Jahrgang 
1848
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rühmlicher Thatkraft, der alsbald ein bedeutendes Kriegsheer zuſammen bringt; und mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Thüringen und Meiſſen und ſeinen Schaaren zieht er ungeſäumt nach Preußen. Die Landſchaften Bartien und Galindien müſſen ſich vorerſt unterwerfen, und nachdem därauf die Memelburg vollendet worden und auch der König Ottokar von Böhmen ein großes Kreuz⸗ heer im J. 1255 heran geführt, auch Graf Rudolf von Habsburg und Markgraf Otto von Branden⸗ burg ſich angeſchloßen ſo ſollte nun ganz Samland erobert werden. Das vereinte Heer von 60000 Mann drang in verſchiedenen Richtungen ein, und in wenigen Wochen erboten ſich die Landes⸗Edlen mit ihren Völkern zur Taufe und zum Gehorſam. Eine Anhöhe an der Mündung des Pregel beſtimmte König Ottokar zum Aufbau einer Schirmburg des neu gewonnenen Landes, und zum Andenken ſeines glücklichen Kreuzzuges wurde ſie Königsberg genannt, erhielt einen geharniſchten und gekrönten Ritter zum Wappen, und den tapferen Ordensritter Burchard von Hornhauſen zum erſten Komthur und Vicelandmeiſter, während der Ordensbruder Heinrich von Strittberg erſter Biſchof von Samland wurbe. Die äußeren Landesverhältniſſe wurden durch das Gewinnen der Landesedlen alsbald geordnet; aber für die Religion geſchah nichts, da der Biſchof ohne Verzug nach Deutſchland zurückkehrte. Gleiches Schickſal befürchtend, brachen nun die benachbarten Völker von Nadrauen, Schalauen und Sudauen in verwüſtendem Sturme über Samland los; aber kaum waren ſie mit ihrer Beute zurückgekehrt, ſo muß ſich wenigſtens Nadrauen theils durch Gewalt, theils durch Verrath unterwerfen; es war jedoch nichts Dauerndes; denn die neu bekehrten Völker konnten ohne chriſtliche Belehrung unmöglich ihre alten Götter vergeſſen und ſich mit der neuen Religion und ihren Verpflichtungen befreunden; und ſo ergriffen die Samländer noch wiederholt das Schwert der Empörung, und die Ritter hatten manchen herben Verluſt; und wenn auch die äußeren Verhältniſſe, die Streitigkeiten mit dem Herzog von Kujavien und mit den Biſchöfen über ihre Einkünfte und Rechte beſeitigt wurden, ſo geſchah doch für die Belehrung in der chriſtlichen Religion immer noch nichts; die Erbitterung und Abneigung der Unterjochten dauerte daher fort und der Orden ſah ſich in ſeiner verhältnißmäßig geringen Macht von beſtändigen Gefahren umringt. Da ſucht der Papſt Alexander IV. mit Nachdruck zu helfen; unermüdet zeigte er ſich mit Ermahnungen an die Ritter und Biſchofe, mit ſeinen Bullen und Kreuzpredigten, mit ſeinen Verſprechungen und Privilegien für die Bekämpfer der Heden, nach allen Richtungen hin drangen ſeine Aufforderungen, und ſo kam es denn, daß ſich noch im J. 1257 bedeutende Schaaren unter der Fahne des Kreuzes ſammelten. Aber ehe ſie ankamen, legte der in den Beſchwerden ergraute Hochmeiſter Poppo von Oſterna, der meiſtens in Preußen ſich aufgehalten, ſeine Würde nieder(ſt. 1263 in Breslau) und es folgte ihm Anno von Sangerhauſen, der alsbald ſeinen Sitz wieder nach Deutſchland verlegte.

Der Landmeiſter Gerhard von Hirzberg ſah endlich im J. 1258 das Kreuzheer anlangen; aber man hielt es für rathſam, nichts gegen die jetzt ruhigen Preußen zu unternehmen; da eben noch die wilden Horden der Tartaren auf ihrem Verwüſtungszuge aus Aſien durch das ſüdliche Rußland bis nach Litthauen vorgedrungen waren, und Alles mit Angſt und Schrecken erfüllten. Die Landesburgen wurden daher mehr noch befeſtigt und neue erbaut; indeſſen eben dadurch wurde das Joch der Neubekehrten nur um ſo drüͤckender und ihr Zorn um ſo drohender. Der de d das Schlimmſte fürchtend, und wenig für die Sache des Ordens begeiſtert, legte deßhalb im J. 1259 ſein Amt nieder, und ſein Nachfolger, der Komthur Hartmud von Grumbach, von der neuen jugendlichen Rittern unterſtützt, empoͤrte Freund und Feind durch ſeine barbariſche Härte und ſeinen Uebermuth. Der Ingrimm der Unterjochten ſtieg immer höher, und er würde ſchon jetzt in offener Empörung losgebrochen ſein, wenn nicht das Land mit neuen Kreuzesſchaaren von allen Seiten her theils gegen die in Polen Alles verwüſtenden Tartaren, theils gegen die Preußen erfüllt geweſen wäre. Der Orden ſchloß daher in ſeiner Beſorgniß mit dem Herzog von Maſovien ein Schutzbündniß, und zwar um ſo mehr, da es der Argliſt und Mißgunſt der