Jahrgang 
1848
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werfen, mißlang mit großem Verluſte; und was dem Orden noch mehr Nachtheil und Gefahr bringen mußte, war die feindliche Stellung, welche allmählig die bisher befreundeten polniſchen und pommer'ſchen Fürſten gegenüber der in ihren Erwerbungen immer weiter um ſich greifenden Ritterherrſchaft einnahmen.

Die Schwertbrüder in Livland(ſ. oben 8ub. 2.), den fortwährenden Kämpfen mit den einbrechenden Ruſſen und Litthauern, ſowie mit dem Könige Waldemar II. von Dänemark nicht mehr gewachſen, und der immermehr drückenden Anmaßungen des Biſchofs von Riga müde, hatten wiederholt den Hochmeiſter Hermann von Salza durch Geſandtſchaften um eine Vereinigung mit dem deutſchen Orden gebeten; ein deßhalb in Marburg abgehaltenes Ordens⸗Kapitel war ohne Erfolg; erſt im J. 1237 wurde die formliche Einwilligung vom Papſte und dem Hochmeiſter zur Vereinigung gegeben, und die Beſitzungen der Schwertbrüder dem deutſchen Orden als Lehen des Apoſtels Petrus mit Beibehaltung der Gerichts⸗ barkeit der Biſchöfe und Prälaten überwieſen; Hermann von Balk ſollte, ſowie in Preußen, ſo auch in Livland als Landmeiſter die weiteren Verhältniſſe der Verwaltung ordnen und ſichern. Kaum aber war es demſelben durch ſeine weiſe Umſicht gelungen, den Streit der Schwertritter mit Dänemark im J. 1238 zu ſchlichten und die einbrechenden Ruſſen zurückzuſchlagen; als er, von den Gefahren in Preuſſen unterrichtet, dahin zurück eilt, und auch hier gelingt es ſeiner Milde und Schonung, die Ruhe wieder herzuſtellen, und ſeinen umſichtigen Unterhandlungen, die feindlich geſinnten Nachbar-Fürſten durch förm⸗ liche Verträge dem Orden wieder zu gewinnen. Da er jedoch im Sommer des Jahres 1238 von dem Hochmeiſter Hermann zu einer Berathung nach Deutſchland berufen wird, ſo ernennt er den Ordens⸗ ritter Friedrich von Fuchsberg zu ſeinem Stellvertreter, und folgt, von Hermann von Altenburg begleitet, dem Rufe ſeines Hochmeiſters. Dieſer indeſſen hatte ſich ſchon kränkelnd nach Italien begeben, und während auch Hermann von Balk in Deutſchland erkrankte, und am 5. März des Jahres 1239 unter⸗ lag, ſtarb zu Salerno am 20. Marz deſſelben Jahres der edle Hochmeiſter, der durch ſeine perſönliche Tüchtigkeit den Orden ſo mächtig empor gehoben und die Zahl der Ritterbrüder bis auf 2000 gebracht haben ſoll. Ebenſo wurde in demſelben Jahre auch der ſtellvertretende Landmeiſter Friedrich von Fuchs⸗ berg auf ſeinem Feldzuge nach Warmien hingerafft, und ſo wöhlte alsbald das in Marburg zuſammen⸗ tretende Ordenskapitel den Landgrafen Konrad von Thüringen zum Hochmeiſter und den Ordensritter

Heinrich von Wida zum Landmeiſter in Preußen; Dietrich von Grüningen ſollte in Livland die Ver⸗ waltung führen.

5. Warmien, Natangen und Barterland werden im J. 1239 bezwungen. Pommern. Des Herzogs

Suantepolc wiederbholte Feindſeligkeiten bis 1253. Kirchliche Verfaſſung Preuſſens im J. 1244

zu Thorn feſtgeſtellt. In Elbing das Haupthaus des Ordens, General⸗Kapitel 1251. Aus⸗ gleichung mit dem Furſten Mindowe von Litthauen.

In Preußen war indeſſen die Eroberung Warmiens oder Ermelands unter dem Nachfolger Friedrichs von Fuchsberg, dem Vicelandmeiſter Berlewin und dem tapferen Ordensmarſchall Dietrich von Bernheim mit allem Nachdruck fortgeſetzt worden. Die Burg Balga wurde nach harten Kämpfen überwältigt und mehr noch befeſtigt; aber von neuem durch die anſtürmenden Warmier bedrängt, konnte es nur durch die ſchleunige Hülfe des ritterlichen Herzogs Otto von Braunſchweig(das Kind) mit ſeinem Kreuzheere gerettet werden. Allgemeiner Schrecken verbreitete ſich nun vor den chvriſtlichen geharniſchten Rittern; die Landſchaft Warmien, ſowie Natangen und Barterland gelobten Unterwerfung und Annahme der Taufe mit jaͤhrlichem Zins, und alsbald erhoben ſich ſechs feſte Ritter⸗ burgen in den bezwungenen Landen: Braunsberg und Heilsberg in Warmien, Röſſel, Bar⸗ tenſtein und Schiffenburg oder Schippenbeil in Barterland, und die Kreuzburg in Natangen, alle wohl bemannt, vorzüglich mit den Pilgrimen und Koloniſten des Herzogs Otto, der nach Jahres⸗

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