Jahrgang 
1847
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Acta sunt hec anno domini MCCXXXIII in Witflaria etc.(wie auch am Schluſſe dieſer Urkunde) und in Gudeni Codex Diplomaticus Tom. II, Nr. LXVII, Pag. 94, An. 1250:Omnia bona Ecclesie nostre... cum omnihbus attinenciis suis, Ecclesie in Aldinburg juxta Witflariam... vendidimus. Daher auch das AdjectivumCanonici Witflarienses in der Unterſchrift der vorgedachten Urkunde v. J. 1226 bei Gudenus(Sylloge etc. Pag. 590).

2) Wetklaria(mit bloßer Vertauſchung der verwandten Vokale i und e) zuerſt a. in einer Latei⸗ niſchen Urkunde v. J. 1150(Gudeni Cod. Dipl. T. III, Nr. XX, An. 1150, Pag. 1055de Weiflaria bei Aufzählung mehrerer Familien und deren Wohnorte; vgl. v. Ulmenſtein Th. I, S. 66 ff.); darauf v. J. 1167(Gud. Cod. Dipl. I, p. 256 vgl. V, 310) nebſt dem davon gebildeten Adjectivum Welkllariensis v. J. 1214(Ibid. I, 431 und V, 310) und ſofort vorherrſchend in ſehr vielen Urkunden v. J. 1221 an bis zum J. 1404(Gud. Cod. Dipl. T. V, p. 1 342 vgl. T. II, p. 125. 886; T. IV, p. 1012; Sylloge p. 473 476, 483 u. 494; Wetzlar'ſche Beiträge Bd. I, S. 166. 169. 255 ff.; II, 100; v. Ulmenſtein Th. I, S. 631, Nr. I), von wo an die Form Wetaklaria und Wetalaria, nebſt den dazu gehörigen Adjectiven (ſ. w. u. V, 1. 2) anfängt überwiegend hervorzutreten, ſo jedoch, daß daneben auch die bisherige Form Welflaria und Wetflariensis noch gefunden wird(wie z. B. 1442, 1489 und 1499: Cod. Dipl. T. V, p. 288, 289 u. 292). Auch in der deutſch gehaltenen Form: 1256(Cod. Dipl. T. IV, p. 889: Homines circa castrum Cliperg et Wetflar) 1285(Syll. p. 480 in einerconſoederatio mutua der vier zu Anfange dieſer Vereinbarung aufgeführten Städte:Nos Officiati, Scabini, Consules: de Frankenvort, Frideberg, Wetflar et Geylinhusen ceterique earundem civitatum Cives). b. In deutſchen Urkunden erſcheint dieſe deutſche Form, als ſelbſtſtändiges Wort, beiſpielsweiſe: 1305 (Wenck' Heſſ. Geſch. I. Bd. Urkunden⸗Buch Nr. CCCLXXXI, S. 294:Probſt zu Wetflar); 1327 (Wetzlar'ſche Beitr. Bd. I, S. 205 f.:die Stad zu Wetflar etc.); 1328(v. Ulmenſtein Th. l, Nr. IV, S. 633:der voyteyen zu Wetflar); 1350(Wetzlar'ſche Beitr. I. Bd., S. 176:Unsir lieben frauwen sancte Marlen zu irme buhe und werke des Munstirs zu Wetflar und öfter); 1355 (Gud. Cod. Dipl. V, 227 sq.:dem Dechen und Capittel des Stifftes... und der Stad zu Wetflar); 1356 und 1359(Cod. Dipl. v, p. 237 und 312); 1360(v. Ulmenſtein, 634); 1362(C. D. V, 243 ex Copiali und im Auszug). Die vollſtändige Urkunde ſiehe Wetzl. Beitr. Bd. I, S. 180 182); 1364 (W. B. J, 179 u. ſ. w., ogl. z. B. W. B. I, 185 ff., 261 ff.). Außerdem in Zuſammenſetzungen, wie Wetflarstrasse(1350, Gud. C. D. V, 219), oder als Adjectivum: zwey malder Korngeldes Wetflarer masses(1350 ibid. p. 218), Sechstehalb hundirt phunt Haller Wetfl. werunge(1356 C. D. V, 237), auch: zwei maldir korngeldes, Wetflar mazes(1364, W. B. I, 179) und: sechs malder Korngeldes Wetflar masses(1375, ebendaſ. I, 261).

III. Als dritte ältere Benennung der Stadt erſcheint die Form Weteflare in der Freibriefs⸗ Urkunde Kaiſers Friedrich l, gegeben zu Gelnhauſen am 1. April(nicht 3. April, wie v. Ulmenſtein Th. I, S. 80 berichtet) 1180, welche der Stadt das bereits früher erworbene Recht eines jährlichen Grund⸗

zinſes und des freien Handels von Neuem beſtätigt. Dieſe Urkunde findet ſich in Gud. Sylloge etc. p. 470 Manipulus etc. I. mit der Ueberſchrift: Friderici I. Imperatoris Lex, sive Sanctio de Areis Burgensium Imperii Wetzlariae an. 1180 und lautet, nach ihrem Anfange und Schluſſe, alſo: Fridericus divina ſavemte clementia Romanorum Imperator et semper Augustus. Noverit universitas Imperii nostri fidelium, quod nos Burgensibus nostris de Weteflare illud Juris, quod quondam in Areis suis habebant, nostra Imperiali auctoritate conſirmavimus etc. Datum apud Geilinhusin, anno Domini MCLXXX Indictione XIII. Kal. Aprilis.

IV. Dieſe drei älteren Grundformen haben jedoch im Laufe der Zeit mehrfache, den urſprünglichen Wortlaut theils verkürzende, theils erweiternde Veränderungen erfahren. Da aber gegenwärtiger Zuſam⸗ menſtellung mehr poſitiv⸗ geſchichtliche, als grammatiſch⸗ſprachliche Rückſichten zum Grunde liegen, ſo konnten die verwandten Benennungen nur in ſo weit einander näher gebracht und in einer Reihe aufgeführt werden, als eben die Gleichzeitigkeit der Erſcheinung in den vorliegenden Uxkunden es geſtattete. Das Weſentliche