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des Papſtes begann im Anfang des Jahres 1234 von neuem der Feldzug nach Pomeſanien. An den Ufern der Sirgune(Sorge) werden die Feinde in heißer Schlacht überwältigt; ſie ziehen ſich zurück; aber bald darnach üben ſie durch einen Einfall in Pommern blutige Rache; nur Danzig konnte ihnen widerſtehen. Da ließ der Landmeiſter in ſeiner Beſorgniß die ſtarke Burg Rheden zum Schutze des Kulmerlandes erbauen, und unter ihren Mauern erhob ſich die Stadt gleiches Namens.
Kaum aber waren die Kreuzfahrer in ihre Heimath zurückgekehrt, ſo brach der Zwieſpalt zwiſchen dem Orden und dem Biſchof Chriſtian, der ſeine Freiheit wieder erlangt, von neuem aus, und da eine Vereinigung der Ritterbrüder von Dobrin mit dem deutſchen Orden bewerkſtelligt werden ſollte; ſo ent⸗ ſtanden auch Mißhelligkeiten mit dem Herzog Konrad, der ſeine Landeshoheit über die Beſitzungen der Dobriner Brüder geltend zu machen ſuchte. Erſt der Vermittlung eines päpſtlichen Legaten gelang es, eine Ausgleichung dahin zu Stande zu bringen, daß das Kulmerland und alle ferneren Eroberungen in Preußen, ſowie alle Beſitzungen der Dobriner Brüder, mit Ausnahme der Burg Dobrin und des dazu gehörigen Gebietes, von nun an, als ein Lehen der römiſchen Kirche, dem deutſchen Orden gehören und derſelbe dafür dem römiſchen Stuhle einen jährlichen Lehnszins zu entrichten haben ſolle; das geiſtliche Recht jedoch in allen Ordenstheilen ſolle vom Biſchof ausgeübt werden. Einzelnen mit dieſem Vergleiche unzufriedenen Dobriner Brüdern wies der Herzog die Burg Drohiczyn mit anſehnlichem Gebiete unter ſeiner Landeshoheit zu. Auf dieſe Weiſe ſah der deutſche Orden ſeinen Beſitz und ſeine Macht bedeutend erweitert und ſeine Rechte für alle Zukunft geſi ſchert; aber er bedurfte immer noch zu ſeinen ferneren Fortſchritten in Preußen der thätigſten Unterſtützung, und der Papſt ſowie der Hochmeiſter Hermann, dieſes Ziel raſtlos verfolgend, bringen es durch ihre wiederholten Aufforderungen dahin, daß auf dem Reichstage zu Mainz im J. 1235 der Markgraf Heinrich von Meiſſen zu einer neuen Kreuzfahrt ſich bereit erklärt und ſchon im Frühling 1236 mit einem bedeutenden Heere an der Weichſel erſcheint. Mit den Ordensrittern vereint, dringt er ungeſäumt in Pomeſanien ein; ſechs Landesburgen werden
bezwungen und die ganze Landſchaft wird unterworfen; die Pomeſanier geloben Gehorſam und d empjanden die Taufe.—
4. Pogeſanien unterwirft ſich,— Elbing. Die Schwertlbrüder vereinen ſich mit dem deutſchen Orden 1237. Hermann von Salza ſt. 1239.
Ohne Verzug wird auch Pogeſanien angegriffen, und nachdem die Wehrburg Elbing im J. 1237 glücklich aufgeführt worden, mußte ſich auch dieſe Landſchaft nach harten Kämpfen dem Orden unterwerfen; die Stadt Elbing erhielt noch in demſelben Jahre vorzüglich durch Bürger aus Lübeck ihre Entſtehung. Aber überall blieb das Landeigenthum den Landesbewohnern, nur Zinsleiſtung, Kriegs⸗ pflichtigkeit und Beihülfe zum Burgenbau mußten ſie geloben; dagegen ſollten ſie mit Menſchenfreundlich⸗ keit behandelt werden und die chriſtliche Belehrung ſollte das Bekehrungswerk krönen.
Indeſſen ſchwere Prüfungen ſtanden noch dem Orden bevor. Eine peſtartige Seuche verbreitete ſich im J. 1237 weithin an der Weichſel; Tauſende vom Landvolk wurden weggerafft; Jammer und Elend machte die Neubekehrten wankend in ihrem Glauben; heidniſche Prieſter treten wieder hervor und der Abfall zu den alten Göttern iſt bald allgemein. Der Landmeiſter Hermann von Balk war in Livland abweſend, um die dortigen Schwertbrüder mit dem deutſchen Orden zu vereinen; ſein Stellvertreter Hermann von Altenburg beſtraft in ſeinem frommen Sinn die Abgefallenen mit blutiger Härte; da bricht der Aufſtand der Pogeſanier und Pomeſanier in wüthender Empörung aus; die deutſchen Koloniſten werden gemordet, vertrieben; Elbing wird zerſtört; kaum daß einige Burgen noch den Flüchtigen Rettung bieten. Auch der Verſuch Hermanns von Altenburg, die nächſte Landſchaft Warmien oder Ermeland zu unter⸗


