigkeit, um darzuthun, ſei in dieſer(tropiſchen! Bedeutung rein griechiſch, aus Xenoph. Cyrop. V. 6, 1.: odrν ε⅔eμό ᷣmνν 2ανυςιεανασ= ich dürſte darnach, mich euch gefällig zu beweiſen an, und bedachte dabei nicht, daß manche Ausdrücke und Redensarten, beſonders bildliche, ihrer Einfachheit und Natürlichkeit wegen Gemein⸗ gut aller, oder vieler Sprachen ſind, mithin nicht für eine Eigenthümlichkeit einer einzelnen Sprache gehalten werden können. Eben ſo gut könnte man dann in unſrer Stelle dapyjv rin Ouclοαυννν für einen Latinismus halten, weil die Römer sitire auch tropiſch gebraucht haben und bei Cic. ad Quint. fratr. 3, 5.§ 3. honores sitire und Cic. Phil. 5, 7. sanguinem sitire gefunden wird. Aber auch kein Hebraismus liegt darin, obwol das hebr. Ne Pſ. 42, 3. 63, 2. u. a. in ähn⸗ licher Verbindung tropiſch gebraucht wird. Zu, welches Hebr. 10, 27 tropiſch vom verzeh⸗ renden Feuer vorkommt, berief man ſich, um es zu einem reinen Gräcismus zu machen, auf Hom. Iliad. 23, 182.:
dεαα μεν Tνοοιννμεαχινννμααν votα ε&σνοοε,
rods dν α ⸗vrreς u olee: Man könnte es eben ſo gut zu einem Hebraismus machen, weil 50 5 Moſes 32, 22. gleich⸗ falls vom verzehrenden Feuer gefunden wird; oder zu einem Latinismus, weil Virgilius Aen. IV, 66. geſagt hat:
——— est[= comedit] mollis flamma medullas. Um darzuthun, daß 1067 Jdαro“= den Tod in Erfahrung bringen d. i. ſterben Luk. 2, 26. Hebr. 11, 5. gut griechiſch ſei, berief man ſich auf Sophokles Electr. 205.:
109= Sℳ1008 108 dν* ydrous dixsis = den ſchmachvollen Tod hat mein Vater in Erfahrung gebracht, als ob den Tod ſehen nicht auch in andern Sprachen ein Tropus ſein könnte; man vergl. das hebr. o 8
Pſ. 89, 49.*); auch im Deutſchen wird man kein Bedenken tragen, wenigſtens mit der Bibel zu
*) Zwar iſt im Lateiniſchen mortem videre keine beglaubigte Redensart; aber der Tropus von videre


