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Noch blieb dem Orden die Unterwerfung der abgefallenen Landſchaften uͤbrig. Auch dieſe gelang nach hartem Verluſte im J. 1249, nachdem der Markgraf Otto von Brandenburg eine tapfere Ritter⸗ ſchaar heran geführt; ganz Warmien, Natangen und ein Theil von Barterland gelobten von neuem Gehorſam und der päpſtliche Legat ſtellte im Februar des Jahres 1249 in feierlicher Verſammlung auf der Chriſtburg in einem förmlichen Friedensvertrage die Rechte und Verpflichtungen der Neubekehrten gegenüber dem Orden und den Biſchöfen feſt und ließ denſelben auf der Ordensburg Balga beſiegeln und beſchwören. 4.
So hatte nun der Orden allmählig ein Gebiet von etwa 30 Meilen zwiſchen der Weichſel und Samlands Grenzen gewonnen und der Kampf ruhte auf einige Jahre; auch der unwürdige Hader des Ordens und der Biſchöfe mit dem Erzbiſchof Albert von Preußen, der in ſeinen hierarchiſchen Anmaßungen immer weiter um ſich griff, wurde endlich durch die nachdrücklichen Schritte des Papſtes Innocenz IV. im J. 1251 glücklich beſeitigt; der Erzbiſchof ſollte zu Riga nach dem Tode des dortigen Biſchofs ſeinen Sitz nehmen und zugleich die Bisthümer Preußens beaufſichtigen; aber während nun die Biſchöfe nach den Landesbeſtimmungen von 1244 die ihnen zukommenden Landestheile einnahmen und zu ordnen ſuchten, brach nach dem Tode des Hochmeiſters, Heinrich von Hohenlohe, der im J. 1249 geſtorben war, im Orden ſelbſt Spaltung aus, und der zum Hochmeiſter gewählte Guͤnther von Schwarzburg brachte es mit Mühe dahin, daß ſein Gegner Ludwig von Queden im J. 1250 als Landmeiſter nach Preußen berufen und ſo die Ausgleichung hergeſtellt wurde.
Noch im Jahre 1251 traf der Deutſchmeiſter Eberhard von Sayn, der als Stellvertreter des Hochmeiſters nach Preußen kam, verſchiedene neue Einrichtungen in der Landesverwaltung: in Elbing ſollte fortan das Haupthaus des Ordens ſein, hier das jährliche General⸗Kapitel abgehalten und von dieſem an den Hauptſitz nach Akkon Bericht erſtattet werden.
Der Herzog Suantepolc vermochte indeſſen aller ſeiner Verſprechungen ungeachtet die Begünſtigungen des Ordens gegen ſeinen Bruder Sambor nicht mit Ruhe zu ertragen; durch einen neuen Kriegszug ſuchte er ſich im Jahre 1252 zu rächen; aber er wurde leicht abgewehrt, und nachdem auch die mit dem Herzog Kaſimir von Kujavien entſtandenen Mißhelligkeiten wegen des Handels glücklich beigelegt waren, erfolgte durch einen päpſtlichen Legaten im J. 1253 die völlige Verſöhnung mit Suantepolc und ſeinem Sohne Miſtwin, und der Friede war wieder hergeſtellt. Eben ſo wurde der alte Streit, welchen der heidniſche Fürſt Mindowe, das Haupt der Litthauer, ſeit 1248 mit dem Orden führte, nach einer blutigen Schlacht dahin ausgeglichen, daß Mindowe mit vielen ſeiner vornehmen Unterthanen ſich taufen ließ und durch den Papſt feierlich vom Biſchof von Kulm eine Königskrone empfing, und nun den Ordensprieſter Chriſtian als erſten Biſchof von Litthauen in ſeinem Lande aufnahm.
6. Angriff gegen Samland ſeit 1253. Feldzug König Ottokar's von Böhmen im J. 1255. Unter⸗ werfung Samlands. Königsberg. Auch Nadrauen bezwungen. Aufſtand der unterjochten Völker im J. 1261, gleichzeitig mit dem Angriff des Königs Mindowe von Litthauen. Nieder⸗ lage des Ordens an der Durbe im J. 1261. Grauſamkeit des Landvogtes Walrad. Niederlage bei Pokarwen im J. 1262. Sieg bei Königsberg im J. 1263. Samland im J. 1264 bezwungen.
Jetzt ſollte auch Samland unterworfen werden; aber es koſtete harte, blutige Kämpfe. Der tapfere Komthur von der Chriſtburg, Heinrich Stange, findet mit ſeinem Bruder und vielen anderen Rittern bei einem Einfalle im J. 1253 ſeinen Tod; die Schwierigkeiten häufen ſich immer mehr. Da ruft der Papſt durch ſeine Prediger-Mönche zu einem Kreuzzuge nach Preußen auf. Poppo von Oſterna war nach dem Tode des thatenloſen Günther im J. 1253 Hechmeiſter geworden, ein Mann voll


