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ernannt wird, und nach dem Muſter des von Biſchof Albert von Apeldern im Jahre 1200 in Livland ³) gegründeten Ordens der Schwertbrüder(gladiferi) den Orden der Brüder des Ritterdienſtes Chriſti in Preußen, gewöhnlich nach der von ihnen erbauten Burg Ritterbrüder von Dobrin genannt, im Jahre 1225 unter der Landeshoheit des polniſchen Herzogs Konrad von Maſovien geſtiftet hatte,— dieſe und ähnliche Bemühungen für die Bekehrung der heidniſchen Preußen waren bisher meiſtens noch erfolglos geblieben, und immer wieder erneuten ſich die plündernden Kriegszüge des Heidenvolkes ſelbſt bis nach Oliva hin. Da faßte jener Biſchof Chriſtian von Preußen ¹³), der auf ſeinen Reiſen nach Italien, wo er Hülfe ſuchte, den Hochmeiſter Hermann kennen gelernt hatte, den Plan, den auch der Herzog Konrad von Maſovien billigte, den deutſchen Orden zunächſt zum Schutze des Bisthums im Kulmerlande gegen die heidniſchen Preußen heran zu rufen und ihm einen beſtimmten Landestheil für eine förmliche Niederlaſſung in jenen Gegenden abzutreten.
So kam zu Anfang des Jahres 1226 eine Geſandtſchaft zum Hochmeiſter nach Oberitalien, wo er gewöhnlich in dem deutſchen Hauſe zu Venedig ſich aufhielt, und trug ihm das Kulmerland und das Gebiet von Löbau als Beſitzthum für den Orden an. Der Hochmeiſter zeigte ſich nicht abgeneigt, und nachdem er nach einer Berathung mit dem Kaiſer Friedrich II. zu Rimini die Beſtätigung deſſelben für die Schenkung und die Zuſtimmung zur Eroberung Preußens, und zwar als Reichslehen, jedoch mit völliger Landeshoheit als Eigenthum erhalten, ſandte er noch im Jahre 1226 vorerſt zwei Ordensritter, Konrad von Landsberg und Otto von Saleiden, mit einem Geleite von 18 Reiſigen nach Maſovien, um mit dem Herzog Konrad die Beſitz⸗Verhältniſſe noch feſter zu ſtellen. Sie kämpften mit gegen die eben
³) Den erſten Verſuch zur Heidenbekehrung in Livland, welches aus Eſthland, Lettland und Kurland mit den benachbarten Inſeln Oeſel und Dagden beſtand, hatte vom Jahr 1186 an Mainhard, ein Auguſtiner⸗Kanonikus aus dem Stifte zu Sigeberg im Holſteiniſchen, gemacht, und war im Jahr 1191 ſchon zum Biſchof von Livland ernannt worden; der Erfolg ſeiner Bemühungen, ſo günſtig er Anfangs ſchien, war jedoch bald wieder verwiſcht, und ebenſo erging es ſeinem Nachfolger, dem Abte Berthold von Lucca. Aber der Biſchof Albert von Apeldern aus Bremen machte durch ſeine eifrigen Anſtrengungen günſtigere Fortſchritte; von dem römiſchen König Philipp und Knud IV. von Dänemark und anderen Furſten unterſtützt, hatte er 1198 den Grund zur Stadt Riga gelegt und darauf den geiſtlichen Ritterorden der Brüder des Ritterdienſtes Chriſti(fratres militiae Christi) oder Schwertbrüder mit der Regel der Templer unter dem erſten Meiſter Vinno von Rohrbach für Livland gegründet, deren Kleidung ein weißer Mantel mit dem Zeichen eines Kreuzes und Schwertes ſein ſollte. Kaiſer Otto IV. ertheilte dem Orden im Jahre 1211 urkundliche Beſtätigung ſeines Beſitzthums mit Landeshoheit. So dehnte ſich allmählich dieſe chriſtliche Herrſchaft unter mancherlei Kämpfen bis nach Kurland und Semgallen hin aus.
²) Der Mönch Chriſtian von Oliva war unſtreitig einer der bedeutendſten Heidenbekehrer im Preußenlande; unter dem Schutze des Herzogs von Maſovien begann er im J. 1209 im Kulmerlande und an den Gränzen von Pomeſanien ſeine Bekehrungsverſuche; er fand erfreulichen Eingang; vom Papſte Innocenz III. und dem Erzbiſchof von Gneſen unterſtützt, ſetzte er ſein frommes Wirken mit wenigen Unterbrechungen immer weiter fort und wurde im J. 1214 vom Papſte zum Biſchof der Preußen ernannt; aber in den Jahren 1215 und 1218 wurde Alles, was er aufgebaut, durch die gräßlichen Verwüſtungszüge der wilden Preußen wieder vernichtet, und die durch den Papſt veranlaßten Kreuzzüge halfen nur wenig. Im J. 1222 wird von einem Kreuzheere die zerſtörte Burg Kulm wieder aufgebaut, und Chriſtian, von Herzog Konrad von Maſovien mit einem Theile des Kulmerlandes, 12 Burgen und vielen Dörfern beſchenkt, gründet das Bisthum Kulm, vom Papſte beſtätigt; indeſſen im J. 1223 folgte eine um ſo gräßlichere Verwüſtung durch die einſtuüͤrmenden Preußen im Kulmerlande und in Maſovien, und der von Chriſtian im J. 1225 nach dem Muſter der Schwertbrüder gegründete Orden der Brüder des Ritterdienſtes Chriſti oder der Ritter von Preußen, die einen weißen Mantel mit den Zeichen eines rothen Schwertes und Sternes trugen, und von Herzog Konrad ein Gut in Cujavien mit der Hälfte ihrer künftigen Eroberungen in Preußen verliehen und die Burg Dobrin an der Gränze von Maſovien erbaut erhielten, vermochte nicht zu retten, er wurde bei Straßburg, der Hülfe des Herzogs ungeachtet, in einem zwei Tage dauernden, blutigen Kampfe von den herangezogenen wüthenden
Preußen ſaſt gänzlich vernichtet und das Kulmerland in eine Wüſte umgewandelt. Troſtlos blickte Chriſtian nach einer ſchirmenden Rettung ſich um..


