Jahrgang 
1848
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und Nadrauen beſtehen und jedes Bisthum drei Theile ausmachen ſollte, zwei nämlich als Eigenthum für den Orden und einer für die landesherrlichen Rechte des Biſchofs, während der Biſchof Chriſtian in ſeiner Unzufriedenheit vor Gram ſtarb, und darnach im J. 1244 die kirchliche Verfaſſung zu Thorn in einer Verſammlung von Präͤlaten und Ordeusrittern feſtgeſtellt wurde, brach der treuloſe Herzog Suan⸗ tepolc, die Preußen in ihren Einfällen in Maſovien und Kujavien unterſtützend, von neuem mit wilder Verheerung ins Kulmerland ein; nur die drei Burgen Thorn, Rheden und Kulm blieben den flüchtigen Bewohnern, und Dietrich von Bernheim, der alte Ordensmarſchall, und ſein Nachfolger Berlewin fallen nach kurzem Siege in blutigem Kampfe; aber Kulm wird durch die Frauen der Stadt tapfer gegen Suantepolc's Angriff vertheidigt; um ſo mehr traf das Kulmerland und Kujavien gräßliche Ver⸗ wüſtung; erſt bei ſeiner Rückkehr wurde Suantepolc an der Weichſel von den Ordensrittern mit großem Verluſte in die Flucht geſchlagen.

In Deutſchland war indeſſen nach dem Tode des Hochmeiſters Konrad von Thüringen im J. 1241 Gerhard von Malberg zum Meiſter ernannt und vom Papſte Innocenz IV. mit dem Ringe als Symbol der Belehnung mit Preußen förmlich inveſtirt, aber kein Vertrauen einflößend, ſchon im J. 1241 von den Ordensgebictigern ſeiner Würde wieder entſetzt worden. Das Ordenskapitel zu Marburg wählte darauf den bisherigen Deutſchmeiſter Graf Heinrich von Hohenlohe zum Hochmeiſter. Der Landmeiſter von Preußen, Heinrich von Wida, war bei der Wahl zugegen, um zugleich einen mit Lübeck wegen der Eroberung Samlands entſtandenen Streit zur Entſcheidung zu bringen. Das Kapitel aber entſetzte ihn ſeines Meiſteramtes und ernannte den Ordensritter Poppo von Oſt erna zum Landmeiſter in Preußen. Raſch zog dieſer nun mit einem Kriegshaufen nach Preußen hin. Der Herzog Suantepole regte ſich von neuem, baute und befeſtigte die Burgen Zantir und Schwez gegen die Weichſelſchifffahrt des Ordens, achtete nicht der päpſtlichen Ermahnungen, griff plötzlich Elbing an, und mußte, von den tapferen Frauen der Stadt zurückgewieſen, darauf von dem Landmeiſter mit dem Kreuzheere, welches der Hochmeiſter Heinrich von Hohenlohe unterdeſſen ſelbſt herangeführt, in ſeinem eigenen Lande heim⸗ geſucht, nach dem Verluſte einer blutigen Schlacht im Frieden alle Gemeinſchaft mit den Preuſſen auf⸗ zugeben feierlich geloben.

Der Hochneiſter ſchlichtete alsdann den Streit mit Lübeck; eine neue Stadt ſollte am Ausfluſſe des Pregels mit Lübecks Unterſtützung erbaut werden und dieſes einen Theil von Samland erhalten; Elbing wurde mit neuen Privilegien beſchenkt, und nachdem der Landmeiſter von Livland, Dietrich von Grüningen, auch die Verwaltung von Preußen übernommen, um hier gegen Suantepolc und dort gegen den Großfürſt Mindowe von Litthauen, den beharrlichen Schirmherrn des alten heidniſchen Glaubens, gleichzeitig auf der Hut ſein zu können, ſo kehrte im J. 1246 der Hochmeiſter, von dem Landmeiſter Poppo von Oſterna begleitet, wieder zurück nach Deutſchland. Aber noch in demſelben Jahre trat der unruhige Suantepolc wieder mit Gränz- und Zoll-Streitigkeiten gegen den Orden hervor, und kaum war im J. 1247 von dem abermals zum Landmeiſter erwählten Heinrich von Wida ein neues Kreuz⸗ heer aus Deutſchland herangeführt worden, ſo loderte die Kriegsfackel ſchon wieder empor. Unterhand⸗ lungen fruchteten nichts. Suantepolc ſtüͤrmte verwüſtend in Kujavien und Pomeſanien ein,die Chriſtburg unterliegt; aber durch die klugen Anordnungen des Landmeiſters(Neu⸗Chriſtburg an der Sirgune) wird der Herzog an der Weichſel mit ſolchem Verluſte geſchlagen, daß er ſelbſt kaum entkommt, und da er nun zugleich ſein eigenes Land der furchtbarſten Verwüſtung preisgegeben und ſeine Kräfte gänzlich erſchöpft ſieht, ſo verſtand er ſich endlich zu einer ernſtlichen Ausgleichung im J. 1248, und erhielt, jeglicher Verbindung mit den Preußen eidlich entſagend, ſeinen Sohn, den er als Geißel gegeben, wieder zurück, und der blutige Kampf war ſomit auf dieſer weſtlichen Seite glücklich beendigt.

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