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Geiſtlichkeit in Deutſchland und anderen Ländern gelungen war, die Rütter in ihren Beſtrebungen zu verdächtigen und durch gehäſſige Beſchuldigungen gar Manchen von den Waffen des Kreuges zurück zu halten, ja ſelbſt durch Bann abzuſchrecken. 1een, a0n„un Indem nun unter ſolchen Verhältniſſen der Abfall vom EChriſtenthum, naruntich in dem kaum bezwungenen Samland, im Jahre 1260 immer allgemeiner, und die Auflöſung der Ordensmacht immer augenſcheinlicher wurde, ſo brach endlich im J. 1261 die Rache der Unterjochten in blutigen Auftritten mächtig los; die Ermordung der Ordensritter war das geheime Loſungswort. Gleichzeitig drang der König Mindowe von Litthauen, der bisher durch glänzende Verſprechungen und Schenkungen den Orden zu täuſchen gewußt, im verwüſtenden Sturme durch Polen und Maſovien hin, und leicht fand er Gelegenheit, auch mit dem Orden zu brechen; ſo begann der Kampf in Livland. Der Landmeiſter Bur⸗ chard von Hornhauſen hatte wacker gerüſtet; aber in der blutigen Schlacht an der Durbe am 13. Juli 1261, wo plötzlich die erbitterten Kurländer von ihm abfielen, unterlag er der Uebermacht der treuloſen Feinde und fand mit dem Ordensmarſchall Heinrich Botel und 150 tapferen Rittern und vielen Anderen den Tod; die Gefangenen ſtarben unter den zräßlichien Martern; die Ordensherr⸗ ſchaft in Kurland und Livland ſchien ihrem Ende nahe zu ſein. uamd Aber auch in Preußen wurde nun durch dieſes Unglück des Ordens der wilde Aufſtand zum offenen Ausbruch geführt. Dazu kam, daß der Ordensvogt Walrad auf der Burg Lanzenberg gegen die Edlen des Landes, die ihn um Milde baten, die blutigſte Strenge ausübte, ſie alle, eingeſperrt in der Burg, verbrennen ließ. So mußte der allgemeine Unwille des Landes ſeinen Höhepunkt erreichen. Einzelne tuͤchtige Jünglinge aus den Familien der Edlen, die auf deutſchen Schulen gebildet wurden, ſchürten das lodernde Feuer; der Rachetag wurde im Geheimen feſtgeſetzt, Alles ſorgfältig vorbereitet, und am 20. September des Jahres 1261 brach der Aufſtand in Preußen von allen Seiten los. Furchtbar wüthete die entzügelte Rache gegen Alles, was deutſch und chriſtlich hieß; Mord und Plünderung war allgemein; die Burgen wurden belagert und mit Wuth erſtürmt; aber die Ritter kämpften tapfer, wenn es auch, wie in Elbing, an Verräthern nicht fehlte. Zwei derſelben ließ der Landmeiſter Hartmud zum Feuertod verurtheilen, wurde aber ſelbſt von dem Hochmeiſter Anno ſeines Amtes entſetzt und der Komthur von Königsberg Dieterich zu ſeinem Stellvertreter ernannt. Der Papſt Urban IV. ließ es auf die Nach⸗ richt von dem Aufſtand an Kreuzpredigten in Deutſchland, Böhmen, Dänemark und Polen nicht fehlen. Im J. 1262 ſammelte ſich alsbald ein Kreuzheer, herangeführt von dem neuen Landmeiſter Helmerich von Rechenberg; das Kulmerland und Pomeſanien, ſowie Pogeſanien und Ermeland unterwarfen ſich wieder ohne Widerſtand; aber in Natangen unterlagen die Deutſchen in furchtbar blutiger Schlacht bei Pokarwenz; unter den Gefangenen ſtarb der edle Ritter Hirzhals muthig den Flammentod. Ein zweites Kreuzheer hatte gleiches Schickſal; das Siegesvertrauen der Heiden wuchs immer mehr. Die Burg Heilsberg, ſowie die Burg und Stadt Braunsberg unterlagen, durch Hunger und Noth bezwungen, und wurden verwüſtet, andere, wie Königsberg, Kreuzburg, Bartenſtein und Röſſel wurden umlagert und hart bedrängt; an Hülfe aus Deutſchland war in dieſer verwilderten Zeit des Interregnums nicht zu denken; dennoch bewirkte endlich der unermüdete Papſt im J. 1263 die Rüſtung eines neuen Kreuz⸗ heeres. Geführt von den Grafen Wilhelm V. von Jülich und Engelbert von der Mark, zogen bedeutende Schaaren heran; vor Königsberg entſpann ſich der blutigſte Kampf; die Samläander unterlagen, 3000 fielen im Streite; doch auch die Chriſten betrauerten manchen der Ihrigen, Königs⸗ berg war gerettet und rüſtete und befeſtigte nun um ſo mehr ſeine beiden Burgen; aber es wurde, indem Samland, wenn ſich auch einzelne Edle fügten, noch unbezwungen blieb, alsbald von neuem zu Lande und zu Waſſer angegriffen und von neuem durch die verzweifelte Tapferkeit der Ritter und Bürger nach harten Kämpfen gerettet; die Samländer geſchlagen, werden weithin verfolgt. Eine neue Burg am


