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friſchen Haff zur Sicherung der Zufuhren wird im J 1264 aufgebaut, und nachdem die wiederholten Angriffe der wüthenden Heiden glücklich abgeſchlagmm waren, mußte ſich endlich das öſtliche Samland den tapferen Rittern zu Gehorſam ergeben, und auch das weſtliche mit ſeinem alten Götterſitze Romove unterlag noch im Jahre 1264 nach dem hartnäckigſten Widerſtande den Waffen der Ritter, die von Livland baher Hülfe erhalten, und die Edlen des Landes berbiürgten ihre Treue durch Geißeln.
7. Gapsrung im Barterland und in Ratangen, Niederlage des Ordens bei Löbau. Kreuzheere
im Jahre 1265 und 66 richten nichts aus. Herzog Miſtwin von Pommern bricht los. Die Kreuz⸗
fahrt König Ottokar's von Böhmen im J. 1268 ohne Erfolg. Fortgeſetzte furchtbare Empö⸗ rung der Preuſſen.
Indeſſen ſowie um Königsberg, ſo hatte der Orden überall, beſonders im Barterlande, damals ſchwere Kämpfe zu beſtehen; dabei zeigte der Herzog Kaſimir von Kujavien immer mehr feindſelige Ge⸗ ſinnungen. Die Gefahren des Ordens ſtiegen immer höher. Die Kreuzburg in Natangen, ſowie mehrere andere Burgen, war vorzüglich durch Hunger überwältigt worden. Von Natangen ſtürmte die wilde Empörung unter dem Häuptling Heinrich Monte bis ins Kulmerland hin, und bei Löbau mußte das Ordensheer mit dem Landmeiſter Helmerich von Rechenberg ſammt 40 Ordensrittern in mörderi⸗ ſcher Schlacht den empörten Preußen unterliegen, ein unheilvoller Tag, der die Ordensherrſchaft ihrem Ende nahe führte; denn der Muth und die Zuverſicht der Abtrünnigen war auf's Höchſte geſtiegen. Während nun der neue Landmeiſter Ludwig von Baldersheim in Preußen auftrat, wurde auch die Burg Barterſtein, nach dem Tode des Ordensmarſchalls Dieterich im J. 1264 überwältigt. Nach allen Seiten hin drohten den Rittern Gefahren und Tod, und leider waren ſie überall, ihrer ſich auf⸗ opfernden Tapferkeit ungeachtet, im Nachtheil. Auch in Samland loderte die Fackel der Empörung von neuem auf; hier indeſſen gelang es den Anſtrengungen des Ordens, den furchtbaren Sturm, vorzüglich vor der Burg Wehlau, abzuſchlagen.— Im dieſer fortdauernden Bedrängniß und Noth eilte der Hoch⸗ meiſter Anno von Sangerhauſen nach Deutſchland und zum Papſte und flehte überall um Hülfe gegen die aufgeregten heidniſchen Preußen. Der Papſt Urban IV., gerne zur Unterſtützung geneigt, forderte alsbald die Prediger⸗Mönche und Minoriten zu Kreuzpredigten auf und wiederholte ſeine dringenden Bitten zur neuen Kreuzfahrt bei König Ottokar von Böhmen. Dieſer gelobte auch Hülfe, konnte ſie aber erſt nach einigen Jahren ausführen.
Die Kreuzheere, welche im J. 1265 und 66 unter dem Herzog Albert von Braunſchweig und dem Landgrafen Albert von Thüringen heranzogen, und andere, die der unermüdete Papſt Clemens IV., ungeachtet der tückiſchen Umtriebe des neidiſchen Clerus, hervorgerufen, vermochten wegen der ungünſtigen Witterung, oder ihrer geringen Anzahl, nur wenig auszurichten. Dem bedrängten Königsberg wurden Lebensmittel zugeführt und eine neue Burg, Brandenburg, in Natangen am öſtlichen Ufer des friſchen Haffs erbaut. Indeſſen ſtarb im J. 1266 der pommerſche Herzog Suantepolc von Pommern, ſeine beiden Söhne zum Frieden mit dem Orden ermahnend; aber Miſtwin, der Haupterbe, ſuchte frühere Schmach an dem Orden zu rächen, unterſtützte die Preußen und machte alsbald Einfälle auf das Ordens⸗Gebiet; er wird zwar im J. 1267 ſchwer dafür vom Landmeiſter gezüchtigt; die Gefahren jedoch bleiben dieſelben für den Orden, und vorzüglich wird das weſtliche Land an der Weichſel in wie⸗ derholten Stürmen angegriffen; die Chriſtburg wird hart bedrängt, eben ſo Marienwerder umlagert; überall war es ein Kampf für Leben und Tod, und lange würden ihn die Riter nicht mehr ausgehalten haben, wenn ihnen nicht Hülfe zu Theil wurde.
Zwar vernahmen ſie freudig gegen Ende des Jahres 1267 die Kunde von der durch den raſtlos thätigen Papſt Clemens IV. bewirkten Heerfahrt des Königs Ottokar von Böhmen; glänzende Ausſichten


